Am in Schwung Kommen
Gott redete …
Das Leben ist eine Seifenoper. Was für ein Flair für Dramatisches Meine Kinder doch haben. Das Leben in der Welt ist insgesamt eine Malerleinwand.
Die Tragödien reichen vom großartigen Drama bis zum eingelaufenen Kragen im Trockner. Oder von einem verloren gegangenen Schreibstift bis zu einem verlorenen Brief. Eine Tragödie kann alles sein, was es deiner Ansage nach sei. Und die eine Tragödie macht Raum für eine andere. Es gibt eine Parade von Tragödien, die alsbald abebben.
Viele Meiner Kinder scheinen in der Tat dem Theater den Vorzug zu geben vor dem Frieden. Das ist ein Bescheid. Es ist so:
Als Jack und Jill den Hügel hinunterfielen, kam es zu einer Schwungkraft, und sie fielen und purzelten, bis sie am Fuße des Hügels anlangten, wenn sie nicht an einem Baumstamm hängenblieben, der den Sturz aufgehalten hat.
Wir könnten sagen, das Drama in deinem Leben hat eine Schwungkraft, die bei dir nachhält, dass du den Drama-Hügel herunterrollst. Selbst am Fuß des Hügels findest du ferner Dramatisches, ein Aua oder vielleicht einen verborgenen Schatz. Ohne den Sturz, wie hättest du da den Schatz gefunden haben können!
Weswegen ist einen Hügel herunterfallen dermaßen fesselnd? Warum bist du in dem Drama verfangen?
Unter anderem ein Beweggrund könnte sein, dass dein Interesse mehr auf Was Sich Begibt liegt, denn auf irgendwas sonst. Du kannst dich ohne Weiteres mehr in Was Vor Sich Geht verhakt haben, denn du Interesse am Seien hast. Das Seien ist die Basis. Sich zutragen ist das, was auf der Oberfläche abgeht. Auf der Oberfläche kommt das Drama zu liegen. Die Oberfläche ist es, wo die Rennen gelaufen werden, auf die du Wetten abschließen kannst und bei denen du ab und an gewinnst. Sein ist solide, fest, es stützt all die Tätigkeit und möglichen Ausgänge. Das Seien ist eine sichere Sache, selbst dann wenn du dies in Vergessenheit geraten lässt.
In einem gewissen Sinne ist dein tägliches Leben mit Drama gefüllt, angefangen damit, dass du an einer roten Ampel zum Anhalten gebracht wirst, während du furchtbar in Eile bist, bis hin zu bei Rot die Ampel überfahren oder einen Platten bekommen oder deine Schlüssel oder deinen Geldbeutel nicht finden. Drama, Drama, Drama.
Auf das Seien kann man sich verlassen. Das Seien ist hinter den Kulissen.
In der Welt stehlen die vordersten Linien und Schlagzeilen die Show. Nirgendwo sah Ich eine Schlagzeile mit den Worten: „Du Bist Seiend.“
Nirgendwo habe Ich Hollywood verlauten lassen hören, das Seien sei der Star aller Filme. Nirgendwo hat es einen Seien-Fan-Club gegeben. Wo sind die Jubelrufe für das Seien? Hipp hipp hurra, Seien!
Das Seien wird für selbstverständlich angesehen. Natürlich, es kann sein! Es ist immerfort bei dir. Das Seien haut nicht auf die Pauke. Es macht nicht viel Wind um sich. Seien ist nicht dramatisch. Auf das Seien kann man sich verlassen. Es ist die Grundlage, und es ist immer standhaft. Nach wie viel Stetigkeit steht dir in einem Roman, den du schreibst, der Sinn?
So wie du Dramatik anstrebst, so ist es dir auch nach Wundern. Du wünschst sie dir. Du möchtest sie dringend. Das Seien ist tagtäglich, und es ist sein eigenes Wunderwerk, indes haut das Seien nicht auf den Putz. Es ist das Feld aller Möglichkeiten, die Möglichkeiten freilich faszinieren dich mehr, als die Quelle, aus der die Möglichkeiten herrühren.
Derart ist das tägliche Leben. Das Zeitweilige setzt großartige Wichtigkeit als gegeben voraus, während das Seien belassen bleibt, sich selber durchzuschlagen.
Du möchtest gerne etwas Aufregendes haben, über das du mit dem Nachbarn reden kannst. Und du möchtest gerne, dass die Nachbarin dir alle ihre Neuigkeiten erzählt!
Dir ist es nicht nach den täglichen Gerichtsverfahren – oder etwa doch? Du möchtest etwas mitzuteilen haben. Deine Augen liegen auf Menschen und Nachrichten und Schlagzeilen.
Und so stehen die Dinge.
Es ist für dich nicht so recht interessant, nach innen zu blicken. Ja, es liegt dir eher daran, das Äußere zu erkunden denn das Innere. Du möchtest lieber aktiv werden als still sitzen. Dies ist menschliches Leben, Geliebte. Dies ist es, weswegen du zur Erde gekommen bist. Und das ist in Ordnung so. Es ist voll und ganz angängig.
Es ist ebenso in Ordnung, zu bedenken, woher du kommst und wohin du gehst, anzuhalten, dich zu wundern und all die anderen Menschenseinswesen zu lieben, die gemeinsam mit dir die Welt auf die Schultern nehmen. Ge-heiliget seid ihr.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/am-in-schwung-kommen.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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