In vielen Tönungen verwoben

God said:

Es gibt nicht einen Faden des Lebens, der nicht mit einem anderen in Verbindung steht. Nicht einen. Alles ist miteinander in Verbindung. Ein Faden wird verwoben und ist nicht mehr zu sehen. Es wird ein Jahr oder zehn oder tausend Jahre brauchen, bevor er wieder zum Vorschein kommt. Es gibt im Leben keine fallen gelassenen Maschen. Eine Saat, die vor Jahren ausgebracht wurde, wird sprießen und neuen Samen aus sich verbreiten. Ein staunenerregender Quilt wird soeben gewoben, immerfort, niemals zu einem Ende gelangend.

Es gibt nicht einen Ruf, der keine Antwort erhält. Es gibt zahlreiche Rufe, die beantwortet wurden, wobei die Antwort ungehört und ungesehen war. Ein Rückruf wird auf die eine oder andere Weise erstehen, solange bis die Weberei in den Blick genommen und sodann ein Voranschreiten angegangen wird.

Es gibt nicht eine Verbindung, die unverbunden zurückgelassen wird.

Alle Fäden werden aufgenommen.

Sobald er einmal bemerkt wird, kann der Faden verknüpft werden. Dieser Faden kann zu seinem Endpunkt gelangen. Der Quilt, wovon er ein Teil ist, wird fortgeführt. Neue Fäden nehmen ihren Anfang, und neue Verknüpfungen werden hergestellt, die alten aber bleiben im Quilt. Ihre Präsenz ist da, jener Faden indes ist zuende geführt. Er bleibt jetzt für sich. Er liegt im Schnee, zufrieden, dort zu liegen zu kommen. Er hat seinem Zweck gedient.

Die Kinnbacken des Lebens enden mit vielen Fäden. Sie werden abgebissen, und ein Knoten wird geknüpft. Das passiert viele Male.

Obschon du alt sein magst, ist deine Kindheit noch nicht zuende gebracht, bis der Faden abgeschnitten ist. Du magst denken, deine Kindheit habe dich hervorgebracht. Vergisst du, dass Ich das tat?

Die gewebte Decke tritt auf ein Mal in Erscheinung. Sie wurde in Maschen gewoben, und doch ist sie heute ganz aus einem Stück. Sie ist noch nicht fertig, und jeden Tag wird sie vollendet. Jene Reihe da ist vorbei, und nun beginnen ein neuer Tag, neue Farben, neue Maschen und eine neue Wicklung.

Die Decke ist jetzt riesig. Du kannst dich mit ihr zudecken, jedoch bloß mit einem Teil von ihr, mit jedwedem Teil, mit dem du das möchtest. Du kannst dich unter der Farbe, die du möchtest, hinlegen. Du kannst dir es auslesen und wählen. Du kannst dich unter dem Blau für Himmel, oder du kannst dich unter dem Blau fürs Meer oder für Pistazien-Eiscreme oder für ein blaues Seidenkleid, das du einmal besessen hast, hinlegen.

Du kannst dich auf die Decke legen, wann du möchtest. Die kannst sie zusammenfalten und weglegen, wenn du möchtest, und doch wird an der Decke weiter gewoben. Sie kann damit nicht aufhören. Sie wird aus dem Schrank hervorbersten. Sie ist wie Hefe.

Du bist in dieser Decke eine Masche, und du bist die Strickerin, der Stricker von ihr. Die Stricknadeln bewegen sich unter deinen Fingern oder nicht. Du kannst die Nadeln fallenlassen, nicht aber die Maschen. Das Quilt-Projekt geht weiter.

Es gibt einen Quilt-Wettbewerb, bei dem Jeder hinzukommt. Du kannst pausieren, aber den Wettbewerb kannst du nicht aufgeben.

Der gemeinsame Quilt wächst in jede Richtung. Er reicht überall hin. Er langt bei den Galaxien an, den bekannten wie den unbekannten. Er erreicht den Grund des Meeres und das Innere der Erde. Es gibt nirgends, wohin dieser gemeinsame Quilt nicht reicht. Wenn du dir ihn ansiehst, wenn du ihn dir wirklich ansiehst, bist du in Staunen versetzt.

Du wirst dir etwa eine Ecke der Decke angeschaut haben, und jetzt schaust du hoch und bist angesichts des Ganzen von ihr geblendet, angesichts ihrer Längen, in die sie sich erstreckt, angesichts ihrer Vornehmheit, der Schatten und Gestalt der Maschen, die hinein und heraus führen, und wie eine jede unter ihnen mit jeder anderen in Verbindung steht, und wie ja keine fallengelassen ist.

Kannst du die Maschen jenes Quilts herausfinden, die du gewoben hast? Kannst du sie heraussuchen? Das ist nicht von Belang. Sie sind sie, und andere Maschen werden auf ihnen eingerichtet werden. Jede Generation ist repräsentiert, und jede Generation ist mit allen Generationen vereint. Das ist Ewigkeit, Geliebte, stets sie selbst, und doch in zahlreichen Tönungen in der Illusion genannt Zeit aufs Schönste verwoben.

Translated by: theophil

 

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