Die Stille der Liebe

God said:

Heute mögest du dir selbst Urlaub geben, Ferien vom Sorgen und von allem, was auf deinen Geist drückte. Nimm jedweden Druck weg, den du dir selbst auferlegt hast, und nimm dir davon frei. Das meint, dir bei allen Gedanken, die zu dir vorrücken, Frieden erteilen. Sie hatten ihr Sagen. Lausche nunmehr der Stille der Liebe.

Du brauchst Sorgen gegenüber nicht gefolgschaftstreu sein. Du bist kein besserer Mensch, sobald du auf deinen Schultern allerhand Leid trägst, vergangenes oder künftiges. Gegenwärtiges Leid existiert nicht. Wenn du in der Gegenwart bist, kann es Leid nicht sein. Das Leid ist bei der Gegenwart nicht zugelassen. Ausschließlich der Friede. Ausschließlich die Liebe. Die Gegenwart kann nichts anderes als Ewigkeit und das, was Ewigkeit ist, enthalten.

Leid fällt ab. Leid ist eine zeitweilige Abirrung. Sie ist ein Aufblitzen auf einem Bildschirm. Leid kann nicht bleiben, denn seiner Natur nach ist es ephemer, eintägig. Du allerdings machst das Leid zu einem mächtigen Gegner, der dir nachsetzt. Indes ist es dein eigener Schatten, dem du nachsetzt. Du öffnest deinen Mantel, lässt das Leid zu und beschützt es.

Du kannst vielleicht akzeptieren, dass das Leid von dir erschaffen worden ist, nicht aber die Schwierigkeiten, denen es entkommt. Du erachtest die Schwierigkeit als real. Du wirst zugeben, vielleicht zugeben, dass Leid eine Zutat ist, die du zu einem hohen Preis eingekauft hast. Du hast die Schwierigkeit mit dem Leid ergänzt und sie als geschätzte Gegenstände verwahrt. Du hast sie auf dein Herz tätowiert. Du hast sie eingesammelt und eingeschlossen. Du hast für sie einen Schrein gebaut, vor dem du dich täglich verbeugst. Von deiner Verpflichtetheit wirst du hinunter gezogen. Du schmeichelst dich bei dem ein, von dem du behauptest, du würdest es nicht mögen. Und dennoch nimmst du das, was du nicht willst, unter deinen Schutz, und behältst es unter deinen Fittichen und hegst es.

Du schenkst all den Schwierigkeiten der Welt viel Ehre, den deinen und denjenigen Anderer. Du schenkst ihnen Glauben.

Gib den wertvollen Gütern in der Welt ebenso viel Aufmerksamkeit wie den weniger einvernehmlichen. Hüpfe über die Schlaglöcher und verbringe die Zeit in den Wiesen deines Geistes. Stecke alles Glück in deine Tasche, wie du das mit einem Taschentuch tust.

Selbst die Welt gewährte dir die Erlaubnis zum Verfolg des Glücks. Ist das eine Ersatzbewilligung? Wessen Erlaubnis brauchst du überhaupt? Schmerz, Leiden, Sorgen und Unglücklichsein gehören dir nicht zu, und du hast sie nicht aufzubewahren. Lasse sie einen Käfer sein, du staunst, wie du ihn auf deinem Ärmel findest. Du siehst ihn, und du streifst ihn ab. Er hat nichts mit dir zu tun. Du bist einfach wie ein Baumzweig, auf dem er sich eingefunden hat, du bist eben soeben da gewesen. Es ist nichts dabei, ihn abzustreifen. Du bist ihm nicht verpflichtet, bloß weil er irgendwie auf dir niedergegangen ist. Er hätte genauso gut auf dem Gehweg landen können.

Sei sodann mehr wie ein unpersönlicher Gehweg. Er bleibt unentwegt Gehweg, egal, wer auf ihm geht. Er wird nicht übermächtigt. Er erträgt das recht gut. Der Regen wäscht ihn. Die Sonne scheint auf ihn. Er ist nicht bestürzt und an nichts geheftet. Er ist fortlaufend Gehweg, jedem zugänglich, gegenüber nichts nicht standhaltend.

Wirf das weg, was wegwerfbar ist. Behalte nur, was dir zugehört. Behalte nur, was rechtmäßig dein ist. Behalte nicht, was nicht dein ist.

Translated by: theophil

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on