Vergib der Welt
Wenn jemand zu euch nicht so freundlich ist, wie ihr es gerne sähet, dann ist das für euch ein Anlass, freundlicher zu sein als sie. Es mag sein, deren Worte, deren Haltung bedrohen euch. An der Stelle obliegt es euch, das zu geben, was sie nicht geben.
Falls ihr in dem Augenblick deren scheinbares Übelwollen nicht mit Gunst zu beantworten vermögt, dann sendet ihnen später, in der Privatheit eures Herzens, nachträglich euer Wohlwollen. Ihr erbittet nichts von ihnen; ihr erbittet etwas von euch selbst. Ihr bittet euch, zu einem Ort des Friedens zurückzukehren. Ihr bittet, dass euer Empfinden der Liebe wieder instandgesetzt wird. Jemandes Rede oder Handlung hat euch zurückgeworfen. Euer Empfinden des Wohlergehens kippelte eine Weile, und jetzt hebt ihr euren Kopf, keinesfalls aus Heimzahlung, sondern in der Hinsicht, was euch und dem Universum am Besten förderlich ist.
Ist es nicht frappierend, wie die Rüdheit oder Grausamkeit eines Menschen euch euren Tag verderben kann? Erobert eure eigene Macht zurück. Es ist misslich, dass euch jemand in armseligem Licht sieht. Das ist deren Unseligkeit, Geliebte. Das Unbehagen, was ihr ihren Worten oder Handlungen anhängt, ist das ihre. Es gehört ihnen zu. Eignet es euch nicht an. Nehmt ausschließlich, was euer ist.
Ersetzt nunmehr ärgerliche Gedanken mit Gedanken einen Rang höher.
Ihr seid in der Welt mehr als ein Erwiderer. Ihr seid ein Initiator. Früher oder später, auf die eine oder andere Weise, werdet ihr Wohlwollen in eurem Herzen in Gang setzen und eure schweren Gefühle los lassen. Nicht weil ihr gut sein solltet, sondern weil es das Einzige darstellt, was es zu tun gibt. Sich über einen Affront erheben bedeutet nicht, ihr seid ein Narr. Es bedeutet, ihr seid weise. Es macht euch nicht schwach, emporzusteigen. Es macht euch stark. Es gibt nichts, was ihr jemandem zu zeigen braucht. Es gibt viel, was ihr euch selbst zu zeigen braucht.
Geliebte, Geliebter, du wirst in den Augen der Welt nicht bei jedem vorankommen. Vielleicht ist es dir, in den Augen der Welt, angelegen, Unfreundlichkeit mit Unfreundlichkeit abzugleichen. Aber Ich möchte, dass ihr im Leben vorankommt, nicht dass ihr einen Anderen überflügelt und bei ihm vorankommt.
Habt nicht das Gefühl, dass ihr nachgebt, indem ihr euch emporhebt. Ihr behaltet euren Boden, Geliebte. Ihr lasst nicht die ungeschickte Ungeeignetheit eines Anderen sich mehr und mehr über euer Herz ausdehnen.
Falls euer Temperament in der Hitze des Augenblicks aufloderte - später ebbt es ab. Hatte es am Anfang aufzublitzen? Habt ihr euch jetzt schlecht zu fühlen? Wer sagt es, dass ihr das tut? Wer sagt, dass ihr, falls jemand einen Fehler begeht, das ebenfalls tun müsst? Wenn die Gedanken eines Anderen hässlich sind, müssen das die euren nicht sein.
Tue dich mit Jenen zusammen, die dich erheben. Wieso andersherum? Falls du dich in einer Lage befindest, aus der du dich selbst nicht befreien kannst, hebe deine Gedanken an und die Situation wird sich ändern. Es mag deinem Geschmack nach nicht bald genug der Fall sein, erwäge allerdings, dass sich die Lage mittels deines Denkens bereits geändert hat.
Denke nicht, dass Ich mit dir über Durchhaltevermögen spreche. Ich spreche zu dir, eine Beschaffenheit zu ändern. Du änderst eine Konfiguration, indem du ein anderes Element hinzufügst oder eines wegnimmst. Oder indem du etwas von innen nach außen kehrst. Oder indem du von einem anderen Blickwinkel her siehst. Oder indem du an einer höheren Stelle stehst. Oder indem du es erstrebst.
Hat es dich nicht manchmal nach einem guten Kampf verlangt?
Habe jetzt das Verlangen nach einem guten Gefühl. Es wird dich weit tragen.
Vergib den Despoten. Vergib den Unwissenden. Vergib Jenen, die unglücklich sind. Vergib ihnen ihre Schwierigkeiten. Vergib all Jenen, die nicht immer richtig liegen. Vergib dir selbst, dass du etwas übel genommen hast, unterdessen du Verstehen hättest geben können. Vergib Jenen, die der Auffassung sind, die Welt sei um sie herum zentriert, und die dich übersehen. Vergib der Welt für ihren Schimpf. Vergib der Welt für ihre Übertretungen. Vergib der Welt, die Welt zu sein, und wende deine Augen den Meinen zu.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/vergib-der-welt.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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