HEAVEN #755 Der Weg des Lebens
DER WEG DES LEBENS
Am Loslassen von Anhaftungen findest du schwer, dass du an sie geheftet bist. Du bist an sie geheftet, weil du festhältst. Du hältst fest, weil deine Sicht begrenzt ist. Du kannst deinen Geist nicht willentlich ändern. Du kannst ihm nicht befehlen, sich zu ändern. Damit sich dein Denken ändert, hast du anders zu sehen. Ein Element muss abgehen, damit ein neues eintreten kann. Etwas muss abtreten, damit du für etwas anderes offen bist.
Eine vorgefasste Idee muss abtreten.
Du möchtest gerne bestimmte Anhaftungen los haben. Du würdest es gerne, falls du es könntest. Du würdest sie los lassen, wenn du nicht dächtest, dass sie für dein Überleben lebenswichtig sind.
Eine Voreinstellung deinerseits lautet, dass Überleben bedeute, alles so zu belassen, wie es ist. Das Gegenteil ist wahr. Das Überleben in der Welt hängt vom Wandel ab.
In vielen Fällen war dein Geist wie ein Radio mit nur ein oder zwei Stationen. Die Möglichkeiten deines Geistes sind aber unendlich. Öfters hast du die Antwort sofort, und dann findest du Wege, um die Antwort zu untermauern. Das meint sich auf einer einzigen Spur befinden. Und es obliegt dir, davon wegzukommen.
Versuche das Gegenteil dessen, was du denkst, in Betracht zu nehmen. Nimm eine andere Antwort, und sieh, wohin sie führt.
Dein Geist ist nicht dafür vorgesehen, flau zu sein. Er hat sich zu ändern. Du kannst deinen Geist nicht ändern. Er hat sich laut seinem eigenen Einvernehmen zu ändern. So wie in den Cartoons muss im Geist eine Glühbirne angehen. Eine neue Anordnung des Denkens gelangt zur Ausführung, und alles wird umkonfiguriert.
Offenheit ist nicht das gleiche wie hohlköpfig. Was, denkst du, würde passieren, wenn deine Überzeugungen nicht derart fest wären? Was wäre, wenn du dich ein wenig rührtest? Was wäre, wenn du einen deiner Gedanken beiseite rücktest? Du kannst ihn immer wieder zurücklegen. Sofern du das Licht nicht siehst, wirst du ihn zurücklegen.
Du hast dir selbst zahlreiche Ziele gesetzt, und du jagst ihnen immer hinterher. Betrachte deine Ziele aufs Neue. Vielleicht schnaufst und puffst du gänzlich grundlos. Vielleicht möchtest du nicht länger dasjenige, was du immer wolltest oder dachtest, du wollest es. Wirf einen Blick darauf. Du musst nicht auf derselben Spur weitergehen.
Bei einem Tanz egal welcher Art gibt es Drehungen und Wendungen. Ein Tanz benötigt Variation. Eine Pose ist kein Tanz. Ein Tanz ist aus seiner eigenen Natur heraus Bewegung, andernfalls ist er kein Tanz. Und so auch beim Leben. So mit dem Leben. Du kannst es nicht an der gleichen Stelle behalten. Du kannst es nicht posieren. Du kannst es nicht festnageln.
Du hast die Dinge nicht so zu tun, wie du sie immer getan hast, auch nicht so, wie sie die Welt immer getan hat. Sogar das Bewiesene ist unbewiesen. Dieser Augenblick ist noch nie zuvor gelebt worden, und dementsprechend ist alles neu.
Alles ist jetzt soeben für dich vor Ort. Ein Orchester ist nahe daran, zu beginnen. Der Dirigierstab ist erhoben. Bevor die Flöten spielen können, muss der Stab sich bewegen, und damit das Signal abgeben, dass die Musik beginnt.
Und so ist es bei dem Leben. Es signalisiert dir, zu beginnen. Du hast dich vielleicht zum Leben hin rüber zu rücken. Vielleicht hast du deinen Geist anders herum zu drehen.
Du denkst, deinen Geist ändern bedeute, du habest einen Fehler gemacht, oder du habest ihn nicht zu ändern. Was du gedacht hast, mag damals recht gewesen sein, aber jetzt ist es womöglich nicht mehr richtig. Doch das ist nicht von Belang. Du hast jetzt die Gewässer zu testen. Wir sprechen nicht über Fehler im Leben. Wir sprechen über das Leben leben.
Leben ist Möglichkeiten. Öffne dich ihnen. Früher ergangene Schlussfolgerungen verschließen dich gegenüber dem Leben. Möglichkeiten öffnen dich. Sei für die Möglichkeiten vor dir offen.

