Wer hat Liebe am meisten nötig?
Gott redete …
Ich höre dein Herz, bevor jenes bei dir zum Sprechen kommt:
„Geliebter Gott, bitte nimm mich in Dein Herz. Hilf mir, Dich in meinem Herzen zu spüren, sodass ich Dich nie aus meinem Herzen heraus lasse. Fülle es mit Deinem Vermögen zur Liebe.
Sofern ich Liebe bin, ist dies durch Dich. Ohne Dich gibt es nichts. Ich bin bereits ohne Dich gewesen, und da ist nichts vorhanden. Ohne Dich ist das Leben des Vollseins entblößt. Du bist Liebe, und an mir ist es ebenso, Liebe zu sein, so wie Du Liebe bist. Auch mir ist es angelegen, jedermann zu lieben.
Selbst jene, die Anderen wehtun – selbst sie zu lieben ist mir angelegen. Was heilt, es sei denn Liebe? Wenn ich die Welt als einen besseren Ort haben möchte, wenn ich das wirklich möchte, anstelle dessen, dass ich auf die Missstände bei Anderen weise, ist es an mir, mich über die Fehler Anderer zu erheben. Es steht mir ins Haus, ja gar jene zu lieben, die den Wert des menschlichen Lebens verschmähen. Sie haben meine Liebe am meisten nötig. Wer benötigt Gottes Willen am meisten? Diejenigen mit reichen Herzen, oder diejenigen mit erlahmenden Herzen oder mit grausamen Herzen? Welche der beiden bin ich, derweil ich nicht liebe?
Schlicht so wie Wasser das niederste Flussbett füllt, so ist es an meinem Herzen, Liebe Jenen zuzuwenden, die dem Unverstand Folge leisten. Gott, hilf mir mithin Liebe ausströmen, wo immer es nötig ist.
Ich sage dies, als wäre ich weise, Gott, gleichwohl war ich nicht fähig, das was mir als weise sein klar ist zu beherzigen. Selbst in kleinen Dingen, in kleinlichen Dingen, war ich nicht imstande, dem, was ich weiß, nachzukommen. Nachgerade bei geringfügigen Dingen. Weil ich, aus irgendeiner kleinen Gereiztheit heraus, mein Herz verschloss. Wie zu leben ist, das weiß ich besser, dennoch schloss ich mein Herz, so, als hätte derjenige, der mich reizt, mein Heiliger-Als-Du-Herz verdient. Verzeihe mir, Gott, ich war mit der Liebe geschmacklos, die ich mir vornahm zu teilen.
Infolge vorgeblicher grausamer Handlungen, begangen vonseiten eines Menschen, den ich nicht persönlich kenne, bis hin zu Geringschätzungen durch jemand, den ich kenne, erteilt mein Herz einem anderen Herzen eine Abfuhr. Es gibt keinen Grund, der gut genug ist, dass ich mein Herz verschließe mit dem Vorhaben, das Herz des Anderen stillzulegen.
Ich rufe mir selber ins Gedächtnis, dass mein Herz nicht mein ist, sondern Dein. Du, Gott, möchtest mein Herz gerne wieder zusammen führen, und nicht, es auseinander nehmen. Wirklich, wer bin ich, zu vermeinen, es liege mir an, mich daran zu schaffen zu machen, das Herz eines Anderen stillzulegen? Jemand, der in seinem Herzen keine Liebe zum Geben übrig hat, hat Liebe von mir mehr nötig, als ich die Liebe nötig habe, an der ich mich festhänge.
Ich meine, ich kenne all die Antworten. Wie gerne ich mich als gescheit und dünkelhaft wähne. Irgendwie lasse ich mich dazu herab, mir die Autorität, anzusagen, wer der Liebe wert, und wer ihrer nicht wert ist, zuzuerkennen. Ich bewerte rechts wie links, und ich erkenne nun, dass ich mich für fehlerbehaftet finde. Ich sollte es besser wissen, dennoch verfüge ich inwendig in mir, was ich in einem Anderen für fehlerhaft befinde.
Sofern ich die Herdfeuer meines Herzens am Brennen halten könnte, wäre ich der Welt ein Segen. So wie es steht, behandle ich andere Herzen von oben herab, gleichsam als wäre ich zu gut für sie. Du, Gott, hast nicht einmal den flüchtigen Gedanken, du seist zu gut für mich. Nein, Du liebst, und das ist es. Wer bin ich meinem Dafürhalten nach? Habe ich mir dabei überhaupt etwas gedacht? Ich kopiere das Bildnis derjenigen, denen gegenüber ich mich überlegen fühle, in meinen gedankenlosen Geist hinein.
Lasse mich Dir, Gott, in jeder Hinsicht folgen. Du hast mit mir Erbarmen gehabt. Kann ich nicht ein wenig Liebe erübrigen für jemanden, der eine Menge davon nötig hat? Lasse mich Deine Liebe geben. Lasse mich die aufeinander gepressten Fäden meines Herzens lockern. Ich habe nicht mehr Liebe, denn diejenigen innehaben, die ich verurteile. Ich bin herzlos gewesen.
Dies ist mein erster Schritt darin, die Anschauung los zu lassen, ich sei hoch und mächtig, und jeder Andere sei minder als ich. Alldieweil bin ich minder gewesen, denn ich dachte. Ich bin ein Aasfresser von Gedanken gewesen, Deiner unwürdig. Ich muss Vornehmtuerei los lassen und die Liebe freundlich willkommen heißen.
Hilf mir, Gott, zu lieben.“
Ich entgegne deinem Herzen:
Schicke dich an zu lieben, indem du dich selber liebst. Lasse die Vergangenheit los. Lasse das Verflossene los, und Liebe wird von deinem Herz her strömen, gleichsam als gäbe es keine Vergangenheit. Schütte die Vergangenheit leer, sodass dein Herz nunmehr nicht mehr länger besudelt ist, und du die Schleusen deines Herzens öffnen möchtest, um die Welt zu umfangen.
Meine Verfügung an dich lautet, dich selber zu lieben. Danach wird sich dir alle Liebe auftun und aus dir heraus strömen. Alsdann wirst du dir selber treu sein.
Es gilt dir nicht, in der Welt ein Gutmensch zu sein. Es gilt dir, in der Welt schlicht zu lieben, während du vorbeiläufst. Das ist kein großer Wirbel. Du bist ganz einfach nicht der Beurteiler von richtig oder falsch, von gut oder schlecht.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/wer-hat-liebe-am-meisten-noetig.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
Your generosity keeps giving by keeping the lights on

