Die ganze Welt ist eine Bühne
Dein Bild von der Welt ist dein Bild von der Welt. Die objektive Welt existiert nicht. Die subjektive Welt existiert für dich. Jedwede Materie ist ein Gedanke, der sich in eure mutmaßliche Realität hinein manifestiert hat.
Aber – genug davon. Worüber sollen Wir heute reden?
Ich höre dich sagen: „Aber, Gott ...“
Und Ich sage dir, dass die Welt so ist, wie du eine Geschichte durchliest. Es kann sich dabei durchaus auch um ein Märchen handeln. Du weißt, es ist nicht wortwörtlich wahr. Gibt es Äpfel aus Gold, die an einem Baum hängen? Gibt es zehn tanzende Prinzessinnen mitten in der Nacht? Gibt es wirklich eine Rapunzel, die ihr langes Haar herunterlässt, sodass ihr Geliebter an ihrem Haar hochklettern kann, um in den Turm hinein zu gelangen, in dem sie sich aufhält? Gibt es ein Rumpelstilzchen und eine Prinzessin, die es überlistet? Wo sind diese Charaktere zugegen, die zu eurem Herzen und Geist Zugang haben? Waren sie jemals etwas anderes als ein Gedanke?
Und wie demgegenüber euch doch diese Geschichten beeinflussen. Wie ihr durch das Besinnen der Geschichte und ihre darin zum Klingen gebrachten Wahrheiten ergriffen werdet. Ihr lacht. Euch kommen die Tränen. Ihr haltet die Geschichten für wahr, die ihr lest oder die euch erzählt werden. Auf dieselbe Weise glaubt ihr daran, was eure Finger anfassen, und haltet die Ziegelsteine eines Gebäudes, was ihr seht, für wahr.
Selbstverständlich haltet ihr die aufgestellte Geschichte von der Welt für wahr. Ihr werdet in den Machenschaften der Geschichte, in der ihr lebt, eingeholt. Ist nicht das Leben mit Erzähltem aufgefüllt? Wer heiratete wen? Wer ging auf den Ball? Mit wem hast du getanzt? Wer tat dein Herz auf? Wer brach dein Herz?
Keiner tat dir im Grunde etwas an, und nichts passierte wirklich. Du hast dir eingebildet, du befändest dich in einem Film, ziemlich so, wie du in einen Alptraum hineingezogen wirst, der dich an der Nase herumführt, und bei dem du zu einem Anderen wirst, in einem Drama, das selbst der Einbildungskraft die Stirn bietet. Alles ist ein Mythos. Und du, die Individualität von dir, bist ein Mythos, eine Sage.
Ich bin die einzige Wahrheit. Seien ist die einzige Wahrheit, und du bist Seiend. Du bist nicht Tuens-haftigkeit. Du bist Seiens-haftigkeit. Du bist Seiend. Egal, in welcher Geschichte du dich derzeit befindest, egal, welche Charaktere du spielst, die Jungfrau, den Schurken, die Alte, die Junge, du bist Seiend. Das ist alles, was du bist, und das ist alles, was es gibt.
Du bist ein Seinswesen, was in eine Erzählung Eingang findet. Es ist schlechthin eine Erzählung. Du weißt niemals, was wirklich geschehen wird, und dennoch sage Ich dir, dass sich nichts zuträgt. Nichts geschieht soeben. Du bist schlicht Seiend, eingekleidet in eine Fabel epischen Ausmaßes.
Da ist ein stiller Part von dir, der gewahr ist, dass du dich in einer Geschichte befindest, gleichwohl, nach wie vor bist du, dessen unbenommen, in jener Geschichte. Wohl oder übel, du reitest ein mutmaßliches Pferd. Es ist dir real, und dennoch ist es insgesamt Fantasie. Es gibt kein Pferd. Es gibt kein du. Es gibt das Reiten nicht. Das Seien erzählt, eine Zeitlang, eine Geschichte und glaubt an sie, so, als gäbe es das Seien nicht.
Es gibt nichts, ausgenommen das Seien. Auf jede erdenkliche Weise, wie du es in Scheiben schneidest - Seien ist alles. Das du, das du kennst, der Draufgänger, der Klausner, der Anreger, der Hitzkopf, der König, der Leibeigene, all das ist ausgedachte Geschichte. Du wandelst in der Illusion. Du bist der Kaiser in seinen neuen Kleidern.
Wie entzückend sind allerdings die Fantasien. Wie sie dich hochheben oder niederziehen. Wie sie dir durch die Finger rieseln. Wie sie es fertigbringen, dein Leben für erträglich oder unerträglich zu erachten. Wie du ihrer eingedenkst, oder, wie du sie vergisst. Sie sind gleichwohl irgendwie, in welchen Kleidern sie auch auftreten. Sie sind deine Einbildung, die ins Kraut schießt. Das ist das Leben in der relativen Welt. Das ist das Drama, was du derart ernst nimmst und verteidigst bis zum Schluss, so, als wäre das Drama echt und wahr, anstelle von in Szene gesetzt.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/die-ganze-welt-ist-eine-buehne.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
Your generosity keeps giving by keeping the lights on

