HEAVEN #845 Anhaftung los lassen
ANHAFTUNG LOS LASSEN
Anhaftung ist für dich eine große Sache. Nun möchte Ich dir sagen, was Anhaftung ist: Sie ist deinen Willen vor den Meinigen stellen. Das mag widersprüchlich klingen, da Ich dir gesagt habe, dass dein Wille und Mein Wille die gleichen sind. Dein Festhalten ist aber nicht Mein Wille, und infolgedessen ist es nicht der deine. Anhaftung ist eine Manifestation von Bedürftigkeit, und eine Bedürftigkeit, etwas zu benötigen, fußt auf dem Phantom Angst. Bist du nicht von der Angst abhängig? Indes, falls Angst nicht wirklich dir zueigen ist, so ist deren Nachfolger, die Anhaftung, dir ebenfalls nicht zueigen. Wieso solltest du an Ereignissen, Umständen und an Menschen um deines lieben Lebens willen festhalten mögen, mit der Ausnahme, du befürchtest, du unterliegest einer Gefahr?
Angst ist nicht dein natürliches Erbe. Du wurdest für sie nicht geboren, und es ist nicht Mein Wille, dass du sie hast, und dennoch fürchtest du, deine Ängste los zu lassen. Schlussendlich, woran würdest du dich so gerne festhalten wollen, sofern du nicht die Angst hättest, dass du ohne sie in deinem Griff weniger wärst oder weniger geliebt wärst? Es muss so sein, dass du denkst, mit der Angst oder der Anhaftung kommest du besser durch, sonst würdest du sie nicht wie treue Soldaten an deiner Seite halten, um dich zu beschützen. Wie allerdings kannst du mehr oder weniger sein, als Ich dich ursprünglich angelegt und gemacht habe? Ich machte dich aus Größe, und was denn kann größer sein als dein Ich Seien? Aufgrund welchen Besitztums, welchen Schmuckstücks, welchen Spielzeugs kannst du größer sein?
Alles Anhaften fußt auf falschen Prämissen.
Eine deiner tiefsten Anhaftungen ist diejenige an deine Vorstellungen. Bei allem Respekt, deine Vorstellungen sind es nicht wert, um an ihnen festzuhalten. Wären sie es wert, so würden sie zu dir kommen, ohne gehalten werden zu sollen. Dein Festhalten ist unerbittlich. Ich wollte gerne, es wäre so, dass dein Loslassen ebenso stramm ist wie dein Zugriff auf deine Ideen, die dir so teuer sind.
Doch genau das ist der Punkt, oder etwa nicht? Loslassen kann nicht stramm sein. Es kann dich nicht auspolstern und künstlich halten. Es lockert dich. Es befreit dich von den Begrenzungen deines Geistes. Freiheit hat keine Anhaftung, indes, wie kostbar sind dir deine Grenzen des Denkens geworden. Sie waren lange Zeit bei dir, und du hast dich an sie gewöhnt.
Deine Ängste und Bedürfnisse und dein altes Denken sind Wächter, die dich an einer Stelle einschließen. Sie sind abwegige Wachen, weil dich alldas, was dich schützt, einpfercht. Werde nicht bewacht. Lasse alle deine früheren Gedanken und Glaubensüberzeugungen los. Mehr als dein sie Besitzen besitzen sie dich. Sie halten dich im Sattel, und du hast dich einverstanden erklärt, dort gehalten zu werden. Kannst du dich jedoch nicht zu jeder Zeit, wann du es wagst, die Wahl dahingehend zu treffen, entriegeln? Wieso, möchte Ich fragen, braucht es dafür ein Sich Wagen?
Vielleicht bist du von einer Einengung des Denkens zur nächsten gehüpft. Du wirst vielleicht einen anderen Zug erreicht haben, jedoch bist du nach wie vor auf die Spur beschränkt, auf der der Zug fährt. Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, deinen eigenen Weg zu finden, anstatt dort zu fahren, was für dich zuvor ausgelegt worden ist. Auf welchem Zug des Denkens bist du gefahren? Welchen Glaubensvorstellungen warst du angehaftet, die nicht deine eigenen sind? Etabliertes Denken ist nicht unschuldig. Es mag dich zu den Ansichten verleitet haben, dass du dich auf deinem eigenen Pfad befändest und dass du bereits deinen Bestimmungsort erreicht habest.
Mit Gewissheit, sei dankbar dafür, wo du auch immer gewesen bist, entsinne dich jedoch gleichwohl, dass du ein Reisender bist. Wenn es sich auf das Denken beläuft, bist du kein Eigenheimbesitzer. Gesammelte Gedanken und Glaubensvorstellungen sind nicht der Schlüssel zu deinem Leben. Offenheit ist es. Entriegle dein Herz von der Anhaftung an alte fragmentierte Ideen, die du für heilig gehalten hast. Bejahe die Ganzheit. Das ist eine andere Ausdrucksweise für Anhaftungen los lassen.

