An der Küste

God said:

Gott redete …

Es stimmt ebenso, dass du am Ufer stehst und das Leben ein Floß auf dem Fluss ist, dem du zusiehst, wie es vorbeizieht.Du nimmst als Beobachter teil. Du bezeugst den Lauf des Lebens.
Es ist leicht zu glauben, dass das Leben einem gehört, dass es etwas ist, was man festhält, was man drückt und zieht, indes, die ganze Zeit über ist es etwas, das an einem vorbeirollt. Es zieht gerade jetzt vor deinen Augen vorbei. Deine Augen folgen seinem Lauf, und eine andere Rolle des Lebens kommt ins Blickfeld.
Es gibt kaum eine Pause zwischen einem Aspekt des Lebens und einem anderen. Der Fluss des Lebens fließt, und er wird von vielen Ufern auf allen Seiten des Ufers gesehen, und wird unterschiedlich gesehen. Jedes Augenpaar hat seine eigene Geschichte zu erzählen.
Natürlich gibt es eine Art Konsens. Es gibt ein gemeinsames Vokabular, und doch scheint jede Welle ihre eigene Version zu sein, die davonschwappt.
Begrüßung und Verabschiedung scheinen in einem Atemzug genannt zu werden. Jeder Beobachter am Ufer ist in den Fluss vertieft, hypnotisiert von ihm. Und doch ist alles, was geschieht, dies, dass ein Fluss mit einem Floß darauf vorbeifließt. Letztlich gibt es keine Geschichte zu erzählen, und der Fluss fließt weiter, egal wer am Ufer steht und ihn beobachtet. Egal, wer kommt und geht, gleich, wie das Wetter ist, der Fluss fließt weiter. Auch wenn du am Ufer stehst, hast du das Gefühl, dass du dich mit dem Fluss bewegst. Seine Strömung zieht dich mit, und doch schaust du vom Ufer aus zu. Nur deine Augen können ihm folgen.
Während du am Ufer stehst und dem Leben zusiehst, wie es seinen Lauf nimmt, kannst du auf einer Decke picknicken. Der Fluss wird fließen, und du kannst ihn genießen, während du an Kartoffelchips knabberst.
Das Leben ist wie ein Kunstmuseum. Man kann an allen Gemälden vorbeigehen und sie bewundern, unabhängig von ihrem Thema. Kunst ist Kunst. Kunst ist nicht abhängig von ihrem Gegenstand.
Wenn du große Kunst betrachtest, bist du nur ein Betrachter, und doch ist es so, als würdest du das Gemälde betreten. Du betrittst eine Tür des Gemäldes, um dir das Bewusstsein des Künstlers zueigen zu machen. Deine Erfahrung kann exquisit sein. Es kann aber auch sein, dass du in dem Gemälde nichts siehst, was dich anzieht, und du gehst einfach daran vorbei.
Du gehst vielleicht durch ein Blumenfeld und weißt, dass die Blumen für dich sind. Du liebst sie und pflückst einen Arm voll. Oder du bist mit deinen Gedanken ganz woanders, und die Blumen sind einfach da, vielleicht sogar im Weg. In jedem Fall gehst du durch die Blumen, und sie sind weg, weil du woanders bist.
Oder du sitzt auf dem Feld, so wie du am Ufer des Flusses sitzt, und früher oder später werden die Blumen verblühen und dich ohne sie zurücklassen. Ob du bleibst oder gehst, es wird dasselbe sein. Es wird sein, als wären die Blumen nie da gewesen.
Es gibt nur den Ort, an dem du dich gerade befindest. Aber auch das gibt es nicht, denn dies ist dein Traum, und kein Jetzt oder Später oder Vorher ist da. Der Fluss fließt wie in einem Traum, und so wie du deine Träume mit geschlossenen Augen beobachtest und glaubst, in ihnen zu sein, bist du nur ein Beobachter am Ufer eines Traums. Ganz gleich, wie real dir der Traum erscheint, Du siehst ihn nur an. Ob nah oder fern, es ist immer nur ein Traum.
Ob mit offenen oder geschlossenen Augen, du kannst nur das Öffnen und Schließen der Blume beobachten, die man Leben nennt.

Translated by: theophil

 

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