Größer als das Leben

God said:

Gott redete ...

Ihr denkt, alles sei mit allem mit Scharnieren versehen. Ihr nehmt eine Kette von Ereignissen wahr, jedoch ist das eine Fehlwahrnehmung. Eine Aneinanderreihung ist ein Resultat von Sprache. Ursache und Wirkung, die ihr seht, sind nicht so, wie sie scheinen. 'Wieder und wieder' ist nicht wahr. So wird es wahrgenommen, aber es stimmt nicht. Ihr sagt 1, 2, 3. Ihr sagt: "Das ist passiert, und dann ist jenes passiert, und jetzt ist dies passiert." Ihr seht, dass, etwa, Cupidus einen Pfeil abgeschossen hat, und dann seid ihr verliebt. Ihr seht, dass, etwa, jemand mit einem Gewehr schießt, und dann ist da der Schuss ins Schwarze. Beispiele dafür gibt es jeden Tag, jede Minute.

Natürlich, es sieht danach aus, dass eine Blume in einer bestimmten Abfolge blüht. Dies als erstes, dann das. Natürlich, es sieht danach aus, dass ein kleiner Hund ein wenig am Schwanz und ein wenig an der Nase wächst.

Ihr werdet euch wohl Millionen mal sagen: "Oh, wenn ich das bloß nicht getan hätte. Oh, wenn ich das bloß getan hätte, wie anders wäre dann meine Welt."

Pausiert eine Zeitlang bei diesem alltäglichen Denken und wundert euch über die Möglichkeit, dass alles auf einmal passiert. Stellt euch vor, dass es anstelle von Kausalität Simultaneität gibt. Was wäre, falls alles auf einmal passierte? Was wäre, falls es keine Vergangenheit und keine Zukunft gäbe. Was wäre, falls es nicht einmal Jetzt gäbe.

Geliebte, Zeit existiert nicht. Genau das sage Ich euch soeben.

Ich weiß, ihr denkt: "Aber hast du, Gott, nicht gesagt, dass meine Gedanken auf alles in der Nähe und Ferne einwirken? Meine Gedanken agieren den Satz aus: 'Aus dem Fehlen eines Nagels heraus ist der Schuh dahin ...' Also nun, ich bin mir sicher, dass du sagen wirst, es gibt kein nah oder fern. Was soll ich denken?"

Geliebte, ja, ihr wirkt auf einen Jeden und auf alles in der Welt ein. Ihr habt eine Auswirkung. Eure Gedanken haben einen Effekt, und dennoch, so seltsam es euch auch sein mag, gibt es keine Ursache und Wirkung. Eure Liebe reizt jemanden an, den ihr nie zuvor gesehen habt, und gleichwohl kann sich jene ungesehene Person über den Anreiz eurer Gedanken hinaus erheben. Sie kann sich über ihre eigenen erheben. Ihr könnt euch über eure eigenen erheben.

Das Konzept - und es ist bloß ein Konzept - von Ursache und Wirkung ist allzu vereinfachend. Diesem Konzept entkommt die Illusion des tadelnden Vorwurfs. Diesem Konzept des Vorwurfs entkommen auf die eine oder andere Weise Rückschlag und Bestrafung. Einen Beitrag leisten und Tadel vorbringen sind nicht genau das gleiche.

Alles leistet einen Beitrag.

Es ist so: Das Leben ist ein Orchester. Alle Instrumente spielen. Sie kommen ins Spiel. Das eine steht im Vordergrund, und andere scharen sich zu ihm, und aus den mannigfaltigen Instrumenten ist die Musik gefertigt. Alle Instrumente haben einen Ton, und jeder Ton trägt zu dem Ganzen bei. Alles trägt zu dem Ganzen bei. Und es gibt Instrumentalisten, die die Instrumente spielen. Wie und wann sie einen Atemzug nehmen, leistet seinen Beitrag, und doch, wer kann sagen, welches Instrument für diese Musik und ihre Schönheit, die in diesem Augenblick zu Gehör kommt, verantwortlich sei?

Geliebte, das Leben ist größer als das Leben!

Ihr seid in der Tat Teil eines Orchesters des Lebens, und ihr spielt einen großen Part in ihm. Ihr durchtränkt es. Ihr vergießt es. Ihr seid in jeder Hinsicht behilflich. Und gleichwohl seid ihr unschuldig. Indes seid ihr die eine Note, die gespielt wird. Ihr seid verantwortlich für den Ton, den ihr spielt, und doch trägt der Ton, den ihr spielt, zu der Musik als Ganzem bei. Einerlei, wie gut ihr spielt, oder wie gut die Welt euer Spiel erachtet, ihr arbeitet bloß auf das Instrument hin, was ihr spielt. Einerlei, wie armselig ihr in den Augen der Welt auch spielen mögt, ihr spielt schier das Instrument eurer selbst, was ihr spielt. Lasst keinen Menschen sagen, dass ihr für die gesamte Komposition getadelt werden sollt. Ein Jeder ist verantwortlich, und ein Jeder ist ohne Tadel.

Bekommt einen Augenblick lang euren Geist zu dem Konzept herum, dass es keine Sequenz gibt. Kriegt euren Geist zu der Auffassung, dass sich alles selbst auf einen Schlag in die Ewigkeit und Unendlichkeit hinein katapultiert.

Translated by: theophil

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on