Wie das Leben
Gott redete …
So gut wie alles ist mehr oder weniger, als du bisher gedacht hast. Sicherlich hast du aus vielen Dingen zu viel gemacht und aus anderen nicht genug. Und doch gibt es letzten Endes nichts, woraus man viel oder wenig machen könnte. Das Leben, wie es sich in der Welt der Erde abspielt, ist nur ein flüchtiges Unternehmen, Bewegungen, die nur gemacht werden, um in dem Moment zu verschwinden, in dem sie zu erscheinen scheinen. Das Leben tuckert in seinen Bahnen dahin, unabhängig davon, was man daraus macht, und doch war das Leben nie etwas anderes als das, was man daraus macht.
Vielleicht ist es klug, nichts daraus zu machen, denn das Auf und Ab des Lebens hinterlässt keine Spuren in der Ewigkeit. Du bist derjenige, der beeinflussbar ist. Nicht das Leben. Du fügst dich in das Weltleben ein. Du bist es, unbezwingbar du, der sich durch den Strom des Lebens bewegt. Doch das Leben in der Welt geht mit oder ohne dich weiter. Du planschst in seinem Strom und rührst ihn, und die ganze Zeit über bewegt er sich an dir vorbei, als wärst du am Ufer.
Lebewesen in der Natur denken nicht darüber nach, was das Leben ist und was sie mitten im Leben tun. Sie leben es einfach. Sie erleben es, ohne darüber nachzudenken. Sie versuchen nicht, es zu verknüpfen. Sie schmieden und planen nicht. Sie versuchen nicht, es zu bekehren. Sie sind unschuldig. In ihrer Unschuld machen sie das Beste aus jedem Moment und jeder Gelegenheit. Sie sehen überall Gelegenheiten, während du sie ausschneidest und einfügst.
Du machst dir alle möglichen Gedanken über das Leben. Auch wenn du stolperst und strauchelst, hast du das Gefühl, dass du über Fachwissen verfügst. Du hast das Gefühl, zumindest von Zeit zu Zeit, dass du den Dreh raus hast. Und wie du auch hinzulernen magst, das Leben, das du lebst, ist ein Weg, den du noch nie zuvor beschritten hast. Es ist eine immer neue Welt, die du betrittst, und du bist immer neu in ihr. Du reist über Stock und Stein, ohne zu wissen, wie das Terrain sein wird, und doch folgst du Karten, die du oder andere angefertigtt haben, als ob irgendjemand auf der Erde wüsste, wo sein Fuß morgen hintreten wird.
Jeden Tag landest du auf der Erde, und jeden Tag empfängt die Erde deinen Fußtritt. Die Erde ist für dich unvoreingenommen. Der Bruchteil der Erde zu deinen Füßen nährt jeden Grashalm, und doch ist er neutral. Sie nährt dich, und doch ist sie unparteiisch. Das Leben strebt nach nichts Erstrebtem. Es folgt seinen eigenen Veranlagungen. Es steigt Berge hinunter und stürzt sich auch von deren Spitze. Das Leben als Wesen genießt sich selbst und möchte, dass du es genießt. Aber ob mit oder ohne dich, das Leben geht fröhlich weiter.
Das Leben ist nicht dein Gegner. Du kannst, so wie das Leben, unvoreingenommen sein.
Auf jeden Fall wird das Leben zu dir kommen und seine Güter von Tür zu Tür feilbieten. Das Leben findet dich zu Hause, es findet dich bei der Arbeit, und es findet dich auf deinem Weg überall nach dorthin und wieder zurück. Das Leben lässt nicht zu, dass du dich vor ihm versteckst. Es möchte dich in den Arm nehmen. Du bist im Leben, also kannst du es auch umarmen. Das Leben ist dir gegenüber unparteiisch, und doch heißt es dich willkommen. Es lässt dich überall hingehen, wie du es willst, und doch folgt es dir.
Das Leben möchte deine Flammen anfachen und sie abkühlen. Das Leben in der Welt legt sich vor dich hin und bittet dich, es zu nutzen, so wie es ist, ohne Bindung, ohne Regeln. Das Leben bietet dir seine vergänglichen Schätze an und überlässt es dir, zu wählen oder nicht, so wie du willst. Das Leben legt sich vor dich hin, damit du es zu Fuß oder mit der Bahn bereisen kannst, oder auf jede andere Weise, die du dir aussuchst.
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