HEAVEN #894 Eingebildete Grenzen
EINGEBILDETE GRENZEN
Ein Großteil der Schwierigkeiten der Welt rühren vom Territorial-Sein her. Territorial meint: „Das ist mein. Das ist dein.“ Territorial meint: „Komme nicht näher. Bleibe dort. Nicht hierhin.“ Territorial trennt. Territorial zieht Linien. All dies aufgrund des kolossalen Glaubens an den Besitz. Länder werden ja sogar Besitztümer genannt.
Was besitzt was?
Das Ego ruft Grenzen aus, eingekratzte Linien, die auf einer Karte verlaufen. Alle Begrenzungen sind eingebildet. Jedoch glaubt ein Jeder an sie und nennt sie heilig.
Nationalität existiert nicht mehr, als das die Individualität tut. Nationen und Individuen erwecken den Anschein von etwas, was nicht so ist. Wir können sagen, dass der Anbeginn von Eigentumsaufteilung die Geburtsstunde der Trennung darstellte. „Ich“ verkehrte sich in „du und Ich“, und das Konzept der „Anderen“ kam zum Vorschein. Ein ausgestreckter Finger. Menschen wurden auseinander gesprengt. Königreiche auf der Erde hissten viel-farbige Flaggen und beanspruchten sich selbst als abgetrennt.
Welche Flagge hisse Ich? Mit welcher Farbe winke Ich? Welche Farbe trägt der Friede?
Ich stelle Meine Kinder nicht in Reihen auf. Ich sortiere nicht. Ich sondere nicht aus. Ich liebe.
Was für eine gewaltige Macht Liebe doch ist. Liebe vereint.
Was ist es sodann, was trennt? Es ist das Ego, das individuelle Ego und das Massenego. Aufgrund welchen Dekrets zieht irgendein Mensch auf der Erde ein einzelnes Meiner Kinder einem anderen vor, oder das dementsprechende bei einer Gruppe Meiner Kinder, und sehen sie etliche von ihnen nicht als die ihren an? Alle sind Meine Kinder auf der Erde. Infolgedessen sind sie die euren. Es gibt nicht ein einziges, was nicht das eure ist. Es gibt nicht ein einziges, was nicht euch zugehört. Und ein jedes sehnt sich danach, in eurer Gunst und in eurem Wohlwollen zu stehen.
Sofern ihr territorial sein müsst, dann seht das Universum als eurer Territorium. Seht es als eine Kooperative, die einem Jeden, der darin wohnt, zueigen ist. Sofern dir das Universum zueigen ist, dann auch jedem Anderen, so viel wie dir, nicht mehr oder weniger. Natürlich gibt es kein mehr oder weniger. Es gibt nur viel. Es gibt nur alles und jeden. Bei dieser Regel gibt es keine Ausnahme. Es ist keine Regel; es ist die Wahrheit.
Es gibt keine Regeln. Woher bekam der Mensch die Idee, dass er herrsche? Das Ego herrscht. Verurteilung herrscht. Das Ego und Verurteilung befinden sich in dem Geschäft, Gesetze aufzustellen, so, als wäre ihnen die Souveränität über andere Menschen verliehen. Welche Menschen habe Ich zum König proklamiert? An Meinem Hof gibt es keine Offiziere. Weder Uniformen noch Messingknöpfe. Alle sind Repräsentanten. Alle sind in Meinem Licht gekleidet. Und Mein Licht scheint auf alle.
Wenn du schwimmst, kann man vielleicht sagen, du trennst die Wellen mit deinen Armen. Dann jedoch füllen es die Wellen wieder nach, und das Einssein des Ozeans wird ein weiteres Mal enthüllt. Ich möchte nicht gerne 'instandgesetzt' sagen, weil das Einssein, was einzig ist, nicht instandgesetzt werden kann. Weil du durch eine Masse von Menschen hindurch gehen kannst, bedeutet nicht, dass du dazu berechtigt bist, eine Straße zu bauen, die unterteilt. Jedwede Unterteilungen, die du ausführst, sind irrig. Der Unterschied zwischen Menschen auf der einen Seite der Straße und der anderen Seite ist schier derjenige, auf welcher Seite der Straße sie zufällig stehen. Im Eigentlichen wurde nichts getrennt. Drängle sie alle durcheinander, drehe sie herum, und es weist sich als das gleiche aus.
Auf welcher Basis auch immer der Mensch in Gruppen aufgetrennt wird, sie ist irrtümlich. Äußere Grundlagen sind irrtümlich. Die Wahrheit gibt keiner Trennung statt, ganz zu schweigen, sie sich auszudenken.
So wie alle das Recht haben, das Universum als das ihre und als dasjenige von allen zu erklären, so haben auch alle das Recht, den Himmel als den ihren und als denjenigen von allen zu erklären. Wir könnten sagen, dass du gedacht hast, so lange, wie du auf der Erde bist, seist du aus dem Himmel ausquartiert; das indes ist eine weitere Fiktion auf eurer Seite, die euch wie Wasser durch die Finger wegrinnt. Himmel und Erde sind beide euer. Ihr lebt in beidem. Die Erde ist schlicht diejenige Seite der Straße, bei der ihr denkt, ihr befindet euch auf ihr. Die Augen der Menschen haben sich auf die eine Seite konzentriert und die andere vergessen, oder sie haben sich vorgestellt, sie hätten sie aufgeschoben. Ihr steht immerfort in einem Austausch zwischen Himmel und Erde.

