HEAVEN # 3626 Unendliche Ewigkeit
UNENDLICHE EWIGKEIT
Heilig bist du, du, in Meinem Bilde geboren. Mein Bild ist Wahrheit. Es ist kein Werbe-Bild. Heilig bist du, in Meiner Gleichheit geboren. Heilig bist du, geboren wie der Morgentau, durchweg nahe am Gras und doch so hoch in der Höhe wie der Himmel. Lasst unter euren Füßen kein Gras wachsen, Geliebte. Aus Meiner Heiligkeit heraus geboren, seid ihr kein Ersatz. Ihr seid die Wahrheit Meiner Selbst, indes weit in die Länge gezogen, durchstreifend. Ihr seid die Dämmerung Meiner Selbst, vergessen in einem hinreißenden Strom, der in seinem Verlass auf die physische Welt zum Umherschweifen gebracht wurde.
Könnte man auch dann von dem Ausdruck physische Welt reden, wenn es keine andere Welt oder vielleicht mehr als eine gäbe? Darum weißt du bereits. Und deswegen sage Ich Reale Welt, und Ich meine, was Ich sage. Ihr meint nicht immer, was ihr sagt. Ihr wisst nicht immer, was ihr sagt.
Im Reden von zahlreichen Welten, da ist eure erinnerte Welt von gestern ausgewiesen, an die sich ja keine zwei Geschwister genau gleich erinnern. Und da ist die Handlanger-Welt, der ihr euch für einen Gutteil der Zeit zuwendet. Es ist so, dass ein Jeder in seiner eigenen Welt lebt, und doch, und doch, es ist Eine Welt, und doch, und doch, der Himmel ist da, eine verlässliche Welt von der Art, von der man kaum zu träumen wagte, die Welt, die die Eine und Einzige Welt ist, die Welt der Liebe, der Nie-Endenden Liebe, die sich immer und ewig ausspürt und von Neuem entdeckt, so wie Mark Twain jedes Mal, wenn er um eine Kurve gebogen war und dann an die Glocke seines Dampfers schlug, den Mississippi entdeckte.
Es ist nicht von Belang, welchen Strom du im scheinbaren Gestern hinunterfuhrst, oder welchen Pfad du nahmst oder am Tag davor dachtest zu nehmen, der Bewandtnis zum Trotz, dass es im Grunde keine Tage gibt, dass im Grunde nur Unendliche Ewigkeit oder Ewige Unendlichkeit existiert, dass ausschließlich Seien zugegen ist – du folgst einer Linie, die du Vergangenheit nennst. Obschon du sie dir bloß einbilden kannst, obschon du sie rückverfolgst, du dich in ihr verfängst, gibt es keine Linie, der zu folgen wäre, und gleichwohl folgst du ihr. Indessen, am heutigen Tag, an diesem sogenannten Tag, kannst du zu deinem Höheren Selbst emporsteigen, zu deinem Selbst, was in Nichts verfangen, was hinwiederum angesichts dessen, was schier zu geschehen scheint, entzückt ist. Ihr seid eine nie-endende Spur, Geliebte, und alle Spuren führen zu Mir. Alle Spuren führen zum Himmel.
Ihr könnt nur bemerken, dass ihr euch weit vom Himmel entfernt befindet. Ihr könnt ihn bloß erahnen. Ihr könnt ihn bloß vorspiegeln. Ihr seid die Ansprucherhebenden auf das Leben in der Welt, auf diesen sich windenden Strom, auf dem ihr wie ein Floß, angewiesen auf die Winde des heutigen Tags, zu treiben scheint. Ihr habt dem Thron entsagt, auf dem ihr zu sitzen gehört.
Wenn du von deinem Pferd fällst, setzt du dich wieder drauf und reitest wieder.
Wenn du dir einbildest, du seist vom Himmel gestürzt, wenn du dir einbildest, du seist schier ein Menschenwesen, ein sich abrackerndes Menschenwesen, wenn du dir einbildest, dass du deine Quelle vergisst, wenn du dir einbildest, dass du bloß dein individuelles vorgestelltes, sich abmühendes Selbst bist, wenn du dich ebendarin einkaufst - und, oh, wie vortrefflich hast du dich darin eingekauft -, denkst du denn nicht, dass du imstande bist, dich wieder auf dem Thron einzusetzen, den Ich so fröhlich und ohne Weiteres Zutun angemessen mit dir gemein habe?
Was wäre, wenn du dir einen Zustand der Existenz ohne die physische Welt vorstellen könntest, die du Erde oder Mutter Erde nennst, und wenn du dir stattdessen den Himmel, Vater oder Mutter Himmel, wieder ins Bewusstsein rufst, und wenn du dich bewusst mit deinem Wahren Selbst wiedervereinst, Das niemals abwesend, sondern ausschließlich präsent war? Was wäre, wenn du all die prosaische Welt los ließest, mit der du dich verzaubertest, und wenn du den Zauberspruch der Anhaftung daran, was bloß eingebildete Oberfläche darstellt, brächest, und wenn du sie stattdessen los ließest und dich wieder zum Himmel zurück begäbest, aus dem du niemals auch nur einen Fuß breit herausgetreten bist?
Sobald du aus einem Schlaftraum erwachst, rufst du dir ganz natürlich wieder ins Bewusstsein, dass du wach in deinem eigenen Bett daliegst und einen Traum hattest. Kannst du nicht aus dem Wachtraum erwachen, den du jetzt bevölkerst? Kannst du nicht aufwachen und erkennen, dass du nur träumtest und immer wieder nachträumtest was niemals geschah, mit der einen Ausnahme - in einer eingebildeten Schlaf-Verfassung?

