Ein englischer Landgarten
Gott redete …
Wenn es darauf ankommt - es gibt Zeiten, wo dich das Leben aufschüttelt und dich erschüttert zurücklässt. Fraglos, es wäre dir lieb, dir über das Leben im Klaren zu sein, darüber, was es tut, und was du bei ihm zu tun hast. Allzu oft hast du das Gefühl, du bewegest dich in kabbeligem Wasser.
Du möchtest nicht wirklich, dass dich das Leben dazu bringt, zu schlafen, du hast freilich kaum etwas dagegen, dass du in einem Kanu ausgesprochen mehr flussabwärts paddelst. Du möchtest dich gerne zurücklehnen und gerne Tag für Tag zu den Strahlen der Sonne und den lieben weißen Wolken hoch blicken, hinauf zu des Mondes Davonstreichen und der Sterne Funkeln des Nachts. Du bist dir gewahr, wütende Stürme magst du nicht. Aprilschauer, das ist okay. Du hättest nichts gegen eine kleine Trockenpause, nicht zu viel davon. Das Leben auf Erden wäre dir so recht lieb, wenn du bei ihm heiter am Segeln wärest, einhergehend schier mit wenigen Dosen Rätselhaftem dann und wann, nichts Aufschreckendes, ein Leben, zusammengestellt aus Beglückungen und Gutglück, mit jener Art Gutglück, welches schnörkellos und simpel ist, mit dem Glück, welches sich auf dich einlässt und dich nicht dazu bringt, auf den Fingernägeln herumzukauen.
Ja gar auf deinem Kanu-Ausflug möchtest du gerne die Erde solide unter dir haben. Wenn es im Leben nach dir ginge, käme es zu keinen Klippen zum Herunterstürzen.
Du hast mehr Bekanntschaft mit Unsicherheit an dir, denn es dir lieb ist.
All die Schlachthymnen der Republik möchtest du überspringen. Für dich keine trüben Lieder. Bloß glücklichen Gesang, bloß um den Maibaum Tanzen wie auch den Nikolaus zu dir auf dem Weg.
Du möchtest einen Gutteil des Leben griffbereit in deiner Tasche haben, unterdessen du etliches vom Leben gerne sausen lässt. Das Leben sollte irgendwo über dem Regenbogen vorort sein, aus unbeschwerten Flickflacks zusammengefügt, ohne dass du einen Regenschirm bei dir zu tragen und dich nach dem Guten Alten Summer zurückzusehnen hättest.
Es gibt da etliche Lieder, wie auch etliche Gesangstexte, die dir durch den Sinn laufen. Du fragst dich, wie es sich das Leben sich selber verliehen hat, zu singen, und wunderst dich, wie es zu der Existenz von Liedern und Worten zu ihnen kommt. Wie sähe das Leben aus, ohne dass dir jene Lieder durch den Sinn laufen? Was für Lieder hat die Welt vergessen, Lieder, die du nie vernommen hast? Welche Lieder werden sich danach einstellen, bei denen kaum eine Chance besteht, dass du sie singen wirst?
Du fragst dich, wie die Musik im Himmel in Wirklichkeit ist. Existieren im Himmel Liedkomponisten und Poesie? Du bist dir sicher, es hat nicht Maschinisten zu geben, die Funken und Bauersleute, den Rücken dem Pflug zugewandt, herrichten. Was für Pflanzen werden dort angebaut? Was für Blumen zum Pflücken? Was für Maulbeersträucher zum Drumherumtanzen? Es gäbe nicht Fehler zum Begehen. Ausschließlich mehr und mehr Güte zum Einfahren.
Welches Vergnügen wäre dort?
Ein Glorienschein würde nichts wiegen, und du würdest ihn niemals absetzen, zu der Zeit dann, würdest du das tun mögen?
Du trägst keine Schuhe.
Du würdest dir nicht Socken hochkrempeln.
Es gäbe keine Bücher zu lesen, keine Theaterstücke zum Hingehen.
Worüber würdest du nachdenken, wenn du im Himmel bist?
Es gibt keine Vokationen, ebenso nicht Ferien [engl.: vacations].
Werden Tage in Zeit gemessen? Recht wahrscheinlich nicht.
Es gäbe keine Zeit zum Andauern.
Keine Stunden zum Zählen.
Keine Orangen auszupressen.
Keinen Staub abzuwischen.
Vermissen Engel die Erde, oder sind sie allzu beschäftigt damit, Engel zu sein?
Wie sieht es aus, allem Schuldhaben und Sorgenmachen entblößt zu sein? Du möchtest dies gerne ausprobieren, selbst so du dir nicht so recht sicher bist, wie sehr du es in Wirklichkeit möchtest, ohne Betreuungen zu sein? Trotzdem, dir ist es sehr danach, dass dem Leben in einem englischen Landgarten ein Umher-Gewirbel überbracht ist.
How many gentle flowers
In an English country garden?
I'll tell you now of some I know
And those I'll miss I hope you'll pardon.
Daffodils, heart's ease and flox
Meadowsweet and lily stalks
Gentain, lupine and tall hollyhocks
Roses, foxgloves, snowdrops, forget-me-nots
In an English country garden.
How many insects find their home
In an English country garden?
I'll tell you now of some I know
Those I miss I hope you'll pardon.
Dragonflies, moths and bees
Spiders falling from the trees
Butterflies sway in the mild gentle breeze
There are hedgehogs that roam
And little gnomes
In an English country garden.
How many songbirds make their nests
In an English country garden?
I'll tell you now of some I know
Those I miss I hope you'll pardon.
Bobolink, coo cooing doves
Blackbirds and the whirlwind thrush
Bluebird, lark, pigeon, nightingale
We all smile in the spring
When the birds all start to sing
In an English country garden.
Robin, don't forget the Robin.
Lyrics by Nana Mouskouri
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/ein-englischer-landgarten.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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