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HEAVEN #848 Alles und gar nichts

ALLES UND GAR NICHTS

Die Erzählung deines Lebens auf der Erde ist in Szenen ausgemalt. Eine der gemalten Szenen ist aus lebendigen Farben gefertigt. Eine andere gedämpft. Wie bei Gemälden in einem Museum verweilst du bei jedem Gemälde, und dann gehst du an ihm vorüber zum nächsten. An einigen wendest du mehr Zeit auf als an anderen. Jedoch gehst du immer von einem Gemälde zum nächsten, bis du damit fertig bist, danach begibst du dich in einen anderen Raum. Es gibt immer einen weiteren Raum, oder eine weitere Galerie irgendwo, bei denen du durchgehen kannst. Es ist die Ewigkeit, die du mit der einen Gangart oder einer anderen durchläufst.

Demnach können Wir sagen, unser gegenwärtiges Leben auf der Erde ist ein Durchgang. Du gehst einen Wandelgang entlang. Eine Arkade. Vieles zieht deine Aufmerksamkeit zu sich her, während du durch dieses Leben gehst. Ungeachtet dessen, dein Gang durch das Leben ist eine Passage. Selbst dann, wenn du bettlägerig bist, bewegst du dich immer noch in den Korridoren hin und her. Du bist nicht müßig. In jedem Falle stehst du niemals still.

Oder, Wir könnten sagen, du bist beim Einkaufen, und das Leben ist ein Laden mit zahlreichen Artikeln. Es ist ein Supermarkt. In ihm gibt es alles. Seine Regale sind mit allem Vorstellbaren und Unvorstellbaren gefüllt. Manchmal fallen die Waren herunter. Manchmal sind etliche Schachteln leer. Manchmal findest du alles, was du möchtest, und manchmal befriedigt dich nichts.

Oder das Leben ist ein Katalog, den du in der Post zugestellt bekommst.

Oder das Leben ist eine Bücherei mit vielen, vielen Wahlmöglichkeiten. Ein Jeder hat eine Bibliothekskarte. Und viele Bücher werden herausgenommen, sie sind eine Weile verliehen, sie sind für dich, dass du über sie nachdenkst oder sie durchblätterst, wie du möchtest.

Oder das Leben ist ein Buchladen. Selbst Bücher, die du kaufst, sind für dich bloß eine Zeitlang auf Ausleihe.

Du gehörst dorthin, wo du bist, aber nichts gehört dir zu. Du bist im Leben ein Vorübergehender. Du bist ein Passagier von ihm. Du dribbelst mit deinen Fingern an den Bäumen entlang, die deinen Pfad säumen.

Auch dann, wenn du dich auf vertrautem Territorium befindest, weißt du nicht, was das nächste ist. Und keine zwei Szenen sind die gleichen.

Indes ist es immer du, der geht, der hin und her streunt, der sich ergeht, der flitzt, der springt, der über dein Leben hüpft.

Es gibt in deinem Leben Teilnehmer, und es gibt Zuschauer. Früher oder später werdet ihr alle zum selben Platz kommen. Eine goldene Treppe erwartet euch. Und ihr steigt sie hoch. Wenn ihr zurückschaut, seht ihr, dass das Ganze eures Lebens ein Hochklettern auf einer erhabenen königlichen Treppe war. Ihr habt nicht gedacht, ihr befindet euch auf der ersten Etage. Was einstmals unbefristet schien, erkennt ihr nun, wie es die Hälfte eines Augenblinzelns war. Euer gesamtes Leben war tatsächlich in einem einzigen Augenblick enthalten. Zeit war einfach ein vorbeieilender Gedanke.

Und wo immer du zu sein meintest, und was immer du meintest, es würde dich umgeben, wieso, da war überhaupt nichts. Dir wird klar, die Korridore, die du hinuntergelaufen bist, bestanden aus Spiegeln. Alle Reflexionen, die du auf deinem Weg gesehen hast, waren in Wirklichkeit Bilder von dir. Vielleicht hat das Glas nicht aufs Genaueste reflektiert oder vielleicht war deine Sicht verzerrt, dennoch liegt hinter den Spiegeln ein großer Schatz.

Aus großen Höhen her, jetzt kannst du genau sehen, und du siehst, dass du dich selbst gesehen hast. Du anerkennst, dass du die Gesamtheit der Schöpfung bist. Dasjenige, bei dem du dachtest, es sei ein Ort, worauf du stehst, war etwas, was du getragen hast. Die ganze Szenerie, die zur Auslage kam - wieso, du hast deine eigene Kunst flüchtig zu sehen bekommen.

Es gab nichts dabei anzufechten, und niemanden, mit dem eine Auseinandersetzung anzufangen gewesen wäre. Du hast alle Partien selbst gespielt. Die Orte, zu denen du gelaufen bist, die Gemälde, die du dir angeschaut hast, die Landschaften, der Surrealismus, die Erde, der Himmel, alle waren sie Illusionen, und du von jeher der Zauberer. Es gibt keinen Ort. Es gibt keine Zeit. Es gibt keinen Anderen. Es gibt einzig das Einssein der Schöpfung, eine Partie des Himmel-und-Hölle-Spiels, eine vorübergehende Fantasie, ein Wirbel an Farbe herstammend aus deinem eigenen Pinsel. Du warst alles. Du bist alles. Alles ist inwendig in dir stationiert, nie dort behalten, und nie verschollen gegangen.