HEAVENLETTER # 5454 Der Träumer des Traums
DER TRÄUMER DES TRAUMS
Gott redete …
Ich rufe deinen Namen. Hallo, sage Ich.
Manchmal hörst du, und manchmal nicht. Manchmal hast du es lieber, nicht gerufen zu werden. Es bringt dein Augenmerk auf so allerhand Dinge durcheinander. Stelle dir vor, Gott eine Einmischung! Lasse dich alsdann unterbrochen werden von der Träumerei verflossenen Lebens und des schnodderigen Lebens. Lasse Mich dir Meine Hand auf die Schulter legen, sodass du dich herumdrehen, sodass du dein Leben herumdrehen und dein Spielfeld in all seiner eingebildeten Zeit und Raum anheben kannst.
Nun ist die Zeit da, dich zu ehren und zu bewahren vor dem Vergeuden von Zeit, welche nicht einmal existiert. Komme, schwebe in den Himmel zu Mir hoch. Lasst Uns eine Reise des Sich-Preisgebens angehen. Lasst Uns auf Unserem Weg zu einer neuen Kamera des Lebens sein. Hast du nicht genug gehabt von dem Anderen, von der verfahrenen Situation der sogenannten Vergangenheit?
Lasst Uns eine Reise zu den Sternen antreten. Last Uns die Filmrolle des Lebens Zurück spulen, und von neuem anfangen. Lasst Uns eine andere Melodie, eine mildere Melodie vernehmen. Verfolge nicht zurück. Starte von vorne und von vorne und von vorne. Worum geht die ganze Gegenwart überhaupt?
Freue dich, du bist du. Worum auch immer das Leben deiner Vorstellung nach handelt, stelle dir mehr vor. Um dir mehr vorzustellen, musst du mehr leermachen. Lasse nicht deine Gedanken dich zurückhalten. Lasse dich ein Vakuum verfüllen unter frischen Modalitäten. Kein Sitzenbleiben auf deinen Lorbeeren mehr. Das Präsente ist nicht mehr länger präsent. In der Minute, in der die Gegenwart sich zu begeben scheint, ist sie nun zur Vergangenheit verbannt. Die Zukunft stellt sich früh genug vor deinen Augen ein.
Bezweifelst du das, was Ich sage? Hegst du Zweifel, dass es dir anliegt, voranzurücken, und, indem du das tust, die Vergangenheit los zu lassen? Wie kannst du vorangehen, derweil du deinen Kopf auf das Kissen des Vergangenen legst und ihn dort belässt? Die Vergangenheit ist nachgerade bloß eine Rückbesinnung dessen, was - es war einmal - ein Traum war.
Du denkst, der Traum sei real, er sei real gewesen, gleichwohl warst du der Träumer des Traums. Ein Vorkommnis schien sich zu begeben, ein Traum, umrissen bis ins letzte Detail, dennoch war es ein Traum. Ja, es hätte ein guter Traum gewesen sein können, oder er schien eher ein Alptraum gewesen zu sein – insgesamt nichts, wovon du gerne geträumt haben wolltest. Besser, du vergisst es, hinwiederum scheint es, die vormaligen Träume der Vergangenheit verbleiben bei dir, so, als würden sie die Zukunft vorhersagen.
Es gibt keine Zeit. Es gab nie eine Vergangenheit. Es war insgesamt ein Traum, den du in lebhaften Farben hattest. Du rufst dir deine Träume mehr ins Gedächtnis als Mich. Der Traum stieß sich einen Weg hinein frei, und es ist für dich nicht einfach, ihn los zu lassen. Du bist dir sicher, der Traum geschah im realen Leben. Was du reales Leben nennst, ist ein Traum, den du hast. Während du ihn hast, fühlt er sich unzweifelhaft real an. Illusion ist dir sehr real. Unter Umständen hast du eine Narbe. Jene scheint wie ein Beleg von etwas Realem, was sich ereignet hatte.
Dennoch ist ein Traum ist ein Traum ist ein Traum. Schau her, hier ist die Tür, genau hier, die Tür, die in deinem Traum vorkam, deren Schloss du nicht herumdrehen konntest, weder um sie zu öffnen noch um sie zu schließen. Du konntest nicht hineingelangen, und nicht heraus. Diese Tür, deren Knauf du nun herumdrehen kannst, ist zudem ebenso bloß eine Kulisse in einem Traum. Du spielst eine Rolle in einem weit reichenden Film, in dem viele Andere ebenfalls einen Part spielen.
Du siehst deutlich, was nicht wirklich da ist. Deine Beachtung liegt auf diesem Film. Du hast das Gefühl, dein Leben hänge von diesem Film ab. Nein, der Film hängt für seine wirklichkeitsgetreue Darstellung von dir ab. Du heftest unentwegt deinen Blick auf den Film, welcher niemals war. Dieser Film ist auf dich angewiesen. Du drehst die Filmspule. Du hast in dem Film die Hauptrolle.

