HEAVEN #611 Schlaglöcher
SCHLAGLÖCHER
Sobald du Zweifel an Mir verspürst, so merke, du hast sie dir irgendwo aufgelesen. Du hast ihn angehängt. Du hast dich an ihm hochgezogen. Zweifel ergreift dich nicht. Du ergreifst ihn.
Wie bei der Beklemmung, so denkst du, er schlage von einer auswärtigen Kraft her auf dich zu. Doch Zweifel schlägt vom Inneren deines Geistes auf dich zu. Die eine oder andere logische Schlussfolgerung macht dich des Zweifels gewahr.
So etwa lassen dich die Grausamkeiten in der Welt an Meiner Existenz ODER an Meiner Existenz als Gott der Allmächtige zweifeln. Du meinst, es gebe vielleicht eine andere Macht, die das Universum in Wirklichkeit beherrsche, eine, die im Gegensatz zum Konzept der Gütigkeit steht. Jedoch sage Ich immer und immer wieder, alles, was existiert, ist du und Ich, und Wir sind die Macht und die Herrlichkeit. Insofern Wir die Macht und die Herrlichkeit sind, sind Wir nicht die Gräuel. Wir sind nicht der Egoismus. Wir sind nicht die Wunden in der Welt.
Gleichwohl, du stellst infrage. Sofern Gott als Liebe existiert, weswegen gibt Er dann – und wie kann Er das – dem Leiden statt, auf der Erde zügellos zu wuchern? Wo ist der Gott der Barmherzigkeit, nach dem du lechzt, um die Untaten gutzumachen?
Kein Wunder hast du dir einen Gott der Strafe ausgedacht. Kein Wunder hast du dich an Rechtschaffenheit und an Bestrafung, beide gemeinsam in einem Bündel, festgemacht. Ich bin aber kein Richter, und Ich bitte dich, das gleichfalls nicht zu sein. Darin liegt kein Vorteil.
Dein Glaube an Vergeltung ist eine Zumutung an und Auferlegung auf die Schöpfung. Du bist kein Rächer. Ich ebenso wenig. Wie Wir die Welt ins Gleichgewicht bringen - das tun Wir, indem Wir unerregte Liebe austeilen. Wenn es in der Welt Unfreundlichkeit gibt, so richten Wir sie mit einer größeren Vision her. Jene kannst du Freundlichkeit nennen. Teile Freundlichkeit in dein Menschengewühl hinein aus, kein Peitschenknallen.
Du verstreust Rosenblätter, keine Scham. Du singst Lieder, keine Klagelieder. Du bringst niemandem zum Geständnis. Du zurrst niemanden mit Worten fest. Du weist weder auf den Irrtum ihrer Wege hin, noch nennst du ihn Sünde.
Wende dein Herz und deinen Geist zur Gütigkeit, die in der Welt desgleichen wild wuchert. Und die in dir ungezügelt vorhanden ist. Ziehe dir mittels deiner Aufmerksamkeit Gütigkeit zu.
Wenn du in deinem Kleid einen Riss hast und du ziehst dauernd an ihm, machst du ihn größer.
Wenn es ein Schlagloch gibt, über das du stolperst, wenn du auf ihm auf und nieder springst, um es runterzutrampeln, dann machst du das, was dir von vorneherein nicht lieb ist, noch größer. Auf Unebenheiten ist dein Hoch- und Niederspringen unnütz.
Sofern du die Stärke des Herzens hast, um das Schlagloch zu füllen, so ist das besser. Sofern das dein Herz nicht wahrhaft zu tun vermag, dann hebe deine Gedanken. Finde einen anderen Pfad für deine Aufmerksamkeit, um auf ihm zu gehen.
Hier geht es nicht um ein Vorgeben, Schlaglöcher existierten nicht. Hier geht es um das Umlenken deiner Aufmerksamkeit auf den Rest der Straße, um das Weglenken der Aufmerksamkeit von demjenigen, was abwesend ist, hin zu demjenigen, was anwesend ist.
Sofern du den Mangel an Unschuld in der Welt betrauerst, dann ziele auf Unschuld ab. Wenn du die Grausamkeit in der Welt betrauerst, dann sei das Gegenteil. Wenn du den Mangel an rechter Lebensführung in der Welt betrauerst, dann lebe recht. Sei dasjenige, was du bestrebt bist, dass es davon mehr in der Welt gibt. Ahme nicht das nach, was du nicht willst. Du kannst Anderen nicht schiedsrichterlich vermitteln, was du gerne möchtest, dass sie es sind oder tun, aber du kannst dich selbst aufführen.
Beklage dich nicht mehr über die Unangemessenheit der Welt. Steige von deinem hohen Ross herunter. Verfechte die Gütigkeit. Entsinne dich des guten Betragens. Sei nicht undankbar dafür, was Ich dir gegeben habe. Weil sich ein Anderer über die Schöpfung lustig macht, bedeutet nicht, dass für dich das gleiche in Ordnung ist. Wenn Andere die Welt herunterziehen, dann hebe sie empor. Wo Dunkelheit ist, dort öffne die Rollos. Lasse die Sonne herein. Tue das als dein Dargebot an Mich.

