HEAVEN #893 Wiederum Einssein
WIEDERUM EINSSEIN
Bevor du dich heute schlafen legst, schenke Mir einen Gedanken. Und sobald du morgen früh aufwachst, tue das gleiche.
Das ist eine simple Technik. Ein Gedanke an Mich des Abends bringt dich aus der Gussform des alltäglichen Denkens heraus. Und ein Gedanke an Mich als erstes am Morgen setzt deinen Tag richtig an. Denke so an Mich, wie du das an ein Glas Wasser tust, was dir deinen Durst abgilt. Nimm ein großes Glas.
Es gibt keine Zeit am Tag oder in der Nacht, die nicht dafür gut ist, einen Gedanken an Mich zu haben.
Gedanken an Mich bestätigen Unsere Verbindung. An Mich denken ist etwas Geselliges, was man tun kann.
Fernerhin kannst du Mich noch bei jeder Liste, die du anfertigst, hinzufügen. Zu jeder Einkaufsliste. Zu jeder Ist-Noch-Zu-Tun-Liste. Streiche Mich allerdings nicht aus. Lasse Mich auf deiner Liste stehen, denn Ich bin nie erledigt, und du bist bei Mir nie erledigt.
Ein einzelner Gedanke an Mich wird zu einem weiteren führen. Und du wirst dich zu neuen Höhen erheben.
Eine Hand nach der anderen kletterst du eine Leiter hoch.
Ein Gedanke nach dem anderen kletterst du zum Himmel empor. Selbstverständlich geht es um ein kletterloses Hochkommen. Denn Ich bin überall, und es gibt nirgendwo, wo du zu klettern hast. Lediglich in deinen Gedanken.
Vielleicht könntest du einen jeden deiner Gedanken durch Mich ersetzen, was hättest du dann verloren? Du hast derart viele Gedanken, du kannst es dir erlauben, einen oder zwei auszulassen. Du wirst sie nicht vermissen. Du wirst vergessen, worum es ging. Denke an Mich, und etliche deiner anderen Gedanken werden sich ganz natürlich erheben und abgehen.
In einem gewissen Sinne - was gibt es, um darüber nachzudenken, mit Ausnahme über Mich?
Andere Gedanken häufen sich auf. Sie befestigen sich an dir. Sie möchten nicht mehr gehen. Du stolperst über sie. Sie verhaken sich an dir.
Meine Gedanken befreien dich, insbesondere von deinen anderen Gedanken, denn, sobald du an Mich denkst, nimmst du etwas aus Meiner Perspektive auf. Wieso solltest du die Perspektive, die du hast, beibehalten mögen, insofern du genauso leicht die Meinige haben kannst?
Ich bin kein Wagnis. Daran ist kein Risiko verwickelt, außer du denkst, die Vergangenheit los lassen und mit dem Neuen vorankommen seien ein Risiko. Selbstverständlich, man könnte sagen, du riskierst das Glücklichsein. Vielleicht zögerst du, dich selbst in das Glücklichsein zu tunken, denn das könnte für deine laufende Psyche gefährlich sein.
Du wirst womöglich Glücklichsein als eine Art Umwälzung ansehen, unterdessen es Entfaltung darstellt. Es ist bestimmt worden, dass du dich entwickelst.
Vielleicht fürchtest du das Glücklichsein, weil du lieber nicht in das investieren möchtest, was nicht bleiben könnte, denn, deinem Geist nach, ist es nie dageblieben. Ich möchte dir sagen, dass es nie fortgegangen ist, mit Ausnahme aus deiner Beobachtung.
Was wäre, wenn du aus dem Gefilde von Glücklichsein/Unglücklichsein herausgenommen würdest und wenn du eine erleuchtete Welt beträtest, die nichts anderes als Einssein kennt? Es gäbe keine Gegensätze. Es gäbe weder ein Hochziehen noch ein Herunterziehen. Du würdest dich jedoch auf großer Höhe befinden, obschon hoch und tief nicht existieren würden und keine Namen trügen.
Was wäre, wenn du an einem wortlosen Ort leben könntest, der größeren Sinn innehätte als jede Menge an Wörtern oder Sätzen oder Büchern?
Was wäre, wenn du in einer Welt voller Sinn und Tragweite leben könntest und sie nie verließest?
Was wäre, wenn du in einer Welt lebtest, die derart jenseits von Sinnhaftigkeit liegt, dass sinnvoll lediglich Geringeres sein könnte?
Wenn du einen Gedanken an Mich hast, ist es wie ein Kurzurlaub, wie einen Tag oder einen Augenblick frei nehmen. Du verdienst eine Pause. Du hast eine Kammer, in die du kommen und gehen kannst.
Eines Tages wirst du voll und ganz in der Anerkennung Meiner hier verbleiben, und zur selben Zeit wirst du dich selbst sehen. Du wirst Mich sehen und gemeinsam damit dich sehen. Im Einssein existieren Wir, du und Ich, im undefinierbaren unentwirrbaren Einssein des Seiens. Das ist dort, wo Leere und Vollheit nicht unterschieden werden können. Nichts kann unterschieden werden, weil dort, wo Wir sind, lediglich Einssein existiert.

