Little Miss Muffet
[Little Miss Muffet ist ein Kinderreim, vermutlich aus dem 19. Jhdt. ...
Little Miss Muffet
Sat on a tuffet
Eating her curds and whey.
Along came a spider
Who sat down beside her
And frightened Miss Muffet away. ]/
Gott sagte ...
Wenn es dazu kommt, dass du angeheftet wirst, bindest du Dinge in einer bestimmten unangemessenen Weise zusammen. Du bindest dich selbst etwa zu fest daran, wie ein Anderer sein Leben führt.
Sobald eine große Liebe dein Leben betritt, fühlst du dich mehr von Wert als zu der Zeit, bevor sie in Sichtweite kam. Desgleichen, sobald eine große Liebe sich aus deinem Leben verabschiedet.
Du bist weder mehr noch weniger Wert. Dein Wert ist nicht abhängig von jemandes Veranschlagungen oder Vorlieben zu einem gegebenen Zeitpunkt.
Es ist ein Irrtum zu denken, dass ein Vorzug hoch und runter geht gemäß dessen, wie ein Anderer beschließt, sein Leben zu führen. Du empfindest, du gewinnst dazu, und du empfindest, du verlierst.
Das Empfinden von Zugewinn trägt stets das Empfinden von Verlust mit sich.
Etliche Menschen, die du kennst, bedeuten dir mehr als andere. Etliche unter Jenen nennt man Ehemänner oder Ehefrauen oder geliebte Nahestehende oder Eltern oder Kinder und so weiter. In einem weiten Sinne ist es irrelevant, wer neben dir steht. Wo sie stehen, ist irrelevant. Du bist kein Tanzlehrer, der die Positionen anderer Tänzer und Rollen choreographiert.
Der Tanz des Lebens ist aus dem Stegreif. Positionen wandeln sich nach Belieben. Niemand erachtet die Schritte eines Tänzers für unvertretbar. Und dennoch hast du mitunter die Aktionen Anderer in deren Tanz für unvergebbar angesehen. Einmal, als sie um ihn tanzten, warst du womöglich der Maibaum, und jetzt tanzen sie anderswo. Nichts ist passiert. Sie tanzen in einer anderen Szene, und nun musst du es ebenfalls.
Du verdammst einen Tanzpartner nicht dafür, dass er mit einem anderen, mit einer anderen tanzt, oder dass er oder sie einen Tanz wählt, der nicht deine Wahl darstellt.
Du kannst das Tempo der Herzen Anderer nicht festsetzen. Herzen haben ihre eigenen Schläge.
Desgleichen bist du nicht der Orchesterleiter der Herzen. Kein Orchestermitglied begeht einen Fehler, indem er das Instrument spielt, das er spielt. Jedem Instrument ist es stattgegeben, zu singen, wie es singt, und einem Streichinstrument wird kein Vorwurf gemacht dafür, dass es eine Violine ist anstatt eines Cello, ebenfalls nicht dafür, keine Trommel zu sein.
Indes es allerdings auf Menschen hinausläuft, hast du zuweilen bestimmte Erwartungen, dass sie die Weise singen, die du möchtest, und dass sie sie so laut singen, wie du es ansagst. Du wirst aufgelöst, wenn eine Ukulele eine Ukulele ist. Du hast zu viel erwartet. Du hast zu viel gefordert. Du hast gedacht, eine Ukulele könne eine Violine sein. Du hast erwartet und gefordert, was ein schlichtes Instrument nicht erbringen konnte, und du machst dem Instrument Vorwürfe dafür, dass es das ist, was es ist. Das ergibt keinen Sinn, oder etwa doch?
Und dennoch möchtest du darauf bestehen, dass die Menschen all das sind, was du willst, sobald du es willst, indessen sie schlicht simple Instrumente sind, die nicht immer die Weise, die du möchtest, zu spielen vermögen. Du träumtest, sie würden sie ein Mal spielen, gleichwohl war es dein eigener Herzschlag, den du vernommen hast. Vielleicht waren sie einmal dazu in der Lage, dein Lieblingslied zu spielen, und nun ist ihnen ihr Fingerspitzengefühl oder vielleicht ihr Wille abhanden gekommen.
Wessen Willen sollte jemand folgen, Geliebte, dem deinen oder seinem eigenen?
Was machst du mit anderen Menschen, die dir sagen wollen, was du tun und sein musst und wann und wo? Vielleicht nennst du sie Leuteschinder. Du bist bei der Vorstellung entsetzt, dass es Menschen gibt, die derart herumkommandierend sind. Du streichst sie von deiner Liste. Und dennoch, du, wenn du forderst, dass dich ein geliebter Nahestehender weiterhin liebt, oder dass jemand auf dein Geheiß tanzt, was anderes bist du dann als ein Zuchtmeister?
Du hast kein Recht, einem anderen Herzen zu sagen, was es zu fühlen und was es zu tun hat. Du hast kein Recht, das Herz eines Anderen zu verpflichten. Ich kenne es recht wohl, dass die Welt dir sagt, du habest jedes Recht. Die Welt mag dir etwa auch gar sagen, du hättest Unrecht gehabt.
Dass du enttäuscht wurdest, ist Fakt. Du würdest jetzt nicht weinen, sofern du nicht enttäuscht worden wärst. Steht von eurer Enttäuschung auf, Geliebte. Ihr habt kein Geschäft damit, hier zu sitzen wie Little Miss Muffet, die auf ihrem Schemel ihren Topfen und ihre Molke zu sich nimmt. Kommt jetzt hoch. Lasst Mich eure Tränen weinen. Geht zu eurem Kühlschrank und holt euch etwas Süßes, und freut euch dann am Leben und macht euch nichts draus, was ihr denkt, jemand sollte es getan haben. Kommt und tanzt jetzt mit Mir.
Translated by: theophilPermanent link to this Heavenletter: https://heavenletters.org/little-miss-muffet.html-0 - Thank you for including this when publishing this Heavenletter elsewhere.
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