Wie einen Raum hinterlassen
In Hinsicht auf das Ego - sobald es ausquartiert ist, nimmt eine umfassendere Sicht seine Stelle ein. Einzig umfassenderes Verstehen vermag das Ego zu ersetzen. Du beginnst im Grunde, aus einer größeren Perspektive her wahrzunehmen und dich einzulassen.
Anstelle von Verletzung und Verbitterung dämmern größere Wahrheiten herauf.
Du hast erstrebt, die Dinge nicht persönlich zu nehmen. Wie flehentlich du gebeten hast, nicht mehr beleidigt, verletzt und verbittert zu sein! Du hattest genug. Mehr als genug davon. Du hast um die Befähigung gebeten, nicht herbei gerufene Worte oder Handlungen eines Anderen gelassen hinzunehmen. Du hattest genug Schmerz davon, was Andere nicht gesagt oder getan haben sollten, und genug Schmerz von ihrem Affront gegenüber deinem Ego. Du hast flehentlich gebeten, dass alle Fäden und Stiche von dir fortgenommen werden. Du hast erbeten, mit deiner in die Länge ziehenden Anfälligkeit und ihrem Landsmann namens Qual durch zu sein.
Nun findest du, dass dein Bestreben, es los zu sein, weiterhin die Dinge persönlich zu nehmen, von deinem Verlangen herkommt, deinen persönlichen Schmerz hinter dir zu lassen. Du hast ein anderes Motiv. Du möchtest nicht mehr länger, dass dein Schmerz irgendwo nachhallt, nicht bei dem Angreifenden, nicht in dem Milieu, nicht bei denen, die nach dir kommen. Du möchtest ihn nicht, und du hast schließlich erkannt, dass es nicht nötig ist, ihn zu haben, denn du hast ein größeres Empfinden des Selbst erlangt.
Du hast dich nicht willentlich über die Situation erhoben. Du hast entdeckt, dass du bereits emporgehoben bist.
Natürlich lässt du Meine Erwiderung die deine sein.
Es ist so, wie wenn du über Nacht in einem unaufgeräumten Zimmer bleibst. Nicht du hast diese Unordnung hergestellt. Du hast es so vorgefunden. Du warst ein unschuldiger Zuschauer. Und dennoch hast du freundlich das Bett gemacht und das Zimmer schöner hinterlassen, als du es vorgefunden hast. Weil du es ordentlich zurückgelassen hast, bist du in der Lage, mit einem guten Gefühl dort wegzugehen, oder du bleibst mit einem guten Gefühl.
Ob du bleibst oder weggehst, ist Moll, ist von geringerer Bedeutung. Die Beitöne sind Dur, von hoher Bedeutung. Du bist nun jemand, der einen Austausch mit Gefälligkeit hinterlässt. Und insofern gehst du unversehrt weg.
Sobald du dich über die persönliche Zurücksetzung erhebst, existiert die Frage hinsichtlich "Wer hat recht und wer hat nicht recht" nicht mehr länger. Das geht nicht einmal in die Gleichung ein. Du bist aus dem Vorwürfemachen heraus, du bist in die Verantwortlichkeit hinein getreten.
Ein Zimmer, in dem du weiltest, war chaotisch. Du hast nicht untersucht, wer dieses Chaos hinterlassen hat, und wer kommen sollte, um es aufzuräumen. Du hast es schlicht in einer freundlichen Art und Weise verlassen. Du hattest gute Manieren.
Vom Ego abgerückt hinterlässt du das Zimmer natürlich wohlaufgeräumt.
Vom Ego abgerückt - was die andere Seite tut, lädt dir nichts auf. Du gehst pfeifend deiner Wege, denn du hast den Raum sauberer verlassen, als du ihn vorgefunden hast.
Und demnach bist du in meine Schuhe getreten. Und demnach hast du ein gutes Gefühl.
Du lebst jetzt in einer neuen Bewusstheit.
Du hattest das Bestreben danach. Du wolltest es. Und so ist es.
Du erstrebtest, was Mein Wille war und ist.
Du hast nichts geopfert.
Du hast Befreiung von der Kleinheit erlangt. Das ist ein guter Zugewinn.
Befreiung von Kleinheit ist der Vorläufer zur Größe. Nun ist für Größe Raum geschafft, für stets-präsente Größe, die sich selbst zum Ausdruck bringt und ausweist.
Das ist Grund zum Feiern.
Das ausladendere Fassungsvermögen, was du jetzt innehast, ist die Feier deiner selbst. Egohaftigkeit schloss Feiern aus. Nunmehr, so du aus der Kleinheit heraus bist, feierst du. Das Leben ist die Feier.
Während das Ego nichts feiert, beansprucht es den Sieg, was freilich ist ein Sieg ohne Übereinkunft? Was ist irgendwas ohne Übereinkunft?
Das Einzige, was es zu gewinnen gibt, ist Einssein, und sie habt ihr bereits.
Demnach ist das Einzige, was euch zu gewinnen übrig bleibt, das Gewahrsein des Einsseins.
Und insofern feiert das Einssein sich selbst.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/wie-einen-raum-hinterlassen.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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