Ihr betretet eine Welt der Weite

God said:

Ihr betretet eine Welt der Weite; was groß schien, ist nicht mehr länger groß. Ihr habt euch in die Weite hinausgewagt und seid somit der Kleinheit verlustig gegangen, die sich um euch herum versammelt hatte. Weite weitet aus, und Kleinheit zieht zusammen. Eure Augen weiten sich, und eurem Herzen kommen seine dürftigen Vergrämtheiten abhanden. Kleinheit wird zu einer Sache der Vergangenheit. Ihr werdet euch nicht einmal mehr der Dürftigkeit erinnern, so klein war sie.

Während eure Sicht expandiert, will es euch scheinen, dass ihr die Weite immerfort kanntet, dass ihr euch selbst aber von ihr verlocken ließt. Die Weite war derart weit und derart schön, dass ihr sie kaum ertragen konntet. Das Licht war so hell, dass ihr das Empfinden hattet, ihr hättet eure Augen vor ihm zu schützen, und auf diese Weise saht ihr nicht alles, was es zu sehen gab. Ihr fandet die Möglichkeit überwältigend, ja gar verwirrend. Ihr dachtet, es sei etwas, über das man sich Sorgen zu machen habe.

Die Dinge liegen so: Es war wie im Schatten sein und danach in die hellste Lichtheit der Sonne hinausbrechen; ihr müsst losrennen und euch Sonnenbrillen holen. Ihr konntet ohne Sonnenbrille noch etwas sehen, aber ihr konntet die Helligkeit, wie sie wirklich war, nicht recht sehen. Und die Farben, die ihr saht, waren nicht genau diejenigen, die sie eigentlich waren. Und ihr, Meine Geliebten, gewöhntet euch an die Sonnenbrillen. Ohne eure Beschattung fühltet ihr euch ein wenig verloren.

Ihr fühltet euch verdutzt, wenn ihr die Sonnenbrille abnahmt, denn nichts war so recht mehr das gleiche, und ihr spürtet euch ein wenig aus der Fassung gebracht. Es ist nicht so, als ob euch ein Stuhl unten weg gezogen worden wäre, aber etwas davon war es. Wumm. Nichts war mehr so recht, wie es sein sollte, während in Wirklichkeit alles so war, wie es sein sollte, ja vielmehr, alles war einfach so, wie es wirklich war.

Es war so, wie wenn ihr es gewohnt wart, aufgetaute Blaubeeren zu essen, und jetzt habt ihr die frischesten, blauesten Blaubeeren mit dem süßesten, köstlichsten Schlagrahm vor euch, sodass ihr es nicht so recht glauben könnt, dass ihr es wirklich seid, die hier mit einem Löffel dasitzen, wie ihr euren Löffel in die Blaubeeren und die Sahne eintaucht, wie ihr sie probiert, sie hinunterschluckt, wie ihr sie so sachte, so saumlos hinuntergehen spürt, fast, als wäre es zu gut, um wahr zu sein.

Früher habt ihr dem entsprochen, was noch nicht gut genug war, um wahr zu sein. Wahr ist tatsächlich sehr gut.

Es war so, als wärt ihr in ein allerschönstes wertvolles Gemälde hinein getreten. Ihr wart in ihm! Ihr fragt euch, wie ihr dorthin gelangt seid, wie lange ihr bleiben könnt. Ihr fragt euch, was das Ganze soll und ob ihr euch je an eine solche Landschaft gewöhnen werdet, in der ihr euch befindet, und wie all das Gewöhnliche wohl sein Auskommen mit euch haben werde.

Ihr betretet andere Dimensionen, und doch fühlt ihr euch einem kleinen Pappkarton gleich, so, als wärt ihr überhaupt nicht in Dimensionen anwesend.

Ihr hört die Uhr nicht mehr so stark ticken.

Es ist so, als wärt ihr ein wenig aufgeschreckt, da eure Beine länger gewachsen sind.

Was passiert, ist, dass mehr von eurem Ego aus dem Weg geht. Davon, die Dinge persönlich zu nehmen, gibt es weniger. Du hast immer noch dein Herz, aber du nimmst dir nicht alles so zu Herzen. Unparteilichkeit ist zugegen. Los Lassen ist da. Da ist etwas, wobei das relative Leben nicht mehr länger derart bestimmend ist. Es ist nicht so, dass du dich nicht kümmerst, aber du bist nicht mehr so sehr behelligt. Das Leben ist mehr so wie Wasser, das dir am Rücken hinunter abläuft.

Bei allem gibt es nicht so viel Getue, nicht so viel Pro und Contra. Dein Glücklichsein ist schlüssiger. Die Spitze ist nicht so hoch. Das Unten nicht so niedrig.

Geliebte, ob ihr es mögt oder nicht, ihr habt einen Zugewinn an Gleichmut. Ihr seid nicht so zerzaust. Ihr seid nicht so schockiert. Das Leben hat nicht mehr ganz die Wichtigkeit, die es gewöhnlich hatte. Es ist nicht so, dass ihr euch kontrolliert. Es ist schlicht so, dass ihr stetiger, konstanter, mehr mit dem Leben im Reinen seid, so wie es bei euch anlangt. Es beeinträchtigt euch nicht mehr so sehr.

Das Leben ist nicht langweilig, aber ihr geht lockerer mit ihm um. Es ist nicht so beschwerlich. Genauso ist es nicht mehr so ekstatisch wie zuvor.

Es ist eigentlich nicht das Leben, was sich änderte. Ihr habt euch geändert. Eure Wahrnehmung hat sich gewandelt. Ihr seid mehr beim Leben zuhause, selbst wenn ihr im Begriff steht, euch mit dem unwandelbaren Gefilde von euch unterhalb der Veränderungen in Einklang zu bringen.

Translated by: theophil

 

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