Ziehe die unermessliche Weite vom Himmel herunter
Ebenso wie es für alles unter der Sonne des Himmels eine Jahreszeit gibt, gibt es auch eine Veranlassung. Hinter eurem Verständnis gibt es eine Veranlassung. Hinter eurem Verständnis muss Verstand sein, anderenfalls gäbe es sozusagen wenig Bedeutung. Die Wahrheit dabei lautet, dass eurem Leben eine großartige Bedeutsamkeit zukommt. Dass ihr oft die Bedeutung verfehlt, ist unbestreitbar. Bejahe, dass es Bedeutung gibt, selbst wenn du es nicht einmal ahnen kannst, worum es dabei geht. Bei der Bedeutung lässt es sich nicht mehr an, sich mit ihr abzumühen, als mit irgendwas anderem.
Selbst wenn du die Bedeutung eines schönen Sonnenaufgang kenntest, was hat dein Verständnis der Bedeutung mit ihm zu tun? Selbst wenn du die Bedeutung eines schönen Blattes kenntest, was stückt dies der Schönheit an? Welche Worte etwa können die Bedeutung von Liebe abschildern? Einzig Liebe vermag Liebe zu beschreiben, und sie tut das ohne Worte.
Wortbedeutungen greifen zu kurz. Worte sind schier eine Repräsentation. Sie geben kaum das wider, was sie tatsächlich meinen zu beschreiben. Selbst große Worte für große Dinge bringen auch nur anfänglich deren Erhabenheit zum Ausdruck.
Bestimmungen würden das gefangen setzen, was jenseits von Gefangennahme liegt. Selbst das Wort ist eine dürftige Repräsentation. Welches Wort kann wohl die Weite des Erschaffenen und Unerschaffenen zum Ausdruck bringen?
Welche Worte können anfänglich dich beschreiben?
Worte können nur eine Annäherung darstellen. Die besten Worte können nur wenig leisten.
Es gibt keine Wörter, um das Pochen in Meinem Herzen, was für dich schlägt, auszudrücken. Keine Worte ringsum, um ein geeignetes Bild von euch selbst voranzutreiben.
Wörter an und für sich sind physische Dinge. Vielleicht ist es der Raum zwischen den Wörtern, der mehr zum Ausdruck bringt, als die Wörter selbst. Vielleicht sind die Wörter schlicht Markierungen für das, was hinter den Wörtern liegt.
Poesie lässt mehr erkennen, als die Worte sagen, so wie auch die Töne in der Musik, wie auch die Striche eines Pinsels in der Malerei mehr zum Ausdruck bringen. Wir reden über Ganzheit. Keine Worte können sie beschreiben, aber Worte und andere Kunstformen können sie herbeirufen. Selbst endliche Worte rufen Größeres herbei als der Tintenklecks von ihnen.
Dein großartiges Bewusstsein passt nicht in Worte, deine großartige Intelligenz allerdings belebt deine Worte, bringt sie zum Tanzen, zum Singen, macht, dass sie Höhe aufnehmen. Was wäre irgendwas ohne dich auf der Erde? Ohne dich – da wäre alles eine Art Unterbrechung. Mit dir – da vermag das Irdische, ruhig verlaufende Segeln zu existieren.
Du bist mehr als ein Interpretierender. Du bist ein Pilot der Worte. Du bringst sie dazu, dass sie von dem Papierblatt fortfliegen und sich bis zum Himmel erstrecken. Du bringst sie dazu, dass sie einen goldenen Birnbaum erschaffen, von einer Höhe, die zum Himmel ragt, und du bist derjenige, der imstande ist, die äußerste goldene Birne zu pflücken. Ich biete sie dir an.
Hinwiederum sind Worte keine zufälligen Tintenflecke. Und doch, dein Bewusstsein macht aus ihnen, was du möchtest. Vielleicht ist alles am Leben ein Tintenklecks-[Rorschach-]Test. Alles im Leben ist das, was du aus ihm machst. Du misst dem Leben bei. Du subskribierst dich bei ihm. Was misst du bei? Wobei subskribierst du dich? Du kannst es bemerken, freilich nicht abschildern. Selbst mit zwei Händen kannst du das nicht. Aber du kannst mit deinem Herzen und deiner Seele die Weite vom Himmel herunter ziehen. Du kannst sie wie einen prächtigen Schleier herunter ziehen, durch den du irgendwie mehr siehst. Du wirst mehr sehen. Du wirst alles durch diesen Schleier sehen. Du wirst sehen.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/ziehe-die-unermessliche-weite-vom-himmel-herunter.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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