Heavenletter # 1147 Nichts außer Ozean
Gott redete …
Manchmal hast du das Gefühl, als geratest du aus den Fugen. Was du da empfindest, ist dein Entknoten der einengenden Vergangenheit. Die eingebildeten Bänder lockern sich. Du lässt eine Überschwemmung des Vergangenen los, und jetzt spürst du die einen oder anderen leeren Räume, welche die illusionäre Vergangenheit – die niemals war und nicht mehr ist – mit Latten verkleidet zu haben schien. Freue dich, du löst dich von der Vergangenheit ab.
Manchmal ist dein Gefühl, als fallest du durch den Raum. In Wirklichkeit erhebst du dich zu dir selber.
Manchmal hast du das Gefühl, du geisterst im Universum herum, nicht wissend, wer und wo du bist. Nimm dies als ein gutes Zeichen, denn in Wirklichkeit gibt es keinen Raum, wo du sein kannst. Wir, du und Ich, sind platzlos. Wo existieren Wir?
Manchmal hast du das Gefühl, du seist ein unbeteiligter Außenstehender, aber es ist natürlich du selber, dem du zusiehst, wie also solltest du ein unbeteiligter Außenstehender sein können?
Manchmal ist es dir, als wärst du im Zentrum des Universums. Dies ist näher an der Wahrheit dran, denn, falls es denn ein separiertes Zentrum gäbe, könntest bloß du es sein, denn du bist das gesamte Universum, eingehüllt in Eins.
Du vermagst nicht auszuloten, wer oder was du bist, denn dies stellten Anläufe dar, das zu analysieren, was für ein Analysiertwerden nicht imstande ist. Wer und was du sein kannst, ist Liebe, denn etwas anderes gibt es nicht. Liebe ist für Zergliedertwerden ungeeignet.
Manchmal hast du das Gefühl, zur Liebe unfähig zu sein. Dies bezeigt, wie ungewahr du bist. Liebe ist das einzige Ding, wozu du imstande bist. Du bist ein Meister der Liebe. Du bist ein Meister der Liebe, der soeben bemerkt, dass nichts außer Liebe existiert. Bis zu dem Zeitpunkt tanztest du in einem Wirbel an Phantasie, dass etwas anderes als ausschließlich Liebe im Universum existiere, davon.
Was kann das Einssein des Seiens denn anderes sein als Liebe? Alles, Liebe ausgenommen, wäre auseinanderfallendermaßen. Ein funkelnder Zauberstab von Nichtliebe hat dies probiert, er hat versucht, das Heft in die Hand zu nehmen, hat versucht, die Liebe aufzulösen, sie zu unterdrücken, sie zu verschleiern, sie wegzuhämmern, all dies vergebens, weil eben das Wirbelmachen es ist, welches sich davonmacht, und weil es all die Liebe ist, die bestehen bleibt, unversehrt, existent und ganz.
Der Liebe kann kein Schaden zukommen, schier deinem Gewahren was sie angeht. Dass dein Gewahrsein sich wegschert – nun, dessen sind Wir Uns durchaus gewahr. Liebe ist unfehlbar, eure Einsichten bei ihr und eure Herausschnitte aus ihr sind nicht unfehlbar.
Falls es stimmt, dass der gewaltigen Existenz der Liebe kein Schaden zukommen kann, worüber seid ihr, alsdann, besorgt? Was gibt es dann, um sich darüber Sorgen zu machen?
Du bist Liebe, der die Gischt der Wellen irrtümlicherweise für den Ozean selbst hergenommen hat.
Die Tiefe des Ozeans kennt keine Beunruhigung. Und ausschließlich auf der Oberfläche könnt ihr Beeinträchtigung in Erfahrung bringen. Da ist die illusionäre Oberfläche des Ozeans, und da ist die täuschende Oberfläche von euch.
Taucht in den Ozean hinein, und ihr werdet euch dort zu finden bekommen. Ihr werdet in Liebe schwimmen und außerstande sein, euch von ihr loszusagen. Eure Identität ist nicht jenes Fragment, welches ihr vermeintet zu sein. Eure Identität ist der gesamte, zum Sich-Vertiefen imstande seiende Ozean, welcher du selber ist, und in dem du ebenfalls untergetaucht bist, in ihm am Spielen, gleichsam, als wäre der Ozean etwas anderweitiges, als wäre er trockenes Land, eine verflogene Küste oder ein bloßes Aufglimmen seiner selbst.
Du hast das Leben unterschätzt, sowie das, womit du dabei befasst bist. Das Leben ist die Hohe See, auf der du segelst, selbst derweilen nichts als bloß der Ozean existiert, nichts außer Tiefe, nichts außer Ganzheit, nichts außer Allheit, nichts außer du und Ich, Ein Ozean der Liebe, reichlich ausgestattet mit Sich Selbst.

