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HEAVEN #873 Loslassen ist nicht Festhalten

LOS LASSEN IST NICHT FESTHALTEN

Das Leben strömt, und deswegen ist es besser, nicht zu versuchen, sich an ihm festzuhalten. Wie beim Wasser, verliert das Leben alles, sobald es aufbewahrt wird. Frisches Leben ist zur Hand, nicht anders als beim Wasser, wieso es also auf Lager halten? Wieso abgestandenes haben, unterdessen du frisches haben kannst? Wie Wasser, was du in deinen Händen halten möchtest, schlüpft auch das Leben zwischen deinen Fingern durch, und in deinen Händen wird sich nichts mehr befinden.

Du wolltest deine Füße gerne in zwei Booten haben, im Boot der Vergangenheit und der Gegenwart. Mitunter, im Vergessen der Gegenwart begriffen, wählst du die Vergangenheit und die Zukunft. Du denkst, das Boot der Vergangenheit sei sicher, und das Boot der Gegenwart sei gefährlich - ganz gewiss ist es unvorhersagbar. Du möchtest lieber an einem einzigen Boot Halt haben, selbst dann, wenn es leck ist, als aus ganzem Herzen ein anderes Boot zu akzeptieren. Oder du siehst das Boot der Zukunft als erstrebenswerter an als das, was zur Hand ist.

Die Vergangenheit ist dir ebenso unbekannt wie die Gegenwart. Du weißt eigentlich über die Vergangenheit nicht mehr, als du über sie wusstest, als sie gegenwärtig war. Sie ist oberflächlich an dir vorüber gefegt, und dennoch versuchst du, aus ihr schlau zu werden. Du versuchst, dir über dein Zusammenreimen etwas zusammen zu reimen.

Die Vergangenheit selbst ist stillstehend. Du denkst, sie kann an einer Stelle gehalten werden. Indes ist alles, was du von der Vergangenheit haben kannst, deine Gedanken über sie, und sie laufen rund und rund.

Derart Vieles deiner Gegenwart fußt auf der Vergangenheit und auf deinem Denken über sie. Du lässt die Vergangenheit zur Grundlage für die Gegenwart werden. Die Vergangenheit ist überhaupt keine Grundlage. Die Historie wiederholt sich, weil du dich auf ihr niedergelassen hast. Du versuchst, sie noch einmal einzufangen, und somit wiederholst du sie, immer und immer wieder.

Du bist ein Kaleidoskop, das du dauernd drehst, indes zeigt es immer die gleiche Konfiguration.

In der Vergangenheit verfangen, bist du dort gefangen. schließe zur Gegenwart auf. Lasse die Vergangenheit fallen, und du wirst zu einem wirbelnden Tänzer des wirbelnden Zentrums des Universums. Ja, du wirst dich tatsächlich auf dem Höhepunkt der Welt befinden. Du warst genug in der Welt untergetaucht. Komme stattdessen zum Vorschein.

Was ist in der Vergangenheit leben anderes, als die Vergangenheit als deine Verhaltensmaßregeln zu benutzen. Was sind vergangene Vorgaben anderes als Weltgedanken? Die ganze Welt scheint an die Vergangenheit verschrieben zu sein. Indessen gibt es eine Gegenwärtigkeit und eine Gegenwart. Gegenwärtig, ist die Vergangenheit nicht vorbei. Darin liegt die Schwierigkeit. Du trägst die Vergangenheit mit dir. Die Vergangenheit entstammt nicht deiner Fertigung. Das war nie so.

Du hast die Zügel der Pferde festgehalten, die bereits fortgegangen sind, jedoch meinst du, die Pferde bewegten dich nach wie vor voran. Demnach hältst du an den Zügeln fest, die mit nichts verbunden sind außer mit sich selbst und mit deinen Gedanken an Pferde, die galoppieren.

Womöglich denkst du, los lassen sei etwas Schweres, denn es war für dich schwer. Sobald du einmal deine Finger aufmachst, ist es leicht. Sobald du einmal entscheidest, dass sich kein oder kein kleiner Wert im Festhalten aufweisen lässt, kannst du deinen Griff los lassen, der ohnehin nichts festhält.

Sofern du an deinem Bild der Vergangenheit festhältst, was du im Großen und Ganzen tust, musst du denken, das sei für dich von Vorteil, wieso sonst solltest du daran festhalten mögen? Die Anstrengung, der Vergangenheit zu entkommen, ist nach wie vor an deinem Bild von ihr festhalten.

Die Vergangenheit und den Zugriff, den sie auf dich hat, los lassen ist wie unhandliche Kleidungsstücke ausziehen, Kleider, die deine Bewegung einschränken, Kleider, die dich binden. Gleich, wie wertvoll dir diese Kleider sind, gleich, wie unverschossen sie sind, sie halten dich davon ab, voran zu gehen. Steige aus ihnen heraus. Du bist dafür bestimmt, zur Ewigkeit voranzuschreiten. Die Ewigkeit ist jetzt soeben hier.

Vergangenheit, lasse Meine Kinder los!