Wundersame Stille
Freier Wille schließt die Entdeckung dessen, was du möchtest, mit ein. Öfters bringst du dich zur Geltung, und du weißt noch nicht so recht, was du gerne zur Geltung gebracht wissen möchtest. Ein Wille um des Willens willen ist nicht freier Wille. Bringt euren Willen näher zum Meinigen heran, und ihr werdet anheben zu wissen, was freier Wille wirklich ist.
Mein Wille ist einfach. Ich möchte, dass ihr frei seid auszuwählen. Ich möchte, dass euer Kopf so weit oben steht, dass ihr sehen könnt, was ihr auswählt. Ich möchte, dass ihr eher das Leben wählt, als zu wählen, es auf einen sonnigen Tag zu verschieben. Ich möchte, dass ihr aus eurem Herzen heraus wählt. Ich möchte, dass ihr Liebe großherzig ausgebt, dass ihr nicht mit ihr wirtschaftlich verfahrt, dass ihr sie nicht für einen anderen Tag aufhebt, dass ihr sie nicht in Schritte klein macht, sondern dass ihr ausgiebig mit ihr tanzt, wie bei einem Walzer, wobei eure Füße kaum den Boden berühren.
Ich möchte für euch, dass ihr die Liebe vom Universum entgegennehmt. Dass ihr Liebe erkennt, sobald ihr sie seht. Dass ihr alle Geschenke des Universums wertschätzt. Dass ihr die Geschenke eines jeden Menschenseinswesens ehrt, was auf der Erde herumwandert oder wankt. Dass ihr die Erde unter euren Füßen ehrt. Dass ihr stets nach oben schaut, über das Blau des Himmels hinaus schaut, über das Licht der Sterne, über die Sonnenstrahlen, über das seidene Licht des Mondes, über das weitest entfernte Blinken der Sterne hinaus.
Schaut weit genug, und ihr werdet vor euch selbst in Erscheinung treten. Ihr werdet euch selbst im Lichte Meiner Liebe begegnen. Ihr werdet euch nicht alleine dastehend finden, Denn Einssein ist nicht abgeschieden. Einssein ist reichhaltig, überfließend, mächtig, ewig. Wieso, Einssein ist wie Ich.
Du wirst dir demnach selbst begegnen, und dich selbst wiedererkennen. Du wirst sagen:
„Gott, Ich kenne Dich. Ich erkenne Dich. Ich habe Dich stets gekannt. Ich habe Dich stets bei mir getragen, und doch sehnte ich mich entsetzlich nach Dir. Jetzt erblicke ich meine Widerspiegelung im Spiegel, und ich sehe, sie ist die Deine. Du hast ein Licht auf mich geschienen. Du selbst bist durch dieses Licht gedrungen und zu mir geworden. Ich wurde Du. Wir begegneten einander an dieser köstlichen Wegscheide des Lichts. Wir jubelten in diesem verpflichtungslosen Verschriebensein. Wir jubelten in der Liebe, aus der Wir nicht mehr heraustreten konnten. Wir jubelten in den Strahlen der Liebe, die sich selbst wie auch uns vorwärts trieben, der hüpfenden Liebe, der Liebe, die bei nah und fern anlangt, der Liebe, die kein Quentchen von sich ungenutzt lässt, der Liebe, die in sich selbst bewandert ist, der Liebe, die Purzelbäume schlägt, der Liebe, die von einem Holzklotz herunterkullert, der Liebe, die wie ein Bergbach den Hügel hinunter läuft, der Liebe, die sich so erhebt, wie ich meine Augen zu den Deinen erhebe, der Liebe, die ihren Weg zu mehr und mehr und mehr Liebe findet, der Liebe, die Sprünge macht, der Liebe, die aus sich Berge und Meere herstellt, der derart mühelosen, derart saumlosen, derart vollkommenen, derart in sich selbst glücklich seienden Liebe, der Liebe, die an den Küsten anschlägt, der frohlockenden Liebe, die über alles auf ihrem Weg jauchzt, der in Dunst übergehenden Liebe, der Liebe, die einen jeden Fleck auf der Erde sättigt.“
Dein freier Wille ist nicht kleinlich. Er ist weit. Er reitet auf dem Meinen. Es ist so, als würdest du am einen Ende eines Lassos festhalten und Ich am anderen Ende, bloß dass es kein Ende, dass es kein Festhalten, dass es bloß Loslassen gibt, bloß Liebe, wie sie in der Brise schwenkt, bloß dass es Liebe gibt, die in einem Bogen immer weiter, immer voller, immer breiter, immer nachhallender, immer mehr aneinander haftend hinausgeworfen wird, Mächtige Liebe, die unaufhörlich Alles in ihre Wirbelschleppe nimmt. Was für eine Art Liebe ist es, bei der Jeder von der Partie ist, einzig um sie höher und höher emporsteigen zu lassen, um sie immer und immer auszuweiten, Liebe wie wirbelnde Derwische, Liebe, die so schnell herumwirbelt, dass sie ruhig ist, dass sie wundersam still ist, und Wir hinterlassen diese Stille der Liebe und bezeichnen sie als Unseren Willen.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/wundersame-stille.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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