Ein Dieb in der Nacht
Gott redete …
Für die Wehs und Schmerzen in deinem Herzen ist die Zeit, ihren Abgang zu nehmen, da. Sage ihnen Lebewohl. Wofür denn hast du die fortwährenden Ach's in deinem Herzen nötig? Aus welchem Grunde solltest du ein Weh dicht an deinem Herzen halten mögen, so als ginge es um dessen sichere Aufbewahrung?
Lasse Schmerz nicht weiter fortbestehen. Lasse ihn den Abfluss hinunter laufen. Stelle ihn von der Teilnahme frei. Gib ihm Heimaturlaub, oder kündige ihm insgesamt. Es gilt dir nicht ihn zu behalten.
Ich sage dir laut und deutlich, dass du nicht hier auf der Erde bist, um zu leiden. Du hast keine Ahndung nötig. Vonnöten ist, dass du jedweden Schmerz und jede Bestrafung los lässt, die du an dir gehalten hast.
Diese Pein in deinem Herzen ist so unbestimmt, du weißt nicht einmal, woher sie kommt, dennoch trägst du sie mit dir herum, und kehrst aber und abermals zu ihr zurück. Du hältst sie aus schlechterdings keinem erquicklichen Grund dicht an dir.
Selbst nach einem Augenblick überbordender Freude kehrst du zu der unsagbaren Beklemmung zurück. Vielleicht deckst du die Beklemmung mit zügigem Tätigsein zu, damit du sie nicht zu spüren hast. Du gießt Aktivität oben auf deine Beklemmung, um sie wegzuschließen, so, als würdest du Felsbrocken auf ihr platzieren, um sie dir untertan zu machen. Beklemmung umklammert dein Herz somit, und doch findest du dich mit ihr ab. Alle Felsbrocken auf der Welt schließen die Beklemmung und Pein nicht weg. Sie hängen weiter auf dir, so, als seien sie aussichtslos und könnten ohne dich nicht sein. Das stimmt, ohne dich als einen Angeschmierten können sie nicht existieren. Wo denn sollte dieser Schmerz existieren mögen, sofern du ihm nicht Gesellschaft leistetest?
Die Beklommenheit zuckt in deinem Herzen wie ein Drachen. Sie verzehrt dich. Süchtigkeiten jagen sie nicht fort. Bist du süchtig nach selbst-auferlegten Verwundungen?
Beklommenheit scheint jenen Platz in deinem Herzen zu eignen und wird dir von sich oder von ihrer Schwester, der Pein, keinen Frieden übermitteln. Wie sähe der Friede aus, sofern dich jene mitlaufenden Hofschranzen allein ließen?
Du hast Verdruss gehortet, und den Schlag deines Herzens eingeengt. Ich gab dir dein Herz zum freien ungezwungenen Schlagen. Ich schirrte nicht Beklommenheit an. Wer tat es dann? Wer schirrte Beklommenheit und ungemeines Leiden an und wies die besagten an, in deinem Herzen den Haushalt zu führen, und mithin zwingend deiner Freude in den Weg zu kommen? Lasse Liebe in dein Herz, nicht Drosselung.
Beklemmung ist eine Boa-Riesenschlange. Dein Herz ist für willkommen heißendes Umarmen, nicht für Beschränkung bestimmt. Du hast versucht, von dieser Schlange, die dein Herz quetscht, um ihm eine Niederlage beizubringen, wegzurennen. Du hast ein sehr starkes Herz, welches der niederdrückenden Besorgnis widersteht. Die Riesenschlange möchte den Atem aus dir herausquetschen.
Unter Umständen hast du diese Beklemmung wie einen Gürtel getragen oder wie einen finsteren Blick in deiner Miene.
Wieso kannst du sie anscheinend nicht los lassen?
Hier, was zu tun ist:
Lächle sie weg. Schenke ihr nicht so viel Beachtung. Renne vor ihr nicht weg. Verbirg dich vor ihr nicht. Lasse sie ganz einfach links liegen. Finde Vergnügen am Leben, der Haltung der Beklommenheit zum Trotz, ihre Aufmerksamkeit auf dich gerichtet zu halten. Ignoriere diesen Blutsauger. Er hat dir genug von deinem Leben weggenommen. Gib ihm nicht noch mehr. Ersetze Beklommensein durch Gewahrsein.
Gieße mehr Liebe in dein Herz. Daraufhin wird dieser ungeheuerliche Dummbartel auf die Wellen der Liebe gehoben und davongleiten. Vielleicht wird Beklommenheit in der Sonne vertrocknen. Einer Sache kannst du sicher sein:
Du hast keine Anhängsel nötig, die die Freude aus dir heraussaugen möchten. Derartige abermalige Plagen haben keine Angelegenheit, um sich bei dir einzuklinken. All dies ist nicht das Recht der Beklemmung. Es ist das Unrecht der Beklemmung. Beklemmung ist ein Eindringling, ein Dieb in der Nacht, der deine Freude zunichte machen, sie abhalten, sie ausmustern möchte.
Wirf jenes Beklommensein hinaus. Was für ein Trittbrettfahrer. Beklemmung lehnt sich dort in deinem Herzen zurück. Sie legt die Füße hoch, raucht eine Zigarre und lässt die Asche auf dein schönes Herz fallen. Sowie dieser Aufwiegler, Beklemmung oder Pein seines Namens, einmal seinen Fuß in die Tür bekommt, weigert er sich, los zu lassen. Er wird sich nicht aus dem Staub machen, deswegen musst du ihm den Rücken kehren. Gib diesem Aasgeier seinen Marschbefehl. Er tut dir nichts Gutes. Verweise ihn des Platzes. Rage über ihn hinaus. Du kannst das. Es ist dir angelegen, das zu tun. Ich werde dir helfen. Jetzt im Augenblick, hebe gleich an, neuerlich leichten Herzens und frei zu werden.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/ein-dieb-in-der-nacht.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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