Könnte die Erde etwas anderes als rund sein?

God said:

Könnte die Erde etwas anderes als rund sein? In der Rundheit liegt Ganzheit. In der Rundheit gibt es einst sein. Die Sonne ist rund. Der Mond ist rund. Alle Planeten sind rund.

Stelle dir einen Kreis vor, der so groß ist, dass du den Umfang nicht ausmachen kannst. Vielleicht kann es keinen geben. Vielleicht gibt es keinen, denn dieser Kreis ist unaufhörlich am Sich-Ausweiten. Es ist ein Kreis, der erblüht. Er blüht fortwährend mehr und mehr auf. Wo hinein blüht er auf? Wozu wird er, dieser stets sich ausweitende Kreis? Und wo nahm er in seiner Rundheit seinen Anfang?

Stelle dir einen Kreis voller Licht vor, seine Strahlen so hell, dass deine Augen den Mittelpunkt von ihm nicht zu erkennen vermögen. Da ist so viel Licht zugegen, dass du nicht sehen kannst, woher das Licht kommt. Alles, was du sehen kannst, ist Licht. Alles, was du sehen kannst, ist, dass es Licht gibt, und dass Licht ist. Das Licht ist so hell, dass du in dem Licht nichts unterscheiden kannst. Es wird nichts geben, was in dem Licht, das so hell ist, zu unterscheiden ist. Es mag nichts anderes als Licht geben, und Licht ist alles einschließend.

Stelle dir vor, dass du inmitten dieses Lichts lebst. Stelle dir vor, dass du ein Abschnitt dieses undifferenzierten Lichts bist. Indes, wie kannst du ein Teil dessen sein, was keine Teile, keine Auftrennung, keine Flecken, keine Stellen, nichts hat, außer schlicht unmittelbar auftretendes Licht, was hervor wogt und wälzt wie Wellen, Licht, dem es ausnehmend gut geht, Licht, was nichts anderes kennt, was weder Zeit noch gut oder schlecht kennt, was nichts außer das Licht selbst kennt, was nichts außer sich ausweitende Ewigkeit kennt, was sich um sich selbst windet, was sich hochschaukelt, was freudevolles Licht tanzt?

Eingetaucht in dem Licht, wie würdest du bloß wissen können, dass dieses uneingeschränkte Licht Licht ist? Es gäbe keinen Namen für Licht. Es gäbe für nichts einen Namen. Es gäbe nichts, um es zu bezeichnen. Es gäbe die Seienshaftigkeit des Lichts. Es gäbe das Seien, was in seinem eigenen Licht tanzt. Es gäbe diese Energie, die bereit ist, in Gesang hinein zu bersten, die ins Spiel kommt, die über sich selbst implodiert, die die Ganzheit ihres Seins repliziert, die sich ausrollt und wieder einrollt, die in immer stärker sich ausweitenden Kreisen um sich selbst kreist, die sich selbst umarmt, so, als gäbe es keinen Anderen, unterdessen es alldieweil keinen Anderen gibt.

Was wäre, falls die Replikation dieses Einsseins sein Einssein vergäße? Was wäre, falls die Replikation nicht einmal an das Einssein glaubte, sie sich nicht ausmalte, sie weder erkennte noch verehrte, sich ihrer nicht entsänne, sie nicht besänge, sich nicht nach ihr umschaute, sie aus ihrem Gewahrsein verbannte, ihr den Rücken kehren würde, so, als hätte es Einssein niemals gegeben?

Was wäre, falls dieses reflektierte Einssein unentwegt in die Bassins voller Licht blickte und sich selbst darin sähe, wie es auf der Oberfläche schimmert? Was wäre, falls es sich vorstellte, was auch immer es sich vorstellte, und falls das, was es sich vorstellte, dazu gelangte, zu sein? Es stellte sich Wasser vor und schwamm in ihm. Es stellte sich Gehwege vor und ging auf ihnen. Es stellte sich andere Seinswesen vor, die ihm gleich und ihm ungleich sind, die herumliefen, und den Gehweg und den eingebildeten Raum füllten, den es zur Welt kürte. Was wäre, wenn es sich, wohin es sich auch wendete, selbst sähe und nicht wüsste, dass es es selbst ist? Was wäre, dass es sich alles in die Existenz hinein vorstellte, so, wie ein Künstler eine Zeichnung da hinzeichnet? Was wäre, falls seine Augen die Linsen einer Kamera oder eines Kaleidoskops wären, und falls es an alles glaubte, was es sah, so, als sei es von überall her vor es hin gesetzt worden? Es hätte das Anderswo erfunden.

Und was wäre, falls es etwas ungenau erinnerte, indes nicht genau wüsste, was es denn war? Es vermochte sich darauf nicht scharfzustellen, weil es immer noch undifferenziert, entschieden zu groß und viel zu herrlich war, um sich inmitten des brüchigen Rahmens, den es sich für sich selbst errichtet hatte, zu begreifen. Was wäre, falls es sich vorgestellt hat, es sei irgendwo gestrandet, unterdessen es nach wie vor in dem aufflammenden Licht eingetaucht ist, aus dem es bloß der Einbildung nach abgeirrt war?

Translated by: theophil

 

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