Herz und Laune sind nicht das gleiche
Manchmal ist es nicht leicht, den Unterschied zwischen deinem Herz und wunderlichen Einfällen zu kennen. Du mögest immer dein Herz beköstigen, nicht aber immer deine Capricen. Marotten sind Glasur. Dein Herz ist der Kuchen.
Glasur ist etwas Gutes, allerdings in einem guten Verhältnis zum Kuchen.
Unter Marotte meine Ich, du möchtest etwas so, wie du es möchtest, vielleicht aus keinem anderen Grund als dem, wie du es gerne magst, selbst wenn sich die Marotte mehr zu deinem Schaden als zu deinem Vorteil erweist. Sobald du etwas oder jemandem nicht zuhören kannst, ist das möglicherweise dann der Fall, wann du den wunderlichen Einfall laut hörst. Wenn du mehr ausgibst, als du verdienst, sind womöglich Launen am Werk. Das neueste Modell von etwas haben ist womöglich mehr Laune als Nutzen.
Es ist weise, auf deinem Arbeitstisch eine Rose stehen zu haben, denn sie erinnert dich an die ewige Schönheit im Leben. Du wirst es wohl lieber mögen, eine Rose vor dir zu haben, als ein belegtes Brot zu essen. Das ist deine Wahl. Das ist schön. Das ist eine Entscheidung, die zu treffen dir anliegt. Manchmal aber obliegt es dir, wunderliche Einfälle beiseite zu legen. Mitunter scheinst du nicht imstande zu sein, Launisches einfach an der Seite liegen zu lassen. Zu anderen Zeiten kannst du es nicht, oder bist du dir nicht gewahr, dass Launisches inbegriffen ist, oder dass du eine Wahlmöglichkeit innehast.
Sobald es sich auf Capricen beläuft, triffst du öfters unbewusste Wahlen. Du hältst an etwas fest. Du handelst unter Zwang, nicht unter Wahl, so, als gebe es etwas, was du haben musst, um zu leben. Du bist erbittert darauf, obschon dein Leben kaum davon abhängt.
Zuhören bedeutet nicht gehorchen. Es bedeutet einfach zuhören. Horche auf Anhaltspunkte im Universum, die in deinem Leben eine Seite umblättern. Launenhaftes hält das Leben häufig an der Stelle, wie es war, während das Leben im Grunde weitergehen möchte.
Launen nachgeben weitet gewöhnlich deine Sicherheit nicht aus. Es wird deine Unsicherheit wohl noch verlängern. Du möchtest Eleganz, zarte Eleganz. Aber vielleicht hast du bei deiner Auswahl der Eleganz der Harmonie nicht den Vorzug gegeben. Der Tisch, der mit feinem Chinaporzellan und Silber gedeckt ist, verdient ein Tisch zu sein, an dem Friede und Harmonie herrschen. Besser einen Tisch mit Plastikgeschirr decken und Harmonie haben. Besser Harmonie als den exquisitesten Tischschmuck der Welt um sich haben. Aber das weißt du bereits.
Launen sind gelegentlich auf den Status ausgerichtet. Manchmal lässt du dich von einer Laune leiten, bloß, um dahinterzukommen, dass sie kein Traum ist, der Wirklichkeit wurde. Manchmal sind Marotten schier Muster, die du wiederholst. Manchmal sind wunderliche Einfälle kurzsichtig. Manchmal beköstigen sie das Ego.
Eine solch feine Linie zwischen gut zu dir sein und dein Ego stärken ist zu verzeichnen. Darüber, Geliebte, müsst ihr nicht so viel nachdenken. Ihr mögt das Leben ohne allzu viel Denken leben. Merkt allerdings, wann ihr auf Automatik steht. Habt acht. Automatik ist nicht das gleiche wie spontan. Automatik wiederholt sich selbst. Lasst mehr los, als ihr festhaltet.
Wenn du spontan bist, bist du für die Gegenwart verantwortlich, nicht für die Vergangenheit. Wenn du spontan bist, bist du nicht angehaftet. Launen sind öfters eine Art Anhaftung an eine Idee, die für dich keine große Vergütung innehalten wird. Setze dich von Anhaftung frei.
Süchte können als Launen betrachtet werden, die dein Leben übermannt haben. Du hast ihnen weitaus mehr Macht überreicht, als sie wert sind und als du es verdienst. Du verdienst es, frei zu sein. Du verdienst es nicht, zurückgehalten zu werden.
Ich segne dich und biete dir Mein Herz dar. Ich habe keine Launen. Ich habe Liebe.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/herz-und-laune-sind-nicht-das-gleiche.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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