Das Leben anderer Menschen
Gott redete …
Das Leben eines anderen ist dessen Entscheidung. Selbst wenn sie sich wirklich irren, ist ihr Leben ihr eigenes. Es liegt an ihnen, es zu gestalten. Du kannst es nicht für sie tun. So sehr du dich auch bemühen magst, du kannst das Leben eines anderen nicht für ihn leben. Gar wenn sie einen wackeligen Weg einschlagen, ist es ihre Entscheidung. Egal, wie recht du hast, wie sehr kannst du dich in das Leben eines anderen einmischen und trotzdem recht behalten?
Jedermanns Leben auf der Erde scheint heutzutage auf einem Prüfstand zu stehen. Es gibt so viele Gesetze und so viele Verhaltensregeln. Ob niedergeschrieben oder nicht, die übliche Praxis ist genauso ein Gesetz wie jedes andere. Die Freiheit ist eingeengt. Die Welt hat sich nicht immer Freiheit für dich gewünscht. Würdest du sie einem anderen wegnehmen mögen?
Kritiker glauben immer, dass sie im Recht sind. Aber was sie denken, ist eher nicht ihrem Recht gleich, es durchzusetzen. Kontrolle ist als ein schmaler Streifen des Lebens ausgewiesen. Übernimm dein eigenes Leben. Du hast genug zu tun, ohne dich um das Leben anderer zu kümmern. Hilfe ist nicht immer Hilfe. Manchmal ist es Kontrolle.
Wie sehr man auch daran glauben mag, sich um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern, es ist nicht immer leicht zu wissen, was einen etwas angeht und was nicht. Wo endet die Fürsorge und wo beginnt die Gleichgültigkeit? Kann man sich kümmern, und, die Finger davon lassen? Fast immer muss man das. Man muss sich mehr um anderweitige Dinge kümmern als um das Leben anderer Menschen.
Klatsch und Tratsch sind ein schlechter Sport. Besser ist es, auf eine Piñata zu stoßen. Was ist so wunderbar daran, der Erste zu sein, der etwas weiß, und dies dann zu verbreiten? Warum sollte man sich über den Schmerz eines anderen freuen mögen? Das ist unsportlich.
Die drei kleinen Schweinchen machten sich auf den Weg, um ihr Glück zu machen. Niemand hinderte sie daran, dass jedes auf seine Weise loszuzieht. Es stellte sich heraus, dass ein Haus aus Ziegelsteinen besser war als ein Haus aus Stroh oder Holz, aber die drei kleinen Schweinchen hatten die Gabe der Freiheit, das herauszufinden.
Niemand kann mit Sicherheit wissen, wie der Weg eines anderen aussieht. In Wahrheit weiß niemand, wohin Umwege führen. Manchmal ist der Umweg just das Richtige. Gehe deinen eigenen Weg, schenke Liebe unterwegs, und ziehe den Hut vor anderen, die einen anderen Weg nehmen. Nur weil dein Weg für dich der richtige ist, heißt das nicht, dass er auch für alle anderen richtig ist, es sei denn, sie wählen ihn.
Hast du kleine Kinder, bist du verantwortlich. Zum Loslassen gehört auch das Loslassen von Verantwortung. Verantwortung loslassen, die nicht mehr die deine ist, bedeutet nicht, unverantwortlich sein. Loslassen ist eine verantwortungsvolle Sache.
Es gibt genug eigene Ideen und eigene Wege, die man loszulassen hat. Da bleibt nicht mehr viel Platz, um sich in das Leben anderer einzumischen. Gib das Recht auf Freiheit, das du für dich selber begehrst, auch anderen.
Da ist ein schmaler Grat zwischen Verantwortung und Einmischung. Selbst bei kleinen Kindern wird oft zu sehr eingegriffen. Selbst wenn es gut gemeint ist, ist es dennoch eine Einmischung. Auch kleine Kinder haben ein Recht auf ein gewisses Eigenleben. Lasse sie sein. Gib ihnen Gelegenheit, sich selber auszuspüren. Forme sie nicht zu sehr.
Ihr seid nach Meinem Ebenbild geschaffen. Es steht euch nicht zu, andere nach eurem Bild zu machen. Seid eher inspirierend als kontrollierend, und alle werden euch nacheifern wollen. Ganz gleich, welche Autorität du hast, du kannst niemanden nach deinem Bild formen. Du kannst sie nur von ihrem eigenen Bild abhalten. Habe ein höheres Bild von dir selber, und du wirst das nicht versuchen.
Wenn du dich bemühst, die Entscheidung eines anderen zu ändern, hast du über die Angelegenheit nachgedacht. Du meinst es gut und hältst deinen Weg für überlegen und daher für tugendhaft. Vom Thron deines Denkens aus setzt du dich durch.
Unterdessen du ein Kind auf der Straße siehst und ein Auto naht, denkst du nicht darüber nach. Du stürzt auf das Kind zu und ziehst es weg. Tapferkeit kommt ohne Nachdenken und ohne Zugeständnis und ohne Herablassung daher.
Wenn du nicht herablassend wärest, wärest du dir nicht so sicher, dass du weißt, was ein anderer tun oder nicht tun sollte. Ein stiller Segen hat dem gegenüber großes Gewicht. Segne mehr.
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