Selbst in der Welt ist das so

God said:

Aufgrund der illusionären Zeit und der Hinsicht, die du ihr bietest, fährst du ein Gefühl des Gedrängtseins ein. Du gibst der Welt statt, dir Dringlichkeit aufzuerlegen. Was ist so dringlich? Was wäre, falls wer weiß denn schon was nicht rechtzeitig fertig werden würde? Das stößt dir als Verhängnis auf.

Selbstverständlich, jetzt ist eine gute Zeit für alles, dennoch kann nicht alles in diesen Augenblick hinein gequetscht werden. Demnach reihen sich Dinge auf. Mache das eine fertig, und ein weiteres nimmt dessen Platz ein, mithin - danach sieht es doch aus - bist du bei der Zeit in einer schwierigen Lage, der unwahrscheinlich zu entkommen ist. Die Wahrheit lautet, der Zeit kannst du nicht voraus sein. Die Zeit hat ein Lasso, und damit fängt sie dich ein, und du bist in ihr verfangen. Egal wie gut du in deinen Arrangements mit der Zeit bist, die Zeit sticht dich aus. Die Illusion zofft derart mit dir, und, du, das unschuldige Du, das wackere Du, meinst dauernd, du könnest die Zeit einholen. Sie ist erbarmungslos, sei infolgedessen dir gegenüber barmherzig. Der Durchlauf der Zeit ist ein Treppenhaus mit einem Laufrollband, und es bringt dich eine Runde nach der anderen um den Block herum und lässt dich niemals vom Band herunter.

Mit der Zeit kannst du niemals ein Rennen gewinnen.

Die Zeit möchte dich gerne überreden, dass das Leben linear sei, unterdessen es alles außer linear ist. Die Zeit möchte dich gerne über Abfolgen unterrichten. Sie ist wie ein Benzintank, der niemals aufgetankt wird. Die Zeit stellt einen Alarm ein. Sie möchte dich gerne außer Atem sehen.

Schließe deinen Frieden mit der Zeit. Du kannst sie eigentlich nicht verschwenden. Du kannst sie im Grunde nicht verausgaben, denn sie ist eine Art Agent für sich selbst.

Die Ewigkeit ist eine andere Geschichte. Sie mag als zeitlos gedacht werden, aber das ist nicht ganz zutreffend. Es kann keine Zeitlosigkeit geben, während Zeit nicht existiert. Es gibt keine Zeitlinie, die man ziehen kann. Unterdessen Zeit sich stets in einer Unrast befindet, ist die Ewigkeit schier da. Wir könnten die Zeit als Lärm bezeichnen, und die Ewigkeit – als was können Wir die Ewigkeit bezeichnen außer als keine Zeit insgesamt. Die Ewigkeit ist ein Gefilde des Friedens. Sie ist außerhalb des Bezirks der Zeit. Sie hat mit der Zeit nichts zu tun. Zeit ist eine Maßgabe, und Ewigkeit ist maßlos. In der Ewigkeit gibt es kein Tick-tack.

Die Zeit ist eine Zumutung, eine Auferlegung. Sie bürdet sich dir auf.

Die Ewigkeit ist mehr wie ein wunderbares Rückenpolster oder eine himmlische Matratze. Ewigkeit ist, wo sie zugegen ist. Es gibt nichts außer Ewigkeit.

In der Welt werden Zeit und Raum wechselseitig austauschbar und sie fügen Gerümpel hinzu. Der Geist kommt ans Ruder. Sobald er übernimmt, wird die Liebe die Zweite in der Reihe. Sie kann sogar zu einer Nicht-Entität werden, und du kannst etwa als eine Ware gedacht werden. In der Welt ist eine Menge Fiktion anzutreffen, Geliebte, und man glaubt mächtig an sie.

Es ist, als ob du einen Maskenball besuchst. Jeder ist verkleidet. Nichts ist, wonach es aussieht. Oder du sitzt bei einem Zirkus auf der Tribüne, und ein Wissen darüber, was – selbst in weltlichen Bezügen – echt, und was ein Trick ist, ist dir nicht zur Hand. Ist der Clown ein Clown, fällt er ins Wasser, und ist er dir zeitweilig hilfreich, bei seinen Sprüngen auf der Bühne im Zirkus Zeit und Raum zu vergessen? Selbst während der Clown in Bewegung ist, hilft er dir, Bewegung zu vergessen. Einen Augenblick lang ist dein Herz still, ist dein Geist still, und du setzt den Glauben an Zeit und Raum und an all dieses, Zeit und Raum begleitende Hoch- und Runterspringen aus.

Die Zeit kann sich dir entziehen, hinwiederum ist es für dich nicht so einfach, der Zeit zu entschlüpfen, während du auf der Erde lebst, demnach gehst du mit ihr einher. Sei zugleich eingedenk, dass die Zeit nicht dein Meister ist. Die Zeit regiert nicht. Liebe tut das. Die Zeit ist so gut wie nichts. Wo Liebe ist, da nimmt Zeit einen Rücksitz. Selbst in der Welt verhält es sich so.

Translated by: theophil

 

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