Heavenletter # 2288 Es kann überall geschehen
Gott redete …
Sich der Wahrheit entsinnen ist nicht wie sich an all diese Dinge erinnern, die ihr in eurem Sinn habt, um sie nicht zu vergessen. Sich der Wahrheit erinnern ist eine lodernde Flamme des Lichtes. Es ist eine Einsicht, welche hervorbirst. Es ist keine Anstrengung dabei. Kein Kopfzerbrechen. Und es hat keine Einbildungskraft nötig. Schlicht so wie wenn dein Freund geradewegs vor dir ist, und du hast dir seine Präsenz nicht einzubilden. Er ist da.
So wie die Sonne dämmert, so hat es gedämmert. Und so dämmert die Wahrheit auf euch. Ihr seid ein Beobachter von ihr. Sie kommt einfach über den Horizont in einem bestimmten Augenblick, wo ihr gerade hier seid um zuzusehen. Ihr seid ein Zuschauer.
Vielleicht seid ihr in einem Supermarkt, und seht euch um, und etwas scheint anders zu sein, als es einen Augenblick zuvor war. Alles ist dasselbe, ausgenommen ihr seid nicht derselbe. Eure Sicht ist ausgewechselt. Es ist da eine Dimensionslosigkeit, welche ihr seht. Es ist als ob ihr einen kurzen Blick auf die Flüchtigkeit von Zeit habt, gleichzeitig wie ihr die Herrlichkeit der Ewigkeit rasch erspäht. Die Zeit steht still. Ihr seht Zeitlosigkeit. Es ist wie wenn ihr starrt, und ihr könnt nicht mit Starren aufhören. Euer Blick ist simpel, und dennoch ist er folgenreich. Eure Hand liegt nach wie vor auf dem Einkaufswagen. Ihr seid in dem Supermarkt, was allerdings stets gewöhnlich so war, wurde verblüffend, weil ihr euch gewahr seid, dass ihr das Universum innehabt und keinen anderen Ort sonst. Plötzlich ist alles, was euch euer ganzes Leben lang vertraut gewesen ist, die Seltsamkeit. Plötzlich ist das Unbekannte bekannt, oder beinahe bekannt, und ihr seid bei ihm Zuhause. Ihr erlebt die Realität von Ewigkeit, und es ist das Weltliche, was zu etwas Weithergeholtem geworden ist. Es ist das Weltliche, was unglaubwürdig ist. Irgendwie ist ein Vorhang auf dem Weltlichen beiseite gezogen worden, und ihr seht es träge und müßig, so wie es ist.
Und gleichwohl, dieser Lichtstrahl ist bloß ein Moment an Erleben. Der Film, der einen Augenblick lang stillstand, wird wieder fortgesetzt, und ihr schiebt euren Wagen und kauft ein, und alles ist das gleiche, ausgenommen ihr selber. Abermals, ihr habt fast vergessen, was erinnernswert ist. Erneut wieder, ihr seid in einem Film verfangen, und dennoch teilte euch der Film eine Pause zu. Einen Augenblick lang wurdet ihr von der Ablenkung abgezogen, und saht die Stille des Lebens inmitten der Aktivitäten des Supermarkts.
Was ist schlechterdings dieses Leben, welches ihr lebt? Und weswegen scheint es von Belang zu sein, wo euer Körper zu finden ist, und wer mit euch oder nicht mit euch ist? Eine dermaßen große Sache ist aus dem Leben in der Welt gemacht worden, und innerhalb ganz kurzer Zeit könnt ihr nicht ergründen, was die große Sache darstellt und ist, derweilen es in keiner Weise um eine Sache geht. Es ist eine Collage, das ist alles. Es ist ein Gemälde. Es ist ein Stillleben.
Einen Augenblick lang war euch klar, ihr wart in der unermesslichen Weite, und ihr machtet sie euch zueigen. Ihr konntet eure Augen davon nicht weghalten, so lange, bis ihr bemerktet, dass eure Augen nicht darauf lagen. Ihr hattet eine Rückbesinnung auf Weite. Und dann habt ihr eine Rückbesinnung auf eine Rückbesinnung von Weite, denn eure Aufmerksamkeit kehrte zu eurer Einkaufsliste zurück. Von dem Unendlichen zu dem Endlichen seid ihr gekommen.
Ihr möchtet aber und abermals Zugang zu der Weite haben, und ihn immer früher und früher haben, so lange, bis es so ist, dass ihr nie von ihr weggeht. Ihr werdet eine Figur sein, die sich in der Weite bewegt, umgeben von anderen Figuren, die in der Weite hin und her ziehen, ob sie sich dessen nun bewusst sind oder nicht. Ihr könnt im Grunde genommen bloß in der Weite sein, denn der Rest ist Illusion, und Weite alleinig ist real. Ihr seid auf dem Spielfeld der Weite, und seid das Weiteste von allem.

