Der Spiegel des Lebens
Sogar deine Gedanken kommen in Wellen daher. Wellen sind eine Bewegung des relativen Lebens. Der Ozean ist die Quelle.
Wellen haben ihre eigene Schwungkraft. Sie ziehen zurück, um voran zu treiben. Wellen kommen, und Wellen gehen. Der Ozean ist.
Du kennst die Stille des Ozeans und den Donner der Wellen, die zerschellen. Hier ist ein Hinein und Heraus. Hier ist ein Hoch und Nieder. Hier ist das Rollen des Karrens. Hier ist Kontraktion und Expansion. Hier ist das Wallen in dem Herzen.
Die Welt sieht es so, dass Gegensätze existieren. Aber insgesamt gesehen ist es eine Drehung des Rads. Oben ist ein Teil des Kreises des Unten. Hinein und Heraus sind eine Umdrehung. Es gibt Zusammenquetschen und es gibt Lösen. Es gibt einen Impuls, und es gibt das Abebben von ihm.
Alldas wird so gesehen, dass zweimal die Würfel rollen lassen eins ausmacht. Eine Welle windet sich selbst hoch, parat, dass sie selbst von einer anderen durchbrochen wird. Alldies liegt in der Gestalt des relativen Lebens. Indes sind da nach wie vor die Tiefen des Ozeans, und der Ozean ist ruhig.
Das Universum birst in Gesang hinein. Hoher Ton, tiefer Ton, es ist ein Lied, und es wird insgesamt wie neu gespielt, wie nie zuvor, hinwiederum wiederholt sich das Einssein immer und immerzu. Alles in der Welt ist Bewegung, und doch ist es Bewegung der Stille. Das Leben in der Welt ist ein Tanz der Bewegungslosigkeit.
Eine Parade des Lebens marschiert vor dir, und du befindest dich in der Parade am Marschieren. Ist das keine komisch scheinende Sache? Du bist Teil des Lebens, und doch bist du der alles-erkennende Beobachter von ihm. Was du beobachtest, bist du selbst. Und so siehst du dir zu, wie du dir selbst im Spiegel des Lebens zusiehst.
Du ziehst einen Atemzug ein und lässt einen ab. Jedoch ist es ein Atemzug, und dieser eine Atemzug hält die Erde und die Galaxien aufrecht. Die Welt ist weitverstreut, und doch liegt sie in deinem Handinneren.
Du mühst dich, die Unendlichkeit in Worte zu fassen. Die Worte liegen dir auf der Zunge. Du frohlockst im Klang, und du bezeichnest die Klänge. Sie werden zu Gegenständen. Sie tanzen vor deinen Augen. Sie fallen zu Boden und wachsen zu Bäumen heran. Die Bäume deiner Gedanken wachsen genau vor deinen rechten Augen.
Die Welt ist wie eine Decke, mit der du dich zudeckst. Sie ist ein folgenreicher Berg an Schwungkraft. Sie ist der Wald, und die Waldlichtung ebenfalls. Es ist das Flachland und die Hochstraße deiner selbst, die du umrundest. Es bist du selbst, der die Wundersamkeit deiner selbst erkundet, allerdings wagst du es kaum, das Wunder zu ergreifen. Du kannst es nicht in deiner Hand halten. Es ist einfach außerhalb deiner Zugriffsweite, allerdings nicht außerhalb deines Geistes und Herzens.
Du bist voll und du bist leer. Du bist alles, und du bist nichts. Du bist Oh, und du bist Ah, und du bist Ja, und du bist Nein.
Du kleidest dich selbst, und du entblößt dich selbst. Du kannst dich nicht vor dir verstecken, obschon du denkst, du würdest dich verbergen. Nichts ist vor dir verborgen. Alles ist offengelegt. Und alles enthüllt. Das Leben enthüllt sich selbst, und du bist der Enthüller.
Du trittst herzu und du ziehst dich zurück. Du ziehst zu dir heran und du löschst aus. Du erklärst und du schwörst ab.
Du bist die Stille Meines Herzens und seines Schlages. Meine Wunder – sie führst du aus, und du suchst dir unschuldigerweise das Nichtgewahrsein vor dem Gewahrsein aus.
Du suchst und du findest. Du lässt fallen und du hebst auf. Du bist die sich drehende Kurbel des Universums. Du lässt deine Hand vom Wasser umspielen.
Du versteckst dich in einem Schrank, und du siehst, wie du dich auf der Bühne befindest. Es gibt keinen Schrank, und es gibt keinen Vorhang. Es gibt alleinig Dich, und alleinig Mich. Du denkst, Osten sei Osten und Westen Westen, indes ist der Ozean Ozean, und die See die See, und du und Ich sind Eins.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/der-spiegel-des-lebens.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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