Fußstapfen
Sobald dir ein Aspekt des Lebens untragbar zu sein scheint, liegt es daran, dass er nicht das darstellt, wonach du gesucht hast. Du hattest kein Ansinnen formuliert für diese Einmischung in dein Glück. Du wolltest das nicht, und somit protestiert du. Dieser Widerstand deinerseits stellt dir mehr ein Bein als jedes andere Vorkommnis. Die Situation, der du dich gegenüber siehst, ist deine eigene Verschärfung.
Du hast einen Gemütszustand, und du möchtest nicht, dass er durcheinander kommt. Und somit versetzt du dich hierbei in Sorge.
Du bist stets das Vorkommnis. Was erfolgt, ist du. Wo du dich auch hinwendest, du gelangst Gesicht an Gesicht mit dir selbst. Du bist der Gebieter deines Lebens. Du bist der Held, oder du bist der Griesgram.
Öfters, vielleicht immer, lernst du etwas anderes, als du dachtest.
Wenn du einen geliebten Angehörigen verlierst, denkst du etwa, deine Lektion bestehe darin, wie du nun mit ihnen zurechtkommst. Vielleicht lautet deine Lektion, dass es keinen Verlust, dass es keine Endlichkeit gibt, dass du, was immer in der Welt vor sich geht, mit oder ohne es vollkommen bist.
Sobald du enttäuscht bist, wenn dir Nicht-Fairness begegnet, wenn du dich gegen etwas wendest, was ist es im Grunde genommen, wogegen du bist? Du bist gegen deine eigenen Gedanken und Schlussausführungen und gegen alle Aufsummierungen, die du ziehst.
All das Widrige, was dich heimsucht, lässt du dich unglücklich machen, und das Unglücklichsein zieht sich in die Länge. Unglücklichsein kann über Jahre dauern. Es kann wie eine alte Uniform werden, die du anscheinend nicht fortgeben kannst.
Alles Reichhaltige, was deinen Weg kreuzt, indes macht dich nicht glücklich, oder nicht lange glücklich. Du gewöhnst dich daran. Du gewöhnst dich an die Gehaltserhöhung. Du gewöhnst dich an das neue Haus. Du gewöhnst dich daran, zu lieben. Nun möchtest du mehr von dem gleichen oder etwas anderes.
Ein Heilmittel dabei heißt, sich nicht an die Wohltaten zu gewöhnen, die auf dir niedergehen. Heiße sie stattdessen jeden Tag willkommen, denn selbst die gleiche Segnung ist jeden Tag neu, sobald du sie willkommen heißt. Das hast du bereits zuvor gehört. Zähle deine Segnungen. Du hast das gehört, wann allerdings hast du es das letzte Mal gemacht?
Liste jetzt in diesem Augenblick alle Segnungen in deinem Leben auf. Das sind viele, oder nicht? Schreibe sie auf ein Blatt Papier und in dein Herz. Lasse Segnungen deine Prüfsteine sein.
Trotzdem, die unmittelbaren Segnungen sind nicht die Ursache für dein Glücklichsein. Du bist das.
Eine deiner größten Segnungen ist die Fähigkeit, von dir selbst zu geben. Was meint das? Es meint, ein wenig Licht zu vergießen. Es meint, einen flüchtigen Blick von dir zu teilen. Mittels deiner sehen Andere sich selbst. Zünde somit ihr Lächeln an, so wie du das mit ihrer Zigarette tun würdest.
Was trennt dich von jeglichem anderen Menschenseinswesen vor dir? Bloß deine Auffassungen. Jedoch unbesehen was deine Auffassungen sind, du teilst dein Leben mit diesem anderen Menschenseinswesen. Du kommst aus der gleichen Menschenfamilie, wie auch immer dein Familienname lautet. Die Menschheit ist dir grundlegend, und Liebe ist ihre Basis.
Sogar Steine sind zueinander freundlich. Sie nehmen sich nichts übel, und teilen keine Angriffe aus.
Spende somit also heute einem Anderen einen Segen, und vervielfältige deinen eigenen. Spende allerdings aus der Freude am Segen halber. Du reichst Spielmarken Gottes aus. Das ist eine vergnügliche Aufgabe. Reiche heute etliche von dir selbst aus. Reiche sie herum.
Du bist nicht dieser Körper, der auf der Erde herum schlurft. Dein Körper ist das wenigste von dir. Direkt von dort aus, wo du dich jetzt befindest, kannst du etwas von dir hinterlassen. Vielleicht möchtest du Güte hinterlassen. Vielleicht Hoffnung auf größere Freude. Vielleicht größere Freude. Was immer auch, hinterlasse heute etwas Wertvolles in deiner Wirbelschleppe für alle, die auf dem gleichen Bürgersteig wie du vorübergehen werden. Hinterlasse Fußstapfen, damit jemand in sie hinein tritt und ihnen folgt.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/fussstapfen.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
Your generosity keeps giving by keeping the lights on

