Ewigkeit

God said:

Gott redete ...

Was wäre, wenn du bejahen könntest, dass eben jetzt in diesem Augenblick alles richtig ist? Dass es, was immer an Leben zum Vorschein kommen mag, ausgezeichnet ist, und dass alles in einer vollkommenen Weise zu Ende geführt werden wird? Dass das, was du als Mühen und Sorgen siehst, perfekte Stiche in der Stickerei des Lebens sind? Dass keine Stiche fallen gelassen wurden, und dass die scheinbar zufälligen Vor und Zurück und Hinein und Hinaus in ein Kunstwerk von solcher Brillanz und Umwerfendheit einmünden, dass du, wenn du es schließlich siehst, voller Ehrfurcht und aufs Äußerste verwundert wirst dabei, dass du daran ein Teilnehmer seist.

Du hast gedacht, du habest die eine Sache getan, und nun findest du, du hast eine andere Sache gemacht.

Du hast gedacht, du seist irgendwo gewesen, wo du nicht warst. Insgesamt warst du irgendwo anders.

Öfters hast du im Leben das Gefühl, dass du nicht weißt was du tust. Und Ich sage dir, dass dem so ist. Du weißt nicht, was du tust. Du weißt nicht, woran du teilhast, und du fängst gerade an, deinen Beitrag zu dem Ganzen zu erkennen.

Ein schöner Quilt ist aus Flicken gemacht. Du hast gedacht, du seist nur ein Flicken, der in eine Schublade hinein gestopft wurde, ein Flicken auf einem hinteren Regal, dort drin versteckt. Warte, bis du siehst, dass du das herrliche Zentrum des Quilts bist. Er wird soeben zusammengelegt. Wir weben ihn jetzt zusammen.

Der Quilt ist eine Erweiterung von dir. Du bist erweitert. Du bist nicht einzelgängerisch.

Was wäre, wenn du denkst, du seist eine einzige Note eines Liedes, und dass dein Ton nicht schön war, und dass er keinen großen Beitrag geleistet habe? Sobald du aber alle Töne zusammen gesungen hörst, ist unangreifbar eine Musik von solcher Köstlichkeit zu hören, dass du dich nicht erinnern kannst, je so etwas gehört zu haben, und dass du nie mehr ohne sie sein möchtest. Schscht. Höre zu. Vielleicht wirst du sie jetzt hören.

Was wäre, wenn du eine Charaktere in einem Roman wärst. Vielleicht weißt du nicht, wieso du dort hinein gebracht wurdest oder was du hier tust. Vielleicht hast du gedacht, du seist eine unnötige Person, die auftritt und nichts bedeutet, und dennoch, sobald der Roman vollendet ist, und sobald du siehst, was du in ihm darstellst, fängst du an zu erkennen, dass du das Herz des Romans bist.

Was wäre, wenn du ein Gleis eines Zuges wärest. Eins wie das andere, hast du gedacht. Deiner Wichtigkeit für das Ganze nicht gewahr. Nicht gewahr, wie du gebraucht wirst. Nicht deines ganzen Wertes gewahr. Nicht gewahr lediglich deswegen, weil deine Aufmerksamkeit sich auf die kleine Stelle belief, an der du dich befandst, und weil du dir deines Werts für die ganze Gleisspur und für die Züge, die auf ihr fahren, nicht gewahr warst.

Was wäre, falls du gedacht hast, du seist bloß eine weitere Frucht auf einem Baum? Du wusstest nicht, dass du ein Apfel warst. Du wusstest nicht, was Früchte oder Äpfel sind. Du warst einfach da, hast da gehangen. Du hast nicht gewusst, dass du eine Blüte gewesen bist, die zu einem Apfel geworden ist. Du hast nicht gewusst, wie du aus dem Sprössling des Baumes herausgekommen bist, und dass du es bist, wofür der Baum ist! Du wusstest nicht, dass du gepflückt werden sollst. Du kanntest deinen Zweck nicht. Und wenn du auf den Boden fielst, wusstest du nicht, dass du immer noch einen Zweck hattest, und dass du der Lebendigerhaltende des Bodens bist, und dass du den Samen und die gesamte Historie von anderen Bäumen inwendig in dir innehieltst?

Was wäre, wenn der Apfel wüsste, dass er den Baum des Lebens innehielt? Dass er in der Tat der Baum des Lebens war.

Was wäre, wenn du wahrhaft wüsstest, dass du gottgesandt bist, um die Welt als Gesamtes zu erheben? Was wäre, wenn du wüsstest, dass es weder eine Vergangenheit noch eine Zukunft noch gar eine Gegenwart gibt, dass es einzig Ewigkeit gibt, und dass du dich absolut in der Mitte von ihr befindest (sofern die Ewigkeit eine Mitte haben könnte)? Dass du im letzten Grunde die Ewigkeit selbst bist? Starke, stille Ewigkeit, ausgelegt, damit sie alle sehen können.

Du bist keine Schar an Ewigkeit. Du bist die Ewigkeit. Die Ewigkeit existiert, und sie ist du.

Translated by: theophil

 

Your generosity keeps giving by keeping the lights on