Vögel im Flug
Alles, was du lernst, möchtest du zu etwas Gutem und Nützlichen verwenden. Wenn du ein größeres Verständnis erwirbst, möchtest du es einsetzen. Es ist so, wie wenn du eine große Treppe siehst, und es ist gut, sie zu sehen. Auf ihr hochgehen ist sie nutzen, und nur dann gelangst du höher. Die Treppe nur ihretwegen ansehen bringt dich nicht nach oben.
Sieh dich nach Gelegenheiten um. Trage im Sinn, ein wenig mehr von dir selbst zu geben. Sobald du ein Klopfen an deiner Tür hörst, gehe darauf ein.
Es ist nicht genug, zu wissen, dass du grenzenlos bist. Du erfährst deine Grenzenlosigkeit nicht, indem du der gleiche bleibst und Grenzen behältst. Um deine Grenzenlosigkeit herauszufinden, hast du aufzubrechen. Durchbrich eine oder zwei Grenzen. Die Grenzen, die du durchbrichst, befinden sich inwendig in dir.
Habe einfach ein winziges Gewahrsein davon, dass du etwas anderes sehen kannst, dass du etwas anders verstehen, dass du anders handeln kannst. Daran ist nichts Künstliches. Du kannst bei der Gelegenheit in Erscheinung treten, nicht, wie du meinst, dass du es solltest, nicht, wie es sonst jemand tun würde, sondern wie du bist, so wie du bist, lediglich du mit weniger Begrenztheiten.
Fange damit an, und sage zu deinem eigenen Herzen Ja. Höre auf, Nein zu ihm zu sagen.
Du hast in deinem Leben nicht mustergültig zu sein. Du stellst keine Standards auf. Du gehst über sie hinaus. Die Standards der Welt sind zu niedrig, und du gibst ihnen nicht statt, dich niedrig zu halten. Du hast dich bereits höher erhoben, und nun hast du dir das auszuweisen.
Die Vergangenheit ist dir nicht mehr weiter nützlich. Sie hält dich zurück. Du brauchst sie nicht als deinen Bezugspunkt einzusetzen. Sie ist nicht mehr länger dein Bezugspunkt. Was die Vergangenheit für dich getan hat, hat sie getan. Sie hat dich dorthin verbracht, wo du bist, jetzt aber hast du sie übertroffen. Lasse alte Schuhe hinter dir.
Höre der Gegenwart zu. Hast du zurückgespult oder vorgespult? Du hast ein Essen auf einem Tablett vor dir. Während du es isst, achtest du mehr darauf, was du zum Frühstück gegessen hast, oder darauf, was du zum Abendbrot haben wirst.
Zeit ist eine Grenzlinie.
Alles, was du gestern wusstest, ist eine Grenzlinie. Sobald du dich selbst in Grenzen eingräbst, ist es so, als wärest du fertig und hättest alles erledigt, und als gäbe es nichts mehr zu lernen.
Wirf all dein aufgehäuftes Wissen weg. Fange von vorne an. Jetzt soeben ist die Gelegenheit, nach der du gelechzt hast.
Bäume verwandeln sich. Die Jahreszeiten verwandeln sich. Das Wetter ändert sich. Die Temperaturen ändern sich. Der Winkel des Lichts ändert sich. Und du, der Du, der in der Welt lebt, verwandelt sich ebenfalls. Hast du dich nicht an dir selbst festgehalten und hast du nicht versucht, still zu stehen?
Was ist die Angst, die dich davor zurückhält, los zu lassen? Ein Widerstand dagegen, los zu lassen, ist das gleiche, wie dort zu bleiben, wo du bist. Anhaftung bedeutet nicht: vorangehen, oder bedeutet etwa nicht: mit einem vollen Tank an Widerwillen dich nach vorne neigen.
Drehe dein Denken von oben nach unten. Das wird dich entzerren.
Nimm in Betracht, dass du eine Dreifach-Lampe warst, die in bloß einer Einstellung verblieb. Die Birne ist matter, als sie sein soll. Wenn denn das Licht nicht eingeschaltet wird, wo ist es?
Du bist nicht dabei, dir ein Nest zu bauen. Du reißt keines ab. Du fliegst. Du weißt noch nicht, auf welchen Ast du fliegen wirst, aber du fängst an zu fliegen. Du brauchst nicht zu wissen, auf welchen Ast du fliegen wirst. Du brauchst einfach zu fliegen und irgendwo niederzugehen. Woimmer du dich niederlässt, es ist bloß eine Sitzstange, von wo aus du deine Flügel von Neuem ausbreiten möchtest.
So wie Vögel schlicht dafür bestimmt sind, zu fliegen, so auch du.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/voegel-im-flug.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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