HEAVEN #375 Du bist dein eigener Baum
DU BIST DEIN EIGENER BAUM
Es ist schön, dass du deine Vorfahren ehrst, wisse freilich, dass deren Denken nicht das deinige zu sein hat. Deren Denken war womöglich nicht ihr eigenes. Vielleicht war es dasjenige ihrer Vorfahren. Deine körperliche Form ist nicht alles, was du geerbt hast. Du hast Gedankenmuster wie auch Gene geerbt.
Gedanken wurden an dich weiter gereicht. Denkweisen wurden in dich eingeflößt. Deine Gedanken über etwas sind womöglich nicht das gleiche, wie du es aus dir selbst heraus siehst. Du siehst vielleicht, worin du unterwiesen wurdest, vorherzusagen, dass es da sei.
Gedanken sind oft Gedanken über Gedanken, Gedanke über Gedanke. Eine Reaktion ist eine Gepflogenheit des Denkens. Eine natürliche Reaktion ist womöglich ganz und gar nicht natürlich. Sie ist vielleicht angelernt. Mit ziemlicher Sicherheit ist sie angelernt, da du, noch als Kind, auf die Gedanken derjenigen um dich herum reagiertest, so, als wären sie die Gesetze der Schöpfung.
Eure Vorfahren könnten eine Menge von euch lernen. Was würdest du ihnen sagen, sofern sie sich vor dir einstellten? Welche Geschenke der Erkenntnis würdest du ihnen überreichen? Welches Licht würdest du auf die Herrlichkeit des Menschenlebens gießen? Das wäre wohl die Anerkennung, die du ihnen überreichst, denn sie waren eine Sprosse auf deiner Leiter, gleichwohl bist du über deren Tritt hinausgeschritten.
Das ist keine Frage der Zeitläufte. Das ist eine Frage der Evolution. Du stammst von deinen Vorfahren her, allerdings bist du dein eigener Baum. Du könntest sagen, dass du ein Pfropfreis von ihnen darstellest, und dafür erweisest du ihnen Ehre, aber jetzt bist du dein eigener Schößling.
Sofern es keine Beschränkungen auf dir gibt - und Ich sage, es existieren keine -, werden deine Bilder deines Ortes im Leben über die Bilder hinaus wachsen, die du ererbt hast. Nimm das in Betracht. Vielleicht hast du einer Menge gerecht zu werden, oder hast dich in einer Menge rein zu waschen, das allerdings ist kein Aufhebens wert.
Du möchtest dein eigenes Porträt gemalt wissen.
Du bist der Zeichner deines eigenen Lebens. Niemand sonst kann es für dich ausarbeiten. Aber du kannst es nur zeichnen, während du dich voranbewegst. Du kannst die Zukunft nicht skizzieren. Sie sich selbst in Erscheinung bringen, als käme sie aus dem Nebel.
Im Zurückschauen wirst du womöglich die Straßen erkennen, die dich dorthin führten, wo du jetzt bist, dennoch, du gingst unschuldig daher. Du bist ein Pionier deines eigenen Lebens. Du bist der Erforscher, und du bist der Entdecker. Du bist kein Siedler. Dein Porträt ist nicht zuende gebracht.
Deine Eltern haben sich vielleicht nunmehr der Linie deiner Vorgängerhaftigkeit zugesellt. Zähle die zahlreichen Stärken, die sie dir gaben, und gehe sodann weiter. Weiche von deren Kurs im Leben ab. Das war bloß ein Platz zum Abfahren. Das ist nicht dein Bestimmungsort. Du brauchst dich nicht schlecht fühlen, dass du über ihre Reise hinaus gehst. Sie nahmen dich irgendwo hin, und ließen dich los, und jetzt ist es deine eigene Reise, die du aufnimmst. Du kannst deren Reise nicht vollenden.
Mittels der Vollendung deiner eigenen Reise ehrst du deine Eltern. Sie gaben dir viel, und du lässt Anderen viel, die dir nachgehen. Alle Anderen sind deine Kinder. Du setzt das Schritttempo für Andere. Ja, es ist ein Staffellauf, dieses Geschehen des Auslebens des Lebens in der Welt.
Was löst du ab? Welche Weise legst du auf die Lippen eines Anderen? Welche Vorschläge unterbreitet dein Leben? Welches Erbe hinterlässt du? Welche Erklärung tätigt dein Leben?
Du lebst dein Leben nicht für dich alleine. Du lebst es nicht bloß für Jene um dich herum. Du lebst dein Leben auch für Jene, die hinterher kommen. Du machst die Welt für die nächsten Erben der Erde klar.
Ein Anderer wird in deinen Schlupfwinkel einziehen. Sie werden das übernehmen, was du ihnen vermacht hast. Vermache.

