Wie Farben

God said:

Das ist die Lage der Dinge, in der du dich befindest. Aus der Vollheit der Liebe sind unendliche Kombinationen sowohl der Erhabenheit als auch der Nichtigkeit entkommen. Du, der du überfließende Größe bist, erlebst umfängliche Dürftigkeit und enormes Ego und andere lästige verdrießliche Sachen.

Wir vermerken nunmehr den Unterschied zwischen dem, was du bist, und was du erlebst. In Wahrheit bist du ein Beobachter. Allein, du identifizierst dich mit der Erfahrung und nennst sie die deine. Du klammerst dich an deine Erfahrungen.

Wenn ein Zug an dir vorbeifährt, denkst du nicht, du seist der Zug. Wenn ein Gedanke, lasst uns einmal sagen, ein unansehnlicher Gedanke, durch deinen Geist streift, wirst du bei dem Gedanken überempfindlich, und du bringst ihn mit dir selbst durcheinander. Du ziehst dich selbst mit hinein. Du hast ihn begünstigt und somit fandst du dich dessen schuldig.

Da ist das Heilige Du, und da ist das Fantasie-du. Lasse bald den Tag herannahen, wann du die Fantasie vergisst. Schuld ist Fantasie. Verwundete Gefühle sind Fantasie. Verschlimmerung ist Fantasie. Aufruhr ist Fantasie. Beklommenheit ist Fantasie. Angst ist Fantasie. Alles, was du nicht möchtest, ist Fantasie.

Das Heilige Du ist unwiderruflich gegenwärtig. Deine Fantasien übermannen es nicht, jedoch verbergen sie deine stets-präsente Heiligkeit vor dir. Sie nehmen sie aus deinem Gewahrsein heraus. Deine Gedanken werden wie eine helle Farbe, auf die deine Aufmerksamkeit hinzuläuft, dabei wird die Hintergrundfarbe vergessen, die durch alles hindurchläuft. Du siehst das helle Rot, sobald du wütend bist, oder du fühlst blau, wenn du traurig bist, aber deine echte Farbe ist keine von beiden. Rot und Blau sind Fassaden.

Wir können sagen, deine echte Farbe ist das Gelb der Sonne oder das Weiß des Mondes, näher an der Wahrheit indes ist, dass deine echte Farbe die farblose Substanz dessen ist, woher die Farbe kommt. Deine wahre Farbe ist Einssein der Farbe, was jenseits jeglicher herrlichen Kolorierung, die auf der Welt angebracht ist, liegt. In der Begrifflichkeit der Welt haben Wir zu sagen, dass das Farbenprächtigste unter allem farblos ist. Es existiert ein Fundament, dem die Farbe entkommt, und es existiert ein Fundament, auf der die Farbe aufgelegt ist.

Das Heute, etwa, ist für dich parat, um darauf zu malen. Welche Farbenauswahl triffst du heute? Welche Farbe aus deiner Palette möchtest du heute auftragen? Alle Ströme der Farbe möchten dich an die Stille erinnern, der die Farbe entströmt, an die Quelle der Farbe jenseits der Farbe.

Der Farbpinsel ist in deiner Hand. Und du setzt ihn heute ein. Gleichwohl existiert heute nicht wirklich. Die Ewigkeit indes sehr wohl. Somit malst du heute auf der Ewigkeit. Und die Farbe, die du aufträgst, wird abgewaschen.

Das Unterliegende unterliegt allem.

Aus der Tiefe des Ozeans kamst du. Wenn du meinst, du befindest dich bloß auf der Oberfläche, dann hast du deine Peilung verloren. Etwas anderes passierte nicht. Du bist nicht verschollen. Du kannst nicht verschollen gehen. Du weißt einfach nicht, wo du bist.

Und so greifst du nach Strohhalmen, die du Gedanken nennst und klammerst dich an sie, als wären sie dein teures Leben.

Zahlreiche deiner Gedanken waren Anklagen. Um sicher zu gehen, sie waren Verurteilungen.

Schau es dir nun an, dass Gedanken von dir getrennt sind. Sie sind nicht die deinen. Sie sind etwas, was du für eine kurze Zeit gemietet hast. Sie sind ein Trunk von Wasser aus einem Strom. Du hast deine Hände hohl gemacht, und getrunken, freilich versuchst du nicht, das Wasser dort zu halten, das in deinen Händen verblieben ist. Du wischst es ab oder du lässt es verdunsten.

Alles Mindere als Heiligkeit ist bloß Make-up, was aufgetragen, vielleicht grell aufgetragen wurde. Make-up kann abgewaschen werden. Heiligkeit nicht.

Translated by: theophil

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on