Zuvörderst, sei ehrlich mit dir selber

God said:

Gott redete …

Sagt bitte nicht, ihr hättet keine Zeit. Geliebte, es ist im Eigentlichen nie eine Frage von Zeit. Es ist fortwährend eine Frage von Vorlieben. Lasst Mich dies noch einmal sagen: Es ist immer eine Frage eurer Wahlen.

Ihr habt ein jedes Recht auf eure Prioritäten. Bestätigt euch alsdann die Prioritäten. Dass ihr keine Zeit hättet, ist eine Abschirmung, um verdeckt zu halten, was die Wahrheit ist.

Ihr entscheidet euch für eure Vorlieben. Es mag zahlreiche Gründe geben, weswegen ihr euch für die Prioritäten entscheidet, die ihr wählt, und weshalb ihr euch nicht für die Prioritäten entscheidet, die ihr nicht wählt. Das Beste ist, mit sich selber unversehens ehrlich zu sein.

Ihr zieht es vor, euch hinzusetzen und fernzusehen, anstatt die anstehende Hausarbeit zu erledigen. Der innere Antrieb, die Hausarbeit anzugehen, kommt auf den Rücksitz.

Ihr sagt vielleicht, ihr hättet einfach keine Kraft. Gewiss sieht es danach aus, sofern allerdings euer Freund anriefe und euch zum Tanzen einlüde, wie lange würde es da brauchen, dass eure Energie zurückfedert?

Es gibt Dinge, mit denen du dich durchaus gerne beschäftigen möchtest – Musik komponieren, dich körperlich fit halten, oder einen Kurs belegen, der dir am Herzen liegt –, und bei diesen Dingen kommst du nicht zur Sache. Vielleicht hast du Angst, nicht gut genug zu sein, und möchtest nicht scheitern. Was wäre, falls deine Musik niemandem gefiele und falls du dabei nichts Gutes zustande brächtest? Auf der anderen Hand, vielleicht hast du Angst davor, erfolgreich zu sein, wie auch vor den daraus resultierenden Umschwüngen in deinem Leben. Zum Gelingen gebracht haben könnte genauso gut eine Sorge sein.

Vielleicht möchtest du ganz einfach Zeit haben, um nichts zu tun oder um nicht etwas zu tun, was über dir hängt. Zuvörderst, sei ehrlich dir gegenüber.

Falls es etwas gibt, was du wirklich gerne tun möchtest, warum tust du es nicht einfach? Sofern du es wirklich gerne tun und nicht bloß den Gedanken daran haben möchtest, wieso bloß tust du es dann nicht?

Ein berühmter französischer Maler und Bildhauer stahl als Kind Kohle von der Herdstelle der Familie, um zeichnen zu können. Sein Vater war der Auffassung, Zeichnen sei Zeitvergeudung, und schlug dem Sohn auf die Finger, um ihn abzuhalten, sich die Kohle zu besorgen.

Das Kind hatte darüber hinaus einen höheren inneren Antrieb, denn es ließ sich nicht stoppen. Es trieb weiterhin Kohle auf und zeichnete mit seinen angeschwollenen geröteten Fingern.

Was für Hindernisse hast du um dich, denen du nachgibst?

Der Punkt hier ist der, dass du dich nicht an der Nase herumführst.

Eine holländische Insassin eines Konzentrationslagers hatte sich zum Texte Niederschreiben in einem Büchlein einer allerkleinsten Schrift zu bedienen, um umsichtig mit dem einzigen Papier umzugehen, was ihr zum Schreiben zugänglich war.

Ein amerikanischer Schriftsteller, der in einem 40-Wochenstunden-Job angestellt war, stand jeden Morgen in aller Frühe auf und arbeitete zwei oder drei Stunden lang an seinem Roman, bevor er zur Arbeit ging. Er brauchte elf Jahre, bis er zu Ende kam, der Roman geriet zu einem Bestseller, überdies wurde er verfilmt. Der Autor äußerte, dass er, wenn er nicht hätte zur Arbeit gehen müssen und wenn ihm mehr Zeit zur Verfügung gestanden hätte, mehr Zeit gebraucht hätte, den Roman zu Papier zu bringen.

So deine sehnlichen Begehren für dich schwer zu erreichen sind, ist dein Verlangen womöglich nicht stark genug. Vielleicht hast du eher das Gefühl, du habest - anstelle, keine Zeit zu haben - alle Zeit der Welt, und mithin verschwendest du sie.

Vielleicht gehst du den Weg des geringsten Widerstands, und lässt dich schlicht mit dem ein, was so gerade um dich herum vor sich geht.

Und dann gibt es da die Einlassung, momentan sei nicht die richtige Zeit dafür. Darin kann durchaus etwas Wahres liegen, und dennoch wird der Antrieb eher unwahrscheinlich von außenher eintreffen, derweil du, auf den richtigen Zeitpunkt wartend, die Zeit verplemperst.

Womöglich hattest du niemals die Gelegenheit – glaubst du das?

Ah, du kannst deine beiden Beine nicht in zwei Booten stehen haben, oder auch nicht in vier oder sechs. Du kannst dich allzusehr querbeet ausgerichtet haben.

Es gibt nichts, was du zu werden hast. Vielleicht ist das brennende Verlangen einfach nicht da. Auch so ist es recht. Mache dir einfach nichts vor, derweil es vielleicht so ist, dass du, egal worum es sich handelt, es dir nicht hinlänglich wünschst. Vielleicht ist es dir eher um das Hegen der Vorstellung zu tun, denn um das tatsächliche Tun. Worum geht es, was dich nicht voranrücken lässt oder was dich schlicht zurückhält?

Etwas in euch, Geliebte.

Translated by: theophil

 

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