Woher Emotionen kommen
Gott redete …
Du fühlst Emotionen mit deinem Körper. Ein Trauma ist ein Hieb. Man wird niedergeschlagen. Dir wird der Wind aus den Segeln genommen. Du erglühst vor Wut, oder deine Wut brodelt, oder du bist dabei geblendet. Dir ist schwindlig vor Freude und bist elektrisiert vor Aufregung. Lachen weitet deine Rippen, und Freude weitet dein Herz. Du spürst ein Kribbeln und Schüttelfrost. Du spürst Emotionen körperlich, und weißt bereits Bescheid, was für Emotionen der Gesundheit förderlich sind.
Der Verstand, der so oft stracks zensiert, übersetzt seine Wahrnehmung der Ereignisse jedoch augenblicklich und verschickt die daraus resultierende Bilanz freiweg in deinen Blutkreislauf. Aus der Erkenntnis aufseiten des Verstandes erwachsen Emotionen.
Der Verstand wirft die Vorsicht in den Wind und schickt dir Emotionen in rücksichtsloser Manier. Dies ist eine Zeit, in der der Verstand nicht zu Unterscheidungen aufgelegt ist. Er schickt dir unversehens Emotionen. Sicherlich kann er dir bedeuten, dass die eine Emotion gut ist und eine andere nicht, aber er hat dir bereits das ganze Paket übergeben. Er hat dir jedoch nicht die ganze Geschichte erzählt und nicht Verantwortung übernommen. In einem Atemzug mag der Verstand dir etwa sagen, dass es besser sei, eine Emotion zu begraben, und im nächsten Atemzug lässt er sich dazu ein, dass dies unklug sei. Die ganze Zeit über ist es der Verstand, der die Ereignisse in die Emotionen hineininterpretiert, die er dir entgegenschleudert.
Du hast konkrete Erfahrungen gemacht, bei denen du eine Begebenheit missverstanden hast. So dachtest du etwa, du seist brüskiert worden, womöglich habest du nicht bemerkt, dass der Täter seine Brille nicht auf gehabt hat und dich so nicht habe bemerken können, oder, er habe selber ein Trauma erlitten, das ihm die Sicht hemmte. Sowie der Geist das Begreifen betreibt, nimmt er keinen Anstoß an den Dingen. Stimmst du zu, dass der Verstand Emotionen auslöst?
Selbst wenn eine Beleidigung mit Absicht vorkommt, hast du sie nicht so hinzunehmen, wie sie auf den Weg gebracht wurde. Selbst wenn jemand dich absichtlich verletzt, kannst du dich dafür entscheiden, zu sehen, dass er bei alledem blind oder taub ist, oder, wenn er denn weder blind noch taub ist, dass er dann schier anders als du sieht oder hört. Was ist so schlimm daran, wenn zwei Menschen sich nicht in die Augen sehen? Muss mehr daraus gemacht werden als das?
Wenn du auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitest und es zu Unstimmigkeiten kommt, setzt euch zusammen, um die Sichtweise des je anderen zu begreifen. Dieser hat noch nicht die deine, und du nicht die seine, aber jetzt im Moment versuchst du, durch seine Augen zu sehen. Später wird er durch deine sehen mögen.
Wir sprechen nicht von zwei Seiten. Wir sprechen nicht von einem Wettbewerb, bei dem einer gewinnt und der andere verliert. Es geht um Kommunikation, aus der Verständnis erwächst. Aus Offenheit erwächst Verstehen und Zusammenarbeit. Aus Zusammenarbeit kann ein neuer Regenbogen erstehen, der womöglich noch nie da war.
Lade auf jeden Fall jemanden ein, der anders denkt als du, um dich so mit ihm an einen Tisch zu setzen. Dies ist eine Einladung, Schranken zu überschreiten. Ermangelung an Zustimmung und Absprachen ist nichts anderes als Begrenzung. Wenn du dich mit jemandem zusammensetzt, stimmst du stillschweigend zu, Sackgassen aufzulösen, und so, indem ihr das tut, befreit ihr euch gegenseitig, um in breiteren Bahnen über einen schönen Ozean zu schwimmen.
Lasse keine Gelegenheit aus, einem anderen Menschen zu begegnen und ihm in die Augen zu schauen. Mitten in ihren Augen ist der Ozean, den du durchquerst. Auf diese Weise stellt ihr jeden Menschen vor euch, und die Augen werden geöffnet, sodass das Schwimmen etwas Wundervolles ist. Eure Augen werden geöffnet, und zwei Ozeane verbinden sich zu einem Einssein, in welchem keine Illusion zu verbleiben vermag.
Alles andere als dieses Einssein ist Trugbild. Die Getrenntheit von irgendjemandem hat es nie gegeben. Nur per Wahrnehmung. Nur irrtümlich. Nur unaufgefordert.
Und jetzt komm. Gebt euch die Hand. Umarme die Welt. Du hast so lange darauf gewartet, dass du ihr Frieden bringst.
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