Sage dem Ego Adieu
Zahlreiche Anliegen, die du hast, betreffen das Ego. Es ist eine solche Schererei. Es ist wie eine dich belästigende Stechmücke, die dich beißt, oder eine Fliege, die um dich herumschwirrt. Stechmücken und Fliegen ungleich, hält sich das Ego ständig im Hintergrund auf, im Winter wie im Sommer, es erteilt dir Ratschläge, unterdessen es die ganze Zeit seine Aufmerksamkeit auf seinem schwächlichen Selbst festhält, keinesfalls auf dir. Nein, nicht auf deinem Wohlbefinden. Das Ego zieht dich von deinem Wohlsein ab. Falls das Ego nicht schwächlich wäre, bräuchte es dich nicht, um sich aufzupolstern. Das Ego ist eigennützig. Es lässt sich mit seiner Selbstsucht anschwellen. Es denkt im Eigentlichen überhaupt nicht an dich. Es schert sich nicht um dich. Es kümmert sich um sich selbst. Dennoch hat das Ego kein Leben aus sich selbst heraus. Es kann schier einzig durch deine Duldung existieren.
Wenn du dich durch eine Bemerkung eines Anderen schmerzlich betroffen fühlst, ist es das Ego, was dich quälte. Das Ego hält verzweifelt an ihr fest. Es lässt dich wissen, dass es hier ist. Es möchte gerne, dass du zur Auffassung gelangst, du seist derart unbedeutend, dass eine vorbeigehende Bemerkung die Kraft innehabe, dich schmerzlich zu treffen, dich schlecht, verletzt, beleidigt, gemindert, verwüstet zu fühlen. Aber es ist das Ego, was dich verwüstet. Es gibt vor, dich aufzurichten, hinwiederum lässt es deinen Kopf mit heißer Luft anschwellen, und dann lässt es, zu seinem eigenen Entzücken, den Ballon platzen.
Das Ego ist dir gegenüber unaufrichtig. Es zieht dich von der Liebe weg. Es erzählt dir ununterbrochen, dass du unwichtig seist, sodass du darauf aus bist, wichtig zu sein. Geliebte, ihr müsst von jetzt ab erkennen, wie rundum wichtig ihr Mir sein. Ihr braucht den Beifall der Welt nicht. Die Welt ist dafür bekannt, wechselhaft zu sein. Es macht kein Jota aus, was die Welt von euch denkt. Es schlägt zu Buche, was ihr von euch denkt.
Ihr habt euch nichts zu beweisen. Es gibt nichts, was ihr beweisen könnt. Indes gibt es viel, was entgegenzunehmen ist, etwa, dass ihr fraglos Meine Liebe, Meine unaufhörliche Liebe habt. Dass ihr Meine Aufmerksamkeit habt. Dass ihr Meine Gewogenheit habt, und dass euer Wille der Meine ist. Dass euer Leben angefüllt ist mit Segnungen. Dass nichts eure ungetrübte Seele einzubeulen vermag. Dass ihr nicht mehr erhellt sein könnt, als ihr es seid. Dass ihr mit dem Licht Gottes erfüllt seid. Sobald ihr das wisst, werdet ihr sehen, dass das Ego sich als ein plapperndes Streichholz ausweist, was am Abbrennen ist, und dass es hernach einen hastigen Rückzug bewerkstelligen wird, um sich ins Nichts aufzulösen, was es immer war.
Nun spürt ihr einen Bedarf, das Ego in Schutz zu nehmen, und ihr bringt eine Lobrede auf es aus, verteidigt seine Ehre, so als sei es je einmal für euch von Nutzen, als wäre es euch förderlich gewesen. Nein, Geliebte, das Ego hat sich selbst gedient. Ihr seid weitaus mehr, als euch euer wertloses Ego je anleitete zu glauben. Vielleicht verteidigt ihr das Ego, indem ihr äußert, es sei der Alarm gewesen, der beharrlich anging, um euch in Kenntnis zu setzen, dass es Zeit zum Aufwachen war, aber dazu brauchtet ihr das Ego nicht. Ihr wart davon die ganze Zeit bereits in Kenntnis gesetzt.
In Wahrheit, Geliebte, das Ego ist ein Bauernfänger. Mit Sicherheit seid ihr bei ihm der Gelackmeierte.
Es hat euer Leben verkompliziert. Das Leben ohne das Ego ist simpel. Ohne das Ego werden euer Herz und eure Seele euch leiten. Anstelle des Hakenschlagens, was denn von Wert sei, nimmt jetzt euer Herz seinen rechtmäßigen Platz ein. Eure Seele war stets stark, es war nicht durch das Ego in Bestürzung versetzt, unterdessen das Herz laut der Oberaufsicht durch das Ego nach oben und unten ging. Jetzt ist euer Herz stark. Jetzt schreitet ihr aus dem Ego heraus. Es verflüchtigt sich. Ihr könnt nicht einmal mehr begreifen, was es war und wie es euch in seiner Knechtschaft gehalten hat.
Lasst Uns keine Zeit mehr auf das Ego verwenden. Es hat genug Zeit von euch aufgebraucht. Lasst Uns euch nun mit Wohlsein füllen, nicht einfach mit einem Empfinden des Wohlseins, sondern mit dem Wohlsein selbst. Wohlsein haltet ihr inne, sobald das Ego entschwindet. Sagt dem Ego nun Adieu, nicht wie einem alten Freund, sondern wie einer Warze.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/sage-dem-ego-adieu.html - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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