Sehr nahe an der Wahrheit sein

God said:

Gott redete …

Was wäre, wenn alles, was du in deinem Leben getan hast, tatsächlich richtig und überhaupt nicht das ist, was du meintest? Was wäre, falls du, allem was du gedacht haben könntest zum Trotz, deine Sache doch ganz gut gemacht hättest? Was wäre, so unmöglich wie es zunächst aussieht, wenn du keine Ursache hättest, ausgeführte oder nicht ausgeführte Taten zu bedauern? Was wäre, wenn dein Fehler ebendarin bestand, zu denken, es gebe Fehler? In diesem Falle hast du dich geirrt!

Das Konzept des Fehlers hat eine Brennweite für kurze Sicht. Du siehst A, dann siehst du B, und so weit reicht das dann. Du hast den Rechtschreibwettbewerb verloren, weil du ein Wort falsch geschrieben hast, was wäre allerdings, wenn es recht gewesen wäre, dass du es falsch geschrieben hast? Alles, was du jetzt wissen kannst, ist, wie die Worte richtig geschrieben werden. Du kannst die Bedeutung des fehlerhaften Schreibens nicht kennen, deswegen kannst du nicht erkennen, dass du falsch lagst, sie falsch zu schreiben. Wie weißt du, dass der Versprecher ein Missgeschick war?

Du hast mit einem Hammer deinen Daumen getroffen. Wie ungeschickt. Jedoch, was wäre, wenn das - unglaublich - eine tolle Finesse wäre? Was wäre, falls sich, weil du dir auf den Daumen geschlagen hast, Vorkommnisse in der Welt und in deinem Leben an die rechte Stelle geschwungen haben? Was wäre, wenn auf deinen Daumen hauen etwas Wundervolles vorankündigte, etwas Künftiges, etwas Vergangenes, oder, wie steht es um etwas jetzt in dem Augenblick?

Du wirst es nie wissen, jedoch kannst du es dir vielleicht vorstellen.

Du hast deinen Geldbeutel verloren, oder er wurde gestohlen. Wie weißt du, ob etwas eine verdrießliche Sache ist? Verdrießlich ist bloß eine Folgerung, die du ziehst? Welches Zwischenspiel erschafft vielleicht der Verlust deines Geldbeutels, womöglich, dass du das Interludium nicht zu Augen bekommst und dass es dir unvernommen bleibt, indes es allerdings nichtsdestotrotz zur Ausführung gebracht wird? Es ist selbstverständlich, du wirst nie dahinterkommen.

Was wäre, wenn töricht nicht töricht wäre?

Was wäre, wenn Verlust nicht Verlust wäre?

Was wäre, wenn Sieg nicht mehr Sieg ist, denn Verlust Verlust ist?

Du bist nicht nur ein Kritiker des Lebens im allgemeinen und des deinen im besonderen, du hast dich selbst auch zum Richter erhoben. Es sind nicht nur Menschen, die du verurteilst. Den ganzen Tag lang sortierst du dein Leben durch, du durchsiebst es. Du urteilst links und rechts. Wann immer du zu Schlussfolgerungen gelangst, hast du ein Segment deines Lebens verpackt und es in die Ablage verbracht. Du kannst sicher sein, du hast etwas übersehen.

Was auch bis dato geschehen ist, wird getilgt. Das bedeutet - saubere Schiefertafel. Was du tilgst, ist deine Anhaftung. Du warst fest an das Konzept des Irrtums geheftet. Irrtum ist eine Entweder-Oder-Sache. Für deinen Geist hast du dich geirrt oder nicht geirrt.

Was wäre, wenn Irrtum und Nicht-Irrtum beide gleichzeitig möglich wären? Dann erklärt das eine das andere für ungültig, und weder Irrtum noch Korrektheit existiert, sofern sie das denn je taten. In Wahrheit, Irrtum und Nicht-Irrtum können nicht koexistieren, da Irrtum ein Konzept wie jedes andere ist.

So lange wie ihr in Bezügen von Erfolg oder Niederlage denkt, versäumt ihr das Schiff.

So lange wie ihr in richtig oder falsch, gut oder schlecht denkt, haltet ihr euch vom Lossegeln ab.

Die Koexistenz von Gegensätzen existiert nicht. Oder, sie existieren ephemer, so lange, wie ihr es ansagt.

Kann es Lieblichkeit geben ohne Nichtlieblichkeit? Ich sage, das kann es.

Was wäre, wenn das einzige Adjektiv in der Welt lieblich wäre? Oder herrlich? Was würdest du dann aus den Dingen machen?

Was wäre, wenn das Leben, das an deiner Seite mit dir entlanggeht, überhaupt keinen Einfluss auf deinen Seinszustand hätte?

Das ist natürlich absolut wahr, aber du hast es noch nicht wahrgenommen. Wie du dich fühlst, was du denkst, sind nicht Teil deines Seins. Seien ist Seien unbesehen alles Sonstigen. Wie du dich fühlst, was du denkst, wirkt allerdings auf dein Ego ein. Das ist alles, was beeinflusst werden kann. Was ist dein Ego anderes als dein Bild von dir selbst? Zeichne ein anderes.

Was wäre, falls du kein anderes Wort als Ja äußern könntest?

Beginne, es zu sagen. Ja ist ein liebreizendes Füllzeichen.

Sage heute in deinem Herzen Ja zu allem. Dann wirst du sehr nahe an der Wahrheit sein.

Translated by: theophil

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on