HEAVEN #800 Sei dort
SEI DORT
Zu dieser Zeit des Jahres sagt dir sogar die Welt, das Alte wegzuwerfen und das Neue zu begrüßen. Sogar die Welt sagt dir, an einen neuen Start zu gehen. Sofern du einen Vorsatz aufstellen möchtest, so nimm dir vor, die Vergangenheit los zu lassen. Dieser eine Vorsatz nimmt einfach alles in Bedacht. So vieles aus deiner Vergangenheit hängt über. Die Vergangenheit ist sogar konkretisiert in Rechnungen und Schulden. Sie schlägt auf dich ein.
Die Vergangenheit wurde in einem alten Notizbuch geschrieben. Nimm nun ein neues heraus. Du kannst das neue kaum erwarten.
Machen dich neue Schuhe nicht glücklich? Denke daran, was ein Neues Jahr für dich zu tun vermag.
Wo existiert das Neue Jahr? Es ist ein Konzept. Infolgedessen existiert es inwendig in dir. Du machst eine äußere Kennzeichnung darauf, was du einen Kalender nennst, und du bezeichnest eine bestimmte Seite als den Anfang des Neuen Jahres. Es ist klar, es beginnt in jedem Augenblick. Reiße die gebrauchten Blätter des Kalenders häufig weg.
Merke dir dein Jahr für deine Gegenwart in ihm vor. Sei dort.
Sofern du keine Aufzeichnungen über die Tage, die Jahre oder Stunden oder Minuten führtest, wie sähe das Leben sodann aus? Würdest du dich selbst entfesseln? Würdest du mehr in das Herz des Lebens hineinsinken, als auf seiner Oberfläche zu laufen? Würde das Leben mehr zu einer Hängematte und weniger zu einem Bohrhammer werden?
Und all das, weil du zum Neusein hoch geschaltet wurdest.
Die Sonne an diesem Morgen geht auf, als sei sie noch nie zuvor aufgegangen, als hätte sie das nicht unzählige Male bereits zuvor getan. Und demnach, selbst das, was das gleiche bleibt, kann neu sein. Die Sonne hat nicht das Alte abzuschütteln, weil sie ihm gegenüber neutral ist. Die Sonne absorbiert nicht als Allererstes das Alte. Die Sonne läuft in aller Nachsicht ihren Lauf durchs Leben und sammelt kein Moos an. Sie bittet um nichts, und dennoch wird sie universell geliebt. Sie dreht sich entlang und strömt ihr Licht aus, ohne sich an ihm festzuhalten, und infolgedessen segnet sie die Welt. Und, bist du keine Sonne auf der Erde, die das Licht strahlt? Erachte nun die Sonne am Himmel als ein Vorbild für Anstrengungslosigkeit. Oh, was du doch auf der Erde sein kannst.
Der Mond reflektiert die Sonne, und ist nicht achtsam auf sie. Der Mond hat nicht das Gefühl, er sei ein geringeres Licht. Der Mond setzt sich nicht in Vergleich. Er ist nie wehmütig. Er ist zufrieden, das kühlende Licht zu sein, das er ist.
Sterne sind immerzu draußen, werden aber nicht immer gesehen. Sie weinen deswegen nicht. Sie strahlen ihr Licht, unbesehen dessen, wer sie bemerkt oder wer sie segnet. Sterne sind Sterne, und Sterne tun, was Sterne tun. Sie profitieren alle von der Schöpfung und bitten in Erwiderung um nichts. Ein Stern wäre unglücklich, wenn er sein Licht zurückhielte.
Demnach also, seid wie die Sterne und scheint universell.
Die Sonne, der Mond und die Sterne dienen Tag und Nacht, ohne zu fragen. Sie fragen nie, warum sie oben am Himmel sind, oder warum sie nicht irgendwo anders sein oder etwas anderes tun können. Sie kennen ihren Zweck, und sie verrichten ihn. Ihr Zweck lautet, Licht zu scheinen. Sie bitten nicht um mehr. Sie bitten nicht, mit dem Glück eines Anderen überhangen zu werden. Sie machen ihren Weg, wie sie sind. Sie wissen, wer sie sind und was ihnen zu tun anliegt. Selbst die Sonne reflektiert Mein Licht, und bittet nicht um ein größeres. Was könnte größer sein? Die Sonne, der Mond und die Sterne halten ihr Auge auf Mir, und dementsprechend werden sie durch das Universum geleitet.
Egolos sind diese Energien.
Du hast mehr Freiheit als alle schönen Lichter am Himmel. Du kannst hingehen, wohin du möchtest. Du hast keiner Umlaufbahn nachzukommen. Jeder Tag ist deine Wahl.
Was hält dich davon ab, die gleiche Lieblichkeit und Zufriedenheit wie diejenige der Sonne, des Mondes und der Sterne zu enthüllen? Was?

