HEAVEN # 1509 Nennt die Erde Mond
NENNT DIE ERDE MOND
Geliebte, es gibt weder eine Straßenstrecke vor euch noch hinter euch. Alles ist in diesem unmittelbaren Moment der Liebe. Nichts anderes tritt ein als Liebe. Das mag euch grotesk erscheinen, jedoch ist Liebe der einzige Austausch, der vonstatten geht. Nichts sonst. Liebe ist alles. Das bedeutet, Liebe ist das einzige Medium in der Welt. Ihr wisst bereits, dass dies im Himmel der Fall ist.
Bisweilen scheint Liebe das Letzte zu sein, was ihr erkennt. Sie ist durch Erscheinlichkeiten an Emotionen ausgeschlossen worden, die allem Anschein nach ganz im Gegensatz zu Liebe stehen, so fühlt es sich an. Falls ihr schier einen Augenblick lang akzeptieren könntet, dass Liebe alles ist und dass alles Liebe ist, würdet ihr die Realität erkennen, und ihr würdet euch in ihr aalen.
Wie kann es denn anders sein, als dass die Realität des Lebens Liebe ist? Ich bin kein Donnergott. Noch auch bin Ich griesgrämig. Auch nicht rachgierig. Ebensowenig mache Ich Lärm um Sichopfern oder sonstwas, außer um Liebe. Bei der Liebe gibt es kein Opfern. Liebe ist heilig. Nichts sonst ist sie.
Geliebte, nehmt das Geschimpfe und die Raserei der Welt nicht derart ernst. Die Welt führt auf einer Plattform der Liebe dürftige Tänze auf. Sie tanzt einen Jig, allerdings tanzt sie auf einem stillen Podium der Liebe. Gleichwohl habt ihr die Welt ständig ernst genommen. Ihr habt sie für real genommen. Ihr habt nie gedacht, euch andere Gedanken herzunehmen. Lasst euch nun eure Aufmerksamkeit auf der Welt und eure Einschätzung von ihr gegen anderes austauschen. Richtet den Brennpunkt eurer Augen auf den Hintergrund und nicht so sehr auf den kleinen Tanz vor euch.
Wörter, die auf der Seite erscheinen, sind ein Tanz, der auf der Seite dahertrottet. Ein Wort führt zum nächsten, allerdings vermögen Wörter bloß auf einer Seite oder dem Ohr und dem Geist, der sie ausgestaltet, in Erscheinung zu treten. Tiefer als der Geist ist das Herz, das keiner Wörter bedarf.
Insofern als dies der Fall ist, seht den Himmel als die blanke Blattseite, auf der ihr schreibt. Seht, dass die Erde auf der Seite des Himmels niedergeschrieben ist. Erwägt, dass eure Irdische Bleibe eigentlich eine Himmlische Bleibe ist. Erdenvorkommnisse sind schier Verbrämungen, Rüschen, Dekorationen, Unwesentlichkeiten, Etceteras, Zusätze, Umschweifungen und Exkurse, Auffüllen der Seite, Extravaganzen, Konglomerationen, episodische vorbeigehende Grillen und Einfälle. Ganz bestimmt geht alles, was auf dem, was man als Erde bezeichnet, eintritt, vorüber, ganz bestimmt verblasst es, ist es vorbei, nach einer gewissen Zeit hinterlässt es keinen Fleck, und einzig der Himmel ist sinnfällig ausgewiesen, und einzig der Himmel bleibt bestehen und war seit eh und je gewärtig.
Ändere den Namen Erde in Himmel. Ändere ihren Namen in Friede. Ändere ihren Namen in Schönheit. Ändere ihren Namen. Winzige Änderungen in den Buchstaben, winzige Änderungen in der Formung eurer Lippen, derweilen ihr sprecht, und derart geringe Änderungen erschaffen in eurer Sicht einen riesigen Wandel. Die Änderung einiger weniger Töne, die du singst – und der ganze Gesang befindet sich auf einer höheren Spanne. Singe die tiefen Töne nicht mehr. Singe das, was du gerne singen möchtest. Welches Lied möchtest du gerne singen? Und warum es nicht singen? Oder es zum Wenigsten vor dich hin summen. Wer sollte einen Trauergesang singen mögen, unterdessen er eine fröhliche Weise singen kann? Du, vielleicht.
Schreibe dein Lied und deine Geschichte über das Angesicht des Universums. Streiche das aus, was zuvor geschrieben worden war. Entscheide dich für ein neues Genre, und schaffe es, dass es in Erfüllung geht.
Dränge die beschwerliche Vergangenheit in den Hintergrund. Dränge all den Nachweis, den die Welt gerne übermitteln möchte, in den Hintergrund. Dränge all das in den Hintergrund, was weder dir noch der Welt zuträglich ist. Alles, was nicht förderlich ist, ist eine Widerspiegelung deiner Gedanken. Dränge deine vergangenen Gedanken in den Hintergrund, so wie die Sonne in aller Stille, ohne Fanfarenstöße, den Mond, den sie zum Aufleuchten bringt, in den Hintergrund drängt.
Bezeichne die Erde sodann als den Mond, und dich als das Licht der Sonne, und scheine. Folge Mir, und Ich werde dir zeigen, wie Licht, vermöge der Liebe in Unseren Herzen, zu scheinen ist.

