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HEAVEN #849 Niemandes Geschichte ist beiläufig

NIEMANDES GESCHICHTE IST BEILÄUFIG

Mehr und mehr wird dein Leben wie ein Roman, den du liest.. Du bist in deinem Roman die Hauptperson, und gleichwohl ist dein Leben aus dem Umblättern der Seiten und aus dem Herausfinden, was sich zuträgt, gemacht. Die Geschichte ist aus deinem Blickwinkel her erzählt, aber du bist wie ein Journalist, der die Ereignisse beobachtet und dann über sie berichtet.

Ist dein Leben kein Entfalten einer Geschichte? Und ist es nicht ein Seitenumblätterer? Und hast du nicht eine Geschichte zu erzählen?

Und während du sie erzählst, treten alle Charaktere mit dir in Verkehr. Das Volk interagiert mit dir.

Der Handlungsort ist wie ein Charakter in deinem Buch. Die Moore oder die Wüste, Berge oder Täler, die Metropole oder der Bauernhof. Die Umstände und die Zeiten sind gleichfalls Charaktere, die eine Rolle spielen. Wie reichhaltig ist doch das Buch deines Lebens! Es hat sogar Fäden, die zu einem Handlungsablauf führen. Du bist dir etwa des Handlungsablaufs nicht gewahr oder nicht einmal der Richtung deines Romans, aber du wirst bei ihnen anlangen. Oder sie werden zu einem bestimmten Zeitpunkt bei dir anlangen.

Dein Roman ist vielleicht ein Strom-des-Bewusstseins, vielleicht nicht. Vielleicht eine Erzählung voller Action. Vielleicht alles. Und irgendwie liegen in deiner Erzählung alle Erzählungen der Menschheit. Gleichfalls ist es so, du bist auch in abschnittsweisen Novellen enthüllt. Du bist die Menschheit insgesamt.

Die Geschichte keines Menschen ist beiläufig. Alle sind aus einem großartigen Augenblick. Die eine Geschichte existiert nicht ohne eine andere. Und dennoch gibt es nur eine einzige Geschichte, und das ist die deinige.

Man hat die Frage gestellt: Was hat Gott gefertigt?

Also, Gott hat dich gefertigt.

Das habe Ich getan. Alles in der so genannten Vergangenheit hat direkt zu dir geführt. Du siehst dich nicht der Vergangenheit gegenüber. Die Vergangenheit sieht sich dir gegenüber. Wir könnten sagen, dein Gesicht ist in die Richtung der Zukunft ausgerichtet. Wir könnten eine ganze Menge sagen, jedoch wissen Wir auch, dass die Vergangenheit und Zukunft nicht existent sind. Sie waren es nie. Lediglich ein Schmutzfleck auf einer nichtexistenten Schriftrolle. Von keiner irgend gearteten Konsequenz, mit der einen Ausnahme, wie du sie dir vorgestellt hast, dass sie dich bei der Gegenwart einführen. Jedoch ist die Gegenwart gleichfalls nicht von der Zeit. Wären Zeit und Raum wahr, so wäre die Gegenwart wie eine weite Ebene oder ein Horizont.

Es gibt keine Linien auf dem Umfang der Erde. Alle solche sind ausgedacht. Es gibt keine Grenzen in der Welt. Es gibt keine Länder, keine Nationen. Das sind bloß Mythen, die man aus der Luft heraus erfunden und die man als Wahrheit hingebogen hat.

Die Geschichte deines Lebens, die du liest (und die du gelegentlich schreibst), ist ebenfalls insgesamt erfunden. Die Reise, die du unternimmst, ist allesamt Fiktion. Das ist alles eingebildet. Selbstverständlich, großartige Fiktion scheint real, scheint sehr real. Indes ist Einbildung ein Vergnügen. Sogar die Einbildung, gequält zu werden, hat ihr Vergnügen. Die Widrigkeiten und Kehrtwenden des Lebens sind wie ein Vergnügen. Selbst dann wenn sie dich quälen, sind sie köstliche Kapitel in deinem Leben.

Deine nichtexistente, jedoch veröffentlichte Geschichte endet nie. Sie geht in Spiralen weiter. Es existieren keine Lagen an Seiten, die bereits geschrieben sind. Wir könnten sagen, unsere Geschichte ist in zahlreichen Sprachen auf einmal veröffentlicht, eine über der anderen, eine inwendig in der anderen. Der Turmbau von Babel wird in deiner Geschichte aufgewiesen.

Es gibt in deinem Leben auch nicht in Worte gefasste Sprachen. Es gibt Illustrationen, die noch nie jemand zuvor gesehen hat, und dennoch sind sie da, und sie halten aufs Stärkste die Seiten deines Lebens zusammen, zusammen in einem Band, der alle Büchereien der Welt füllt.

Es gibt in deiner Geschichte auch keine Sprache. Da ist große Stille. Da ist weißes Papier, auf der sie geschrieben steht. Denn so habe Ich dir es gegeben.