Der Kelch des Lebens
Gott redete …
Führt den Kelch des Lebens an eure Lippen und trinkt daraus. Bleibt nicht im Leben zurück und haltet es nicht zurück. Zerrt auch nicht an ihm. Lasst das Leben ankommen, sich erheben und selbst sprechen. Dein Leben braucht nicht so viel Sorge und Einmischung von dir.
Der augenscheinliche Aufbau des Lebens ist nur ein Teil davon. Er ist nicht das Leben selbst. Das Leben erscheint, und erscheint immer wieder. Immer wieder neu. Im Leben gibt es nichts Abgestandenes. Es wird nicht recycelt. Es ist sprudelndes Leben. Es ist Leben, das ankommt und Platz schafft für immer mehr Ankunft. Es ist nicht dazu gedacht, dass du es abzeichnest und erneut zeichnest. Lasse dein Leben sich selbst darstellen.
Das Leben ist auf dem Weg zu dir. Du hast ihm nicht hinterherzulaufen. Aber du hast es willkommen zu heißen. Was du über dein Leben denkst, ist für es außerordentlich wichtig. Was du über dein Leben denkst, ist deine Meinung über es.
Lasse das Leben in dich hinein und aus dir heraus fließen. Lasse das Leben Leben sein, nicht deinen Träger von Fesseln. Befreie dein Leben zu seiner eigenen Praxis. Du musst nicht so viel Autorität über es ausüben. Dein Leben hat seinen eigenen Willen. Du sollst nicht sein Zuchtmeister sein. Du bist nicht sein Trainer. Das Leben soll dich unterweisen. Das Größte, was du lernen kannst, ist, es anzunehmen. Das Leben in den Arm nehmen ist nicht das gleiche wie es ruhighalten.
Betrachtete dein Umarmen des Lebens als einen Kuss auf die Wange des Lebens. Eine kurze Umarmung. Du hältst das Leben nicht zu sehr an dir. Behandle dein Leben eher wie ein Kind, das du zur Schule schickst.
Sei kein Kritiker deines Lebens. Manchmal hast du daran herumgemeckert. Es ist ein Wunder, dass sich sich Leben so gut gehalten hat, wenn man deine Einstellung über es bedenkt.
Selten bist du zufrieden. Mache dir nicht vor, dass du Widrigkeiten abwehrst, indem du sie beschimpfst.
Das Leben hat seine Kreise. Das Leben dreht sich in diese und jene Richtung. Aber das ganze Leben ist wie eine einzige Bewegung. Das Rad des Lebens dreht sich. Es gibt einen Schwung im Leben, und du möchtest auf ihn aufspringen.
Nehmt das Freudige vorweg und ebnet ihm so den Weg. Habt ihr nicht den Weg für Unruhe geebnet? Hast du dich nicht manchmal in den Gezeitenlauf des Lebens eingemischt? Ehre ab heute dein Leben. Es gibt kein anderes, das ihm gleicht.
Welche Münze du auch immer in deiner Hand hältst, sie ist trotzdem eine Münze. Du bist nicht der Münzpräger. Aber du bist der, der sie ausgibt. Horte nicht. Gib leicht aus, ohne verschwenderisch zu sein. Lasse das Leben in seiner eigenen Geschwindigkeit durch deine Finger fließen. Lasse dein Leben sein. Du besitzt es nicht.
Du versuchst, dein Leben zu perfektionieren, und blockierst es deshalb, schränkst es ein oder belächelst es gar.
Du besitzt nicht einmal deinen Körper, geschweige denn das Leben. Es gibt keinen Besitz, wenn es ums Leben geht. Es gibt nur die Möglichkeit, es zu leben.
Suche die Freude. Hast du nicht den Schmerz erforscht und studiert? Du hast das Leben vielleicht zu sehr durchgezählt, einige Seiten für wertvoll befunden, andere nicht. Hast du das Leben nicht so betrachtet, wie du dein Gesicht studierst, und wie diesen und jenen Aspekt deiner Nase nach einem Ideal, das du dir vorgestellt hast, gerne verändern würdest? Doch Nasen sind Nasen, und sie erfüllen ihren Zweck. Ihr Aussehen ist nicht ihr Maßstab. Sie erfüllen ihren Zweck, ganz gleich, was du von ihnen hältst.
Es kommt auch nicht darauf an, wie dein Leben aussieht.
Sei anerkennender gegenüber deinem Leben. Bekenne dich mehr zu ihm, als du es verleugnest. Dein Leben ist kein Stiefkind. Es ist gottgegeben und sehnt sich nach deiner Wertschätzung. Es braucht deine Abwertung nicht. Wie alles Lebendige braucht auch das Leben deine Liebe, um es zu ehren. Du bist nicht dazu bestimmt, dein Leben abzulehnen. Du kannst es nicht zurückschicken. Es hat keinen Sinn, darüber zu schmollen. Begrüße es stattdessen.
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