HEAVEN # 36 Einssein auf dem Tanzboden des Lebens
EINSSEIN AUF DEM TANZBODEN DES LEBENS
Mache den Weg frei für Mich. Geleite Mich in dein Leben. So wie du einen Vorhang wegziehen oder für einen Anderen eine Tür aufmachen würdest, so öffne Mir dein Leben. In den alten Zeiten auf der Erde, da würdest du deinen Hut abnehmen und Mich mit einem blumigen Ausdruck herbeiwinken und sagen: „Nach Ihnen.“ Nicht anders – winkt Mich her, euch dorthin zu führen, wohin ihr möchtet. Mich herbeiwinken ist das natürlichste. Es bedarf keiner Floskeln. Es bedarf des Gewahrseins.
Es ist nicht genau so, dass Ich eine Einladung brauche, da ich dessen unbenommen mit dir unterwegs bin. Deine Einladung ist indes dein Vorbote für Mich. Sie präsentiert dich Mir. Es ist deine Art zu sagen: „Ich lasse Dich, Gott, herein. Tritt ein. Gehe vor mir. Zeige mir den Weg.“
Ich sage zu dir: „Hineni, hier bin Ich.“
Und du sagst zu Mir: „Gott, ich bin auch hier. Ich bin hier für Dich. Denn Du, lieber Gott, bist mein Auserwählter. Ich ausersah Dich, so wie Du mich ausersehen hast. Wir wählten Einander. Du bittest mich, Dein Tanzpartner zu sein, und ich lege meine Hand in die Deine, und Wir tanzen. Und ich traue mich ebenso, dich herbeizubitten, mit mir zu tanzen, denn Du kennst die Schritte. Ich nicht. Du führst an, und die Schritte sind belanglos. Du nimmst mich über die Tanzschritte hinweg. Du nimmst mich über den Tanzboden hinweg. Du nimmst mich den ganzen Weg lang bis zum Himmel, wo die Musik ja in Wahrheit ihren Anfang nahm, über mich selber hinweg.“
Du wirbelst mich auf dem Tanzboden des Lebens herum. Wir tanzen einen Tanz und dann einen weiteren. Es gibt scharenweise Tänze, aber Einen Tänzer. Da ist Einssein. Die Bewegung hält ein, und der Tanz geht weiter.
Es gibt Einen Lehrer. Es gibt Einen Schüler. Die Gesamtsumme ist Eins.
Eben die Grandeur davon macht es simpel. Du möchtest es simpel, oder nicht? Du möchtest es nicht mehr länger komplex? Komplex ist alles aufeinander getürmt, und alles auseinander gebrochen. Und du türmst die Stücke wieder aufeinander, und die Wiederherstellung wird dir schwer. Du meinst, du befändest dich in einer verfahrenen Situation. Schaue über den Stoß hinweg, den du aufgestapelt hast. Deine Hände haben nicht aufs Neue zu errichten. Deine Augen werden das tun. Mit den Augen werden sich die Einzelteile selber zusammenlegen. So du aufschaust, so geht alles von seinem rechtmäßigen Platz aus, und alles ist instandgesetzt. Es war lediglich dein fieberhaftes Sehvermögent, das verzerrte, was niemals auseinander gefallen war.
Der Tanz, heruntergebrochen auf Schritte, ist nicht der Tanz. Der Tanz ist weitaus mehr als die Schritte. Du magst den Tanz, nicht die Schritte.
Du hast nicht alleine zu tanzen. Du konntest das nie. Nebenbei gesagt, alleine macht weniger Spaß.
Es ist natürlich, mit allen zu teilen, denn es bist du selbst, an dem du teilhaben lässt. „Wie sehe ich aus?“, befragst du das Spiegelbild.
Und so Wir tanzen und so du Meiner teilhaftig bist, siehst du, wonach du gerätst. Im Grunde siehst du, was du bist, denn es ist die Wahrheit, die du gerne sehen möchtest, keine Erscheinlichkeiten.
Die Wahrheit ist nicht die eine oder andere entsetzliche Sache. Sie ist ein leichtes schönes Ding. Wahrheit ist nicht veranschlagen. Wahrheit ist an den Tag bringen. Und es bist du selber, den du aufdeckst.
Betrachte die Wahrheit als den Tanz, und Unwahrheit als die Teile des Tanzes. Nur gemeinsam im Einssein macht der Tanz Sinn. Ganzheit hat Hand und Fuß. Nicht Stücke. Aber hier geht es nicht um ein Puzzle, das du zusammenfügst. Es ist dir niemals angelegen, dich um die Teile zu kümmern. Nimm dich des Ganzseins an, und die Aufstellung ist vollständig.
Ob du dich nun auf der Tanzfläche aufhältst oder an der Seitenlinie, du befindest dich beim Tanz. Du nimmst daran teil. Du findest dich dort selber. Du könntest ebenso gut tanzen. Du könntest ebenso gut herkommen und mit Mir tanzen. Komm und tanz mit Mir.

