Lasse Gott von deinem Herzen hören
Zeige Mir dein Herz an.
Das höre Ich dein Herz sagen:
"Liebster Gott, hilf mir, Deine Schöpfung zu besingen. Hilf mir, zu akzeptieren statt zu verurteilen. Hilf mir, zu lieben statt nicht zu lieben. Hilf mir, Dir zu folgen und Meine Größe zu finden. Falls ich Deinem Willen folge, wie werde ich sodann ins Taumeln geraten können? Wie vermag ich sodann durch das Leben verdutzt zu werden?
Ist es so, dass ich das, was falsch ist, lieben soll? Lieben, was ich als falsch sehe? Nein, mir steht es an, über Falsch hinaus zu sehen. Sofern ich die Seelen der Menschen sehe, was Falsches kann ich dann sehen?
Aber ich sehe Kummer in der Welt, O Gott. Ich sehe, was grausam und unfair zu sein scheint. Wie werde ich gegenüber dem Schmerz unvoreingenommen, selbst dann, wenn es sich um den meinen handelt?
Sobald ich in Deine Augen schaue, wie ist es dann für mich möglich, ein Gewahrsein von Schmerz zu haben? Wie ist es für mich möglich, etwas anderes als Deiner gewahr zu sein, solange Deine Augen auf den meinen liegen? Und dennoch, mein Herz schmerzt.
Ich spüre große Liebe von Dir. Wieso kann ich dann nicht das gleiche gegenüber allen Anderen und allen Situationen spüren? Welcher Mensch und welche Lage vermögen nicht mit Liebe umgestaltet zu werden? Was ist diese Liebe? Fülle mich mit ihr. Ich bin ihrer ledig, lieber Gott.
Ich fühle in meinem Herzen keine Liebe. Hilf mir, mein Herz mit Liebe zu füllen. Du sagst, mein Herz sei voll der Liebe, wann jedoch ist es, dass sie offengelegt wird? Wann sehe ich sie?
Manchmal habe ich das Empfinden, dass Ideale bloß Ideale sind, und dass sie nicht gelebt, nicht einmal geliebt werden. Es fühlt sich so an, dass Ideale die Entfernung von sich selbst betonen, und dass die Welt weint.
Warum wird das Ideal nicht gelebt? Warum lebe ich es nicht?
Wieso ist der Kontrast zwischen dem Leben, wie es gelebt wird, und dem Leben, wie es angelegt ist zu sein, derart groß? Ist somit die gegenwärtige Gradeinteilung diejenige, die vorgesehen ist, und die demnach zu lieben ist? Dann in der Tat muss ich die Sache anders sehen.
Hilf mir, mich zu der Vollheit des Lebens zu erheben. Hilf mir, Freude statt Kummer aus dem Leben zu drücken. Hilf meinem Herzen, darüber, was es auch bestürzt, hinweg zu springen.
Du, Der Du die Weite erschaffen hast, kannst Du nicht Freude in mir erschaffen, unauflösliche Freude, Freude direkt vor mir, wo ich sie sehen kann und wo auch Andere sie sehen können?
Ist ein dauerndes Glück in der Welt nicht mehr als ein Märchen? Falls Märchen wahr sind, wieso werden sie dann nicht gelebt? Wo sind die Prinzen und Prinzessinnen? Wo sind die Zauberer, und wo deren Zauberstäbe? Wo werden die Träume Wirklichkeit?
Mir muss die Dankbarkeit fehlen. Wäre ich dankbar, wie könnte ich dann gegenüber der Freude blind sein? Soll ich sogar meine Blindheit lieben, denn meine Blindheit bedeutet ja, dass es rund um mich herum Schätze gibt, die ich nicht sehe.
Gott, gib mir nicht Hoffnung, solange sie sich nicht als ein Vorreiter der Wahrheit ausweist. Befreie mich von der versagten Hoffnung. Sofern Hoffnung Illusion ist, befreie mich von ihr.
Gib mir Deine Sicht. Gib mir jetzt die Wahrheit."
Ich antworte dir:
Im Leben befindest du dich auf einer Feier, und du hast verbundene Augen und stößt auf eine Piñata [s.u. - ThB] zu. Dass deine Augen verbunden sind, bedeutet nicht, dass du blind bist. Und du, du selbst, bist natürlich die mit allerhand Schätzen gefüllte Piñata. Deine Konfusion und deine Gebete sind der Stock zum Stochern. Die Wahrheit wird sich aus dir heraus ergießen. Die Wahrheit ist nie unbegründet. Aber du hast sie zu finden. Und du findest sie, indem du sie erstrebst. Erstrebe die Wahrheit, und du wirst anfangen sie zu finden. Die Wahrheit, die du suchst, ist bereits dein, denn sie liegt inwendig in dir. Nichtsdestotrotz, es wird danach aussehen, als würde sie zu dir hin gelangen.
Du hast das Empfinden, es gebe für dich eine große Kluft zu überqueren. Die Kluft ist eine Illusion. Davonweg-Sein ist Illusion. Während Wir sprechen, beseitigst du eingebildete Distanz. Die Wahrheit beginnt zu dämmern, denn, bin Ich nicht hier, und du bei Mir?
~ ~ ~ ~
[Anm. zu 'Piñata': Die Piñatas sind bunt gestaltete Figuren, heutzutage aus Pappmaché, früher aus mit Krepp-Papier umwickelten Tontöpfen, die bei Kindergeburtstagsfeiern mit Süßigkeiten, traditionell jedoch mit Früchten gefüllt sind. Sie sind in Lateinamerika, vor allem in Mexiko, zur Weihnachtszeit und in Spanien zu Ostern verbreitet.
Ähnlich wie bei dem Spiel „Topfschlagen“ schlagen Kinder, deren Augen verbunden sind, abwechselnd mit einem Stock auf die Piñata ein, bis sie zerbricht und es Überraschungen regnet. Die Piñata hängt dabei meist an einem Seil über den Kindern, und ist nur mit dem Stock erreichbar. Jeweils einem Kind werden die Augen verbunden, und jedes Kind darf dreimal versuchen, mit einem Stock die Piñata zu treffen und sie dabei zu zerbrechen. Zerbricht die Piñata, dürfen alle Kinder soviel aufheben, wie sie erwischen können. Dabei wird gesungen, um dem Kind zu helfen, die Piñata zu finden und treffen. (Aus: Wikipedia)]
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