Die Kunst des Sehens
Gott redete …
Der Garten Eden ist eine Metapher, wie alle Worte, wie alles auf der Erde eine Metapher ist. Metaphern bewahren Wahrheit, und es gibt großartige Metaphern, die Große Wahrheit innehalten. Und du bist eine Metapher, du bist ein prächtiger Bewahrer von Wahrheit.
Ja, das ist es! Du bist eine menschliche Metapher. Metaphern in der Poesie besagen, dass zwei scheinbar unähnliche Dinge einander gleichen. Metaphern sprechen von Gegensätzen. Und doch ist hier überdies Ähnlichkeit ausgewiesen. Dennoch gibt es da Gleichheit. Hier liegt etwas Wahres. Die Wahrheit lautet, dass alle Menschen auf der Welt Eins sind. Einerlei wie einzigartig, einerlei wie gegensätzlich, ein Jeder ist Eins, Eins mit dir, und Eins mit Mir. Einssein, Einssein, Einssein. Die Wahrheit des Lebens ist Einssein.
Missverhältnis ist nicht Wahrheit. Unwahrheit ist, dass Eins zahlreiche seien. Eins ist Eins, und dennoch fechten ebendies Viele, in der Form, aus.
Wenn du in einem Gedicht eine Metapher liest, siehst du dich nach der Wahrheit um. Die Wahrheit mag wie ein Same sein. Jetzt, derweilen du ein jedes Menschenseinswesen, was du siehst, unter den Augen hast, tust du dich nach Wahrheit um, schaust du nach Ähnlichkeit, schaust du nach Einssein. Finde die Metapher.
Man kann sagen, dass die Welt, so wie sie gesehen wird, ein Angeber ist. Ich möchte heute gerne sagen, dass die Welt, so wie sie betrachtet wird, eine Metapher ist. Sie ist eine schöne Metapher dafür, was schön ist. Sie ist eine Hütte, die in Wahrheit ein Herrenhaus ist, und sie ist Mein herrschaftlicher Wohnsitz. Schmerz ist eine Metapher. Farben sind Metaphern. Alle Wörter sind Schwingungen, und Wörter sind Metaphern für Schwingungen. Ich nehme euch in die Unrealität des Lebens auf der Erde, in die Fiktion des Lebens auf der Erde, in den Anflug und Anschein des Lebens auf der Erde. Ich nehme euch in das Zentrum der Erde und zu den Gipfeln des Himmels.
Dichter nehmen Wörter her, die nicht von vergleichbarer Bedeutung erachtet werden, sie stellen die zwei Wörter zusammen, und, klick, ein tieferer Blick, eine tiefere Einsicht hat sich eingestellt, und Schlacke gerät zu Gold.
Ich bin ein Poet, und du bist ein Poet. Du magst ein Dichter vermengter Metaphern sein. Tatsächlich ist es so, du hast eine Menge miteinander vermischt. Nunmehr biete Ich dir die Gelegenheit, zu einem beträchtlicheren Poeten des Lebens zu werden. Ich biete dir die Gelegenheit, die Verbundenheit mit dem, was man als Gegensätze bezeichnet, zu erlangen. Ich biete dir eine Gelegenheit, Zinn in Gold zu verwandeln. Ich biete dir eine Gelegenheit, vor dir selbst Licht auszugießen, und, mithin vor der Welt.
Ich reiche dir Meine Augen zum Sehen. Ich gebe dir die Augen eines Dichters. Poeten sehen, was die Meisten nicht sehen. Ich gebe dir die Sicht, zu sehen. Ich gebe dir die Apparatur der Liebe. Ich gebe dir eine Übungseinheit in Liebe. Ich spende dir Metaphern, die dein Herz rühren, und die, wie Schneeflocken, die herunterfallen, die Liebe zur Erde bringen werden.
Ich gebe dir einen Referenzrahmen.
Was soll Ich dir nicht geben? Was habe Ich dir nicht gegeben? Was fehlt dir, ausgenommen die Kunst des Sehens?
Nimm zur Kenntnis, dass du ein Gedicht bist, verfertigt von einem Großen Poeten. Du bist scharenweise aus Metaphern verfasst. Aus dem Blick der Welt her gesehen, bist du aus Gegensätzen gefügt. Inwendig in dir enthältst du Gegensätze. All diese zahlreichen Schwingungen vibrieren in dir und außerhalb von dir. Welche sind inwendig, und welche äußerlich?
Ich möchte es dir sagen. Es gibt kein außerhalb von dir. Es gibt kein Außen. Alles ist innen. Ich bin inwendig in dir. Du hast diesen Traum von Gegensätzen, und du erwachst soeben. Es gibt keine Alarmglocken. Da sind Vögel am Singen, immerhin ist es alldieweil so, dass du selber dich selber aufzuwecken hast.
Es ist Zeit aufzustehen, Geliebte, und von den Metaphern und von der Wahrheit von euch abermals Kenntnis zu nehmen.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/die-kunst-des-sehens.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
Your generosity keeps giving by keeping the lights on

