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HEAVEN #887 Sicht und Einbildung

SICHT UND EINBILDUNG

Manchmal bin Ich der weitest reichende Gedanke aus deinem Geist. Allerdings bin Ich jenseits deines Gedankens. Ich bin unbesehen seiner. Es mag sein, Ich bin außerhalb deines Gedankens, deines Sichtkreises, deines Hörens, deines bewussten Gewahrseins und alldessen, jedoch bin Ich niemals aus deiner Sphäre heraus. Sprich, du bist niemals aus der Meinen heraus.

Wir existieren, und Wir können sagen, Wir leben im gleichen Leben. Aber es ist ein anderer Film, den Ich sehe, anders als derjenige, den du meinst dir anzusehen. Wir gehen in das gleiche Theater, aber Wir sehen uns zwei verschiedene Filme an. Wir sitzen Seite an Seite, eine einzige Leinwand vor Uns, Wir sehen verschiedene Bilder.

Wir betätigen uns im gleichen Sport, und dennoch ist der Name ein anderer. Ich spiele immerfort in Liebe. Du tust das auch, aber du denkst, du spielest Kämpfen und Zurückziehen und andere derartige Dinge.

Was du als Wirkliches Leben erachtest, ist überhaupt nicht Wirkliches Leben. Es ist nicht einmal eine Nachahmung. Es ist weit verstreut. Du denkst, deine Füße seien fest auf dem Boden eingepflanzt, unterdessen du dein Schlagholz schwingst, jedoch warst du nie bodenloser gewesen.

All die Schwierigkeiten im Leben, die du anschwingst, sind Flüge der Phantasie. Du stellst dir eine Realität vor, die nicht echt ist. Sie ist eine Fassade. Sie ist eine Bühnenkulisse, die ein kleiner Finger der Wahrheit umstoßen kann. Aber du hältst teuer an dem Pappeaufbau fest, und rennst davon weg, oder machst dich darüber lustig, oder du weigerst dich, das Sterling Gold anzuschauen, was überall zu liegen kommt. Ich möchte nicht sagen, dass das Gold dich umgibt, weil das eine weitere Mauer implizieren würde, jedoch ist das Gold die Essenz von dir und vom Leben, was überall war.

Wie oft werde Ich doch für die Umstände in dem Leben der Menschen verantwortlich gemacht! Ich bin für deine große Vorstellungsgabe verantwortlich, denn Ich gab sie dir einhergehend mit allem anderen, was unbeschränkt ist, aber Ich bin nicht verantwortlich für deine Fantasieflüge, die Grenzen für dich sind, welche du dir aussuchst, um sie dir selbst und Anderen zu setzen. Alle Grenzen sind eingebildet. Ich setze keine Grenzen.

Du könntest sagen, dein Menschlicher Körper ist eine Grenze. Selbstverständlich, das Physische reicht nur so und so weit. Der Menschliche Körper ist eine jener Bühnenkulissen, in die du dich selbst als die unleugbare Wahrheit von dir eingekauft hast, unterdessen er überhaupt keine Wahrheit ist. Dasjenige, was du berühren, sehen, hören kannst, ist nicht wahr. Geschmäcker sind nicht wahr. Geschmäcker sind einfach Geschmäcker. Alles im Physischen ist bloß ein Geschmack der Wahrheit, die ist. Geschmäcker sind Echos der Realität.

Es ist so: Du stößt eine Tür auf. Du siehst Ansichten in der Umrandung eines Zimmers. Und dann gibt es da ein weiteres Zimmer. Du öffnest es. Du stehst auf verschiedenen Schwellen und hinter jeder ist eine weitere. Die Schwelle - das Öffnen von ihr - nennt man Unendlichkeit.

Und dennoch hast du an der Ansicht festgehalten, die du von der ersten Tür aus erblickt hast, festgehalten als das Ausmaß von allem, was ist. Du hast einen Viertelpenny für zwei Pence gehalten.

Du denkst, es gelte für die anderen Räume Eintrittsgeld zu entrichten, aber Eintritt ist frei. Einzig braucht es, du gehst dorthin und öffnest die eingebildeten Türen, die einen vermeintlichen Raum von einem anderen trennen.

Du stehst in einem zimmerlosen Herrenhaus.

Du stehst in einem herrenhauslosen Herrenhaus, weil es keine Mauern hat.

Du stehst in einem Universum ohne Grenzen, sonst könnte es kein Universum sein.

Dennoch denkst du, du lebest in einer Schachtel, und du machst diese Schachtel so gemütlich wie du kannst. Du verstärkst sie. Du stopfst sie aus. Du dekorierst sie. Du ziehst in ihr hin und her und fügst ihr Dinge zu. Und du denkst, diese winzige Schachtel sei das Universum, und, dass jeder andere wie du ebenfalls in einer eingeschachtelten Welt lebe.

Sobald die Wände deiner Schachtel herunter sind, ist nichts zerstört. Sie existieren nicht. Alles, was du je zu tun hattest, war, direkt durch sie hindurchzugehen, und anzufangen, mit größerer Sicht und weniger Einbildung zu sehen.