Silbrig wie der Mond, golden wie die Sonne
Du kannst vor der relativen Welt nicht kneifen, und du kannst das vor der spirituellen Welt nicht. Du kannst deine Augen verdecken, jedoch lebst du gleichwohl in beiden Welten. Während du auf der Erde weilst, kannst du das eine ohne das andere nicht haben.
Die relative Welt ist physisch. Das bedeutet, du trottest, du fliegst, du gehst durch Schnee und du watest durch Wasser. Du gehst vorwärts. Du gehst rückwärts. Du kommst hoch, und du kommst runter, oder du kannst nicht hochkommen oder du kannst nicht runterkommen.
Die spirituelle Welt ist, naja, spirituell. Du kannst sie nicht anfassen. Du kannst sie nicht in einem Medaillon um deinen Hals aufbewahren. Du kannst keine Zeitschrift über die spirituelle Welt durchstudieren, weil selbst Zeitschriften physisch sind und Wörter benutzen. Das Spirituelle ist jenseits von Worten. Es ist jenseits von Beschreibung. Und dennoch ist es bekannt. Es kann nicht fotokopiert oder abgeheftet werden, und doch ist man mit ihm vertraut. Es kann nicht aufgehäuft werden, und gleichwohl gibt es immer mehr davon.
Vom Spirituellen können keine Bilder aufgenommen werden. Spirituelle Gemälde sind Wiedergaben. Gemälde sind physische Porträts, die etwas aus dem Spirituellen hervorrufen. Der Tag- und Nachthimmel und all die Pracht der Welt rufen ebenfalls das Spirituelle hervor.
Die relative Welt ist mondän. Sie mag aufregend und faszinierend sein, und doch ist sie weltlich. Die Welt ist die Welt. Und gleichwohl gibt es Aspekte der mondänen Welt, die spirituell sind. Du zum Beispiel.
Du bist ebenso prosaisch, wie du dazu werden kannst, und doch bist du ebenso spirituell wie alle Engel zusammengenommen. Bloß siehst du diesen Engelsaspekt von dir nicht. Du glaubst an ihn nicht. Selbst wenn dich jemand zwölfmal am Tag darauf hinwiese, würdest du immer noch eine Auffassung deiner Spiritualität gerade mal von der Länge einer Hand innehalten. Das Physische scheint zu dominieren. Es ist allzu augenscheinlich und allzu einfordernd. Selbst all deine Ängste fußen auf den physischen Aspekten von dir. Trotzdem, die physischen Aspekte von dir sind wertvoll. Wie ein Kuchen bist du aus zahlreichen Beigaben hergestellt. Und doch, wie göttlich kann ein Stück von dir sein. Wie göttlich bist du.
Ihr könnt dem Physischen nicht entkommen, Geliebte, solange ihr im Körper seid. Dem Spirituellen könnt ihr niemals entkommen.
Du und Ich sind Geist. Du bist als körperlich in Erscheinung getreten, und indessen – ob mit oder ohne physische Verkörperlichung – bist du spirituell. Du und Ich existieren. Das Spirituelle ist die Basis von dir. Das Spirituelle ist dein Fundament. Spirituell ist dein Seien.
Eine Zeitlang ist deine spirituelle Dotierung in einen physischen Körper eingekleidet. Dein Körper ist nicht mehr als ein Schneeanzug, den du dir im Winter anziehst. Er ist nicht mehr als ein T-Shirt im Sommer. Dein Körper ist eine Annehmlichkeit oder eine Unannehmlichkeit, und sein Wert ändert sich. Deine Wahrnehmung seines Werts ändert sich.
Es ist keine Überraschung, dass du denkst, deine Existenz sei dein Körper. Einerlei wie gering du deinen physischen Körper schätzen wirst, du bist ihm zugetan. Trotz deiner selbst liebst du ihn. Du hältst deine Hände ans Gesicht. Du leckst dir deine Lippen. Du isst gerne. Du liebst es, dich zu bewegen und hinzusetzen. Dein Körper ist eine ziemliche Annehmlichkeit. Er hat seine Zuneigung gewinnenden Aspekte.
Und doch ist dein physischer Körper ohne deinen Geist nichts mehr als ein Stapel alter Kleider. Das ist nicht die Schuld deines Körpers. Es ist niemandes Schuld. Es ist eine Wohltat, dass dein Körper impermanent ist. Er dient seinem Zweck. Er ist eine Weile nützlich. Er ist eine Weile gar schön.
Der spirituelle Aspekt von dir ist Silber und Gold. Er ist Silber, das nicht poliert zu werden braucht. Er ist wie der Mond. Er ist gülden wie die Sonne. Er ist wie Aladdin’s Lampe.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/silbrig-wie-der-mond-golden-wie-die-sonne.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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